Eltern und die Angst ihrer Kinder

«Zunenand» fand am Samstag, 10. September, zum viertenmal in Brunnadern statt. Nach dem gemeinsamen Startlied in der «Schüür» teilten sich die Gruppen auf.

Stephan Rohner
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«Zunenand» führt die Generationen aufeinander zu. (Bild: pd)

«Zunenand» führt die Generationen aufeinander zu. (Bild: pd)

«Zunenand» fand am Samstag, 10. September, zum viertenmal in Brunnadern statt. Nach dem gemeinsamen Startlied in der «Schüür» teilten sich die Gruppen auf.

Der Alltag bringt es mit sich, dass Eltern und Kinder mehr und mehr getrennte Wege gehen. «Zunenand» führt die Generationen aufeinander zu. Väter zu Söhnen und Grossmütter zu Töchtern. Wir wollen, dass Menschen unabhängig ihres Alters zueinander finden und lernen miteinander ihre Lebensprobleme zu bewältigen. Der Anlass findet vier- bis fünfmal pro Jahr statt und hat einen festen Ablauf.

Die Kinder nahmen am vierten «Zunenand» am interaktiven Programm der Jungschar Brunnadern teil. Zum Thema Jungschini bekamen alle Kinder ein Heftchen und Bildchen von biblischen Figuren. Nach dem Vorbild der Panini-Bildchen konnten sie diese miteinander tauschen und erfuhren danach etwas mehr über die einzelnen Bauten, wie den Tempel von Salomo, oder über Gestalten wie die Pharisäer. Die Eltern kamen bei einer Tasse Kaffee in den Genuss eines anschaulichen Referates des Pädagogen Heinz Etter. Er ging ausführlich darauf ein, wie die alltäglichen Ängste der Kinder mit dem Ansatz der Vertrauenspädagogik verringert werden können. Heinz Etter sagte: «Eine der grössten Ängste der Kinder von heute ist die Trennungsangst.» Die Angst, stellte er fest, werde verstärkt durch das Wegsperren der Kinder, indem sie zum Beispiel für eine bestimmte Zeit alleine in ihrem Zimmer bleiben müssen. Er selber erzählte aus seiner Kindheit, wie er auf die Kellertreppe gesperrt wurde und wie er traumatisiert alles tat, um diese Trennung von der Mutter nicht mehr erleiden zu müssen. Der vertrauenspädagogische Ansatz empfiehlt, die Angst durch bewusste Nähe zu überwinden. Wenn sich das Kind schlecht benimmt, solle man das Kind eher zu sich in die Nähe nehmen. Wichtig bei diesem Ansatz sei, dass die elterliche Autorität mit Liebe durchgesetzt würde. Solches Verhalten gebe den Kindern Sicherheit und mindere im Alltag die Angst, so die Aussage des Referenten. Das Referat wurde immer wieder von praktischen Fragen der Zuhörer unterbrochen, die sehr lebensnah und mit einem Schuss Neckertaler Humor beantwortet wurden. Beim anschliessenden Zvieri und Geschicklichkeitsspiel fanden die Generation zueinander und überwanden gemeinsam Ängste. Dieser Teil des Anlasses ist den Veranstaltern besonders wichtig, weil das spielerische Beisammensein von Alt und Jung die familiären Bindungen auf positive Weise stärkt und Vertrauen zueinander aufgebaut wird. Der nächste Anlass im Rahmen des «Zunenand» findet 14. Januar 2017 um 14 Uhr wieder in der «Schüür» in Brunnadern statt. Die Frage des Referats wird sein: Wie gehe ich mit Kindern um, die sich mir widersetzen? Auch dieser Anlass wird öffentlich und, bis auf die Konsumation in der «Schüür», kostenlos sein. Wir würden uns auf einen Besuch von Ihnen freuen.

www.chrischona-neckertal.ch/zunenand