Schwingen
Kranzgewinner Michael Bless und Martin Roth herzlich empfangen

Die beiden Kranzgewinner des diesjährigen Schwing- und Älplerfestes (ESAF) in Pratteln, Michael Bless und Martin Roth, wie auch die restlichen Appenzeller Teilnehmer wurden in ihren Gemeinden gebührend empfangen.

Thomas Mock
Drucken
Martin Roth und Michael Bless nehmen Gratulationen von klein bis gross entgegen.

Martin Roth und Michael Bless nehmen Gratulationen von klein bis gross entgegen.

Bild: Miryam Mazenauer

Der Appenzeller Kantonal-Schwingerverband hatte wiederum die Ehre, eidgenössische Kranzgewinner aus dem Appenzellerland gebührend zu empfangen. Es mag ein wenig erfolgsverwöhnt klingen, dennoch konnten die Appenzeller, mit Ausnahme des Esaf 2007 in Aarau, seit über 45 Jahren stets mit mindestens einem Kranzgewinn nach Hause kehren. Während es in den 80er-, 90er- und 2000er-Jahren vor allem Schwinger rund um Ernst Schläpfer und Thomas Sutter waren, begann der erneute Erfolg 2010, als sich der damals 24-jährige Gaiser Michael Bless unter die eidgenössischen Kranzgewinner reihen konnte. Mittlerweile sind wieder einige Jahre vergangen und Bless hat weiter Kränze gesammelt und weitere Appenzeller Eidgenossen sind dazu gekommen. Nach dem verletzungsbedingten Verfehlen des angestrebten Kranzes vor drei Jahren in Zug gewann Bless nun vor Wochenfrist seinen nunmehr vierten eidgenössischen Kranz. Mit dem abschliessenden Sieg gegen den Innerschweizer Hoffnungsträger Sven Lang sicherte sich Bless einmal mehr eine Spitzenklassierung und beendete im Anschluss seine erfolgreiche Karriere. Etliche Festredner würdigten entsprechend auch die Leistungen, welche Bless in den vergangenen Jahren gezeigt hat. So verwies der Appenzeller Kantonalpräsident Thomas Rechsteiner auf die insgesamt 96 erschwungenen Kränze, darunter acht Kranzfestsiege und auch den dritten Schlussrang am prestigeträchtigen Kilchbergschwinget 2021. Es lohne sich, Ziele hartnäckig zu verfolgen und 100 Kränze seien nur eine Zahl, deren Wichtigkeit gering ist, denn auf dem Höhepunkt der Karriere einen Schlussstrich zu ziehen sei bewundernswert. Diese Worte können wohl durchaus als Motivation und Ansporn für jüngere Schwinger dienen, im Sport und auch im Alltag erfolgreich zu sein. Der technische Leiter Marcel Kuster lobte ebenfalls die starke Leistung von Michael Bless, aber auch diejenige des gesamten Schwingklubs Gais und der Appenzeller Mannschaft. Seit 2010 konnten die Gaiser bei jeder Austragung mit mindestens einem Kranzgewinn brillieren. Dies wäre aber ohne die Unterstützung vieler nie möglich gewesen. Entsprechend hoffe er, dass Bless auch nach seiner Aktivzeit dem Schwingsport in irgendeiner Form erhalten bleiben werde.

Wer kämpft, kann verlieren

Auch Martin Roth wurde in seiner Heimatgemeinde Waldstatt gebührend empfangen. Unter der Mitwirkung der Musikgesellschaft Waldstatt, dem Jodlerklub Herisau-Säge und dem Jodler Quartett der Geschwister von Martin Roth wurde auch dem zweiten Kranzgewinner alle Ehre gebührt. In seiner Festansprache würdigte der Kantonalpräsident Thomas Rechsteiner auch die Leistung von Roth. Es könne nie jemand garantieren, dass man ein Ziel erreiche, wenn man aber keines setzt, erreiche man es garantiert nie. Nach einer durchzogenen Saison hätten wohl nicht viele daran geglaubt, dass Roth nach 2019 mit dem zweiten persönlichen eidgenössischen Kranz nach Hause kehren werde – ausser er selbst. Dies sei wichtig und das Kämpferherz sei entsprechend belohnt worden. Insbesondere die Leistung am Sonntag sei phänomenal gewesen und an Spannung kaum zu überbieten.

Ein Lob für die restlichen Appenzeller

Die Appenzeller konnten mit 15 Schwingern ein grosses Team ans Esaf entsenden. Des einen Freud ist des anderen Leid. Mit Roman Wittenwiler kam ein weiterer Appenzeller in den Genuss, um das begehrte Eichenlaub kämpfen zu können, wenngleich ihm der grosse Erfolg verwehrt blieb. Er hoffe, dass diese starke Leistung Schub für die nächsten Jahre geben wird, so Rechsteiner. Auch die Leistung der anderen Schwinger wurde entsprechend gelobt. Es brauche alle und jeden, wenn man so eine Leistung vollbringen möchte. Auch die acht absolvierten Gänge von Dominik Schmid, dessen Premiere an einem Esaf, fanden ihre Würdigung.

Auf der anderen Seite konnten beispielsweise Andrin Poltera oder auch Martin Hersche ihre gesetzten Ziele nicht vollends realisieren und Werner Keller kam als Ersatzschwinger leider nicht zum erwünschten Einsatz. Zudem mussten mit Raphael Zwyssig, Markus Schläpfer und Reto Koch auch drei Schwinger aufgrund zugezogener Verletzungen vorzeitig abbrechen. Sieg und Niederlage seien nahe beieinander und man lerne, mit beidem umzugehen. Dennoch haben alle Schwinger gekämpft und sich ihren Herausforderungen gestellt und auf dies dürfe man stolz sein, so Rechsteiner zum Abschluss.