Erfolglos vor Kreisgericht

ST. GALLEN/TOGGENBURG. Ende November 2010 und Mitte Februar 2011 erhielt eine Scheune im Alttoggenburg unerbetenen Besuch. Die Einbrecher nahmen Hanf mit. Laut Anklageschrift waren zwei Gruppen von Tätern aktiv. Bei der Gerichtsverhandlung am Montag ging es um den zweiten Diebstahl.

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ST. GALLEN/TOGGENBURG. Ende November 2010 und Mitte Februar 2011 erhielt eine Scheune im Alttoggenburg unerbetenen Besuch. Die Einbrecher nahmen Hanf mit. Laut Anklageschrift waren zwei Gruppen von Tätern aktiv. Bei der Gerichtsverhandlung am Montag ging es um den zweiten Diebstahl. Wie die zweite Gruppe erfuhr, dass dort Hanf lagerte, bleibt unklar.

Von Grenzwachtkorps erwischt

Beim Einbruch am 18. Februar 2011 waren sieben Personen aus der Region Biel beteiligt. Sie stahlen fast 60 Kilogramm Hanfblüten und 250 getrocknete Hanfpflanzen. Zwei Männer gerieten auf der A1 im Aargau in eine Kontrolle des Grenzwachtkorps. Die Beamten fanden die Hanfblüten und -pflanzen. Die Ermittlungen führten zu den übrigen Tätern. Die Staatsanwaltschaft erliess gegen die sieben Strafbefehle wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz, wegen Sachbeschädigung und wegen Hausfriedensbruchs. Der Hanf habe 3,1 bis 5 Prozent THC enthalten und gelte somit als Drogenhanf, steht in der Anklageschrift.

Sechs Beschuldigte akzeptierten ihre Strafbefehle. Ein Algerier focht den Strafbefehl vor dem Kreisgericht Toggenburg an. Drei der Angeklagten hätten ihre anfänglichen Aussagen, die seinen Mandanten belasteten, später relativiert. Das hatte der Anwalt des Algeriers vor dem Kreisgericht unter anderem gesagt. Der Richter urteilte jedoch, für die späteren Relativierungen gebe es keine plausible Erklärung. Der Algerier erhielt eine unbedingte Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 70 Franken und wurde dazu verurteilt, die Verfahrenskosten von 5237 Franken zu bezahlen.

Weitere Fälle von Hanfanbau

Im Februar 2015 kam es in Altstätten in einer Indoor-Hanfplantage zu einer Schiesserei mit zwei Schwerverletzten. Die Strafuntersuchung ist laut Auskunft der Staatsanwaltschaft noch im Gang. Im Mai 2014 entdeckte die Polizei in Bazenheid eine kleine Indoor-Hanfplantage mit rund 120 Pflanzen. Zwischen Februar 2013 und Juli 2014 hob die Polizei im Raum Wattwil/Ebnat-Kappel 27 Hanfanlagen aus. Total 31 Personen wurden angezeigt, von denen vier vorübergehend verhaftet worden waren. Nach Angaben der Kantonspolizei waren die Drogen, die in diesen Fällen beschlagnahmt wurden, total rund 180 000 Franken wert. (mkn)