«Entscheid ist nachvollziehbar»

Nachgefragt

Drucken

In seiner Amtszeit brachte der damalige Gemeindepräsident von Hemberg, Walter Fischbacher, das Projekt eines Neubaus einer Mehrzweckhalle auf den Weg. Sein Amtsnachfolger Christian Gertsch zieht nun die Notbremse, weil ein Neubau von fünf Millionen Franken unter den heutigen Voraussetzungen nicht finanzierbar ist. Was hält Fischbacher von diesem Entscheid?

Das Projekt eines Neubaus einer Mehrzweckhalle in Hemberg wurde wegen zu hoher Kosten sistiert. Wie fühlen Sie sich, nachdem Sie dieses Vorhaben als damaliger Gemeindepräsident in die Wege geleitet hatten?

Walter Fischbacher: Ich habe der Bevölkerung immer gesagt, dass die Finanzierung des Bauvorhabens schwierig sein würde und allenfalls nicht ohne eine Steuererhöhung möglich sein werde. Mit dem neuen, revidierten Finanzausgleich – was so nicht ­vorauszusehen war – hat sich die Situation für den Gemeindehaushalt verschlechtert. Zudem hatte sich die Schlussdebatte darüber im Kantonsrat mit der Abstimmung an der Bürgerversammlung überschnitten, so dass wir nur vage Kenntnis von den Neuerungen hatten. Ich kann aber Christian Gertschs Entscheid gut nachvollziehen.

Sie haben eine Vorprüfung und den Neubau als finanzierbar beurteilt. Worauf gründete diese Bewertung?

Wir beurteilten die Finanzlage der Gemeinde aufgrund der Abschlusszahlen 2015 und früher. Aufgrund derer wäre ein Neubau einer Mehrzweckhalle knapp finanzierbar gewesen. Mit einer Einsprache jedoch, die unter Umständen bis zu fünf Jahre durch alle Instanzen geht, ist eine sichere Finanzierung nicht mehr zu gewährleisten, beziehungsweise müsste die Finanzplanung erneut überarbeitet werden.

Wie beurteilen Sie die Möglichkeiten, aus der bestehenden Bausubstanz eine befriedigende Lösung zu finden?

Darüber möchte ich kein Urteil abgeben. Wenn das Volk im Herbst an der Bürgerversammlung den Planungskredit bewilligt, werden wir sehen, welche Lösungen von den Experten vorgeschlagen werden. (uh)