Eishockey
«Keine Emotionen, keine Leidenschaft, keine Konzentration»: Der SC Herisau verliert gegen die Red Lions aus Reinach mit 3:4

Erstligist SC Herisau holt im zweiten Heimspiel der Saison keine Punkte. Im Duell der Tabellennachbarn unterliegen die Gastgeber den Red Lions Reinach und rutschen zwei Positionen nach unten auf Rang sieben.

Mea McGhee
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Herisaus James Bommeli, Torschütze zum 1:1, im Zweikampf mit Simon Schnyder, Captain der Red Lions Reinach.

Herisaus James Bommeli, Torschütze zum 1:1, im Zweikampf mit Simon Schnyder, Captain der Red Lions Reinach.

Bild: Mea McGhee

Deutlich wie selten zeigte Herisaus Captain Roman Popp am Mittwochabend seinen Unmut über das Geschehen auf dem Eis des heimischen Sportzentrums. «Keine Emotionen, keine Leidenschaft, keine Konzentration», kritisierte er das Auftreten seiner Mannschaft. Die Szene nach dem späten 3:3 (57.) war für die Herisauer Tiefpunkt und Nackenschlag in einem.

Nach dem Bully im Mittelkreis gingen sie in der Defensivarbeit zu wenig konsequent zu Werke, worauf die Red Lions Reinach nur 36 Sekunden nach Pfennichs Ausgleich durch Bonga-Bonga den siegbringenden Treffer erzielten. Weder das Time-out durch Trainer René Stüssi noch der Einsatz eines sechsten Feldspielers konnten Herisaus erste Saisonniederlage nach 60 Spielminuten abwenden.

Bommeli trifft zum dritten Mal

Dabei hatte die Partie am Mittwochabend für Herisau – abgesehen vom frühen Rückstand – nicht schlecht begonnen. Beim 0:1 durch Kosik war zuletzt ein Stock eines Herisauers an der Scheibe. Doch nur 40 Sekunden später sorgte Bommeli mit seinem dritten Treffer in drei Spielen für den Ausgleich. Erstmals in dieser Meisterschaft gelang den Herisauern dabei ein Tor in Überzahl. Doch obwohl das Powerplay von Stüssis Mannen besser lief als auch schon, blieb es ihr einziger Treffer in Spezialsituationen.

Je ein Schuss ans Gehäuse

Während zwei Dritteln wechselten sich Angriffe beider Mannschaften munter ab. Die Gastgeber hatten insgesamt mehr Scheibenbesitz, die roten Löwen nutzten Ungenauigkeiten des Gegners im Spielaufbau, um ihrerseits Konter zu lancieren. Unter anderem tauchten Boschung und Bonetti alleine vor Allenspach auf, scheiterten jedoch. «Er hielt uns im Spiel und ermöglichte, dass wir überhaupt um den einen Punkt kämpfen konnten», kommentierte Popp den Einsatz des Herisauer Torhüters. Allenspach spielte zum zweiten Mal in Folge von Beginn an. Sein Gegenüber, der 18-jährige Jannis Morf, war der dritte Torhüter, der für Reinach zum Einsatz kam. Auch er hielt, was es zu halten galt und hatte im Startdrittel bei Kollers Pfostenschuss von der blauen Linie das Glück auf seiner Seite. Die Aargauer trafen ihrerseits durch Vogt (23.) einmal Metall.

Kurz zuvor hatte Hohl die Gastgeber nach einem schnellen Einzelvorstoss und einem Abpraller von Morfs Beinschoner in Führung gebracht (22.). Es folgte eine erste Phase mit je nur vier Feldspielern, die jedoch am Skore nichts veränderte. So war es Bonetti, angespielt von Rietmann, der mit einem flachen und zentralen Schuss aus kurzer Distanz kurz nach Spielhälfte das 2:2 erzielte.

Mit diesem Skore ging es ins Schlussdrittel, in dem die Gastgeber die Konzentration und damit den Faden verloren. Vogt nutzte dies, verzögerte hinter dem Tor überlegt, ehe sein Zuspiel Kosik erreichte. Gegen dessen satten Schuss war Allenspach ohne Chance. Herisau konnte in der Folge dreimal in Überzahl agieren, ein weiterer Treffer blieb aber aus. Erst als in der 57. Minute je ein Spieler in der Kühlbox sass, stocherte Pfennich die Scheibe zum kurzzeitigen Ausgleich über die Linie. Noch während die 151 Zuschauerinnen und Zuschauer sich über das 3:3 freuten, folgte Bonga-Bongas spielentscheidender Treffer.

Starke Gegner warten

Reinach hat Herisau in der Tabelle überholt und liegt neu auf dem fünften Platz. Die Mannschaft von Trainer René Stüssi belegt mit vier Punkten Rang sieben. Captain Popp sagt: «Mit der Punkteausbeute aus den drei Spielen können wir nicht zufrieden sein. Und jetzt kommen schwierige Gegner.» Auf das Gastspiel beim heimstarken Prättigau-Herrschaft vom Samstag folgen die Heimspiele gegen Bellinzona und Wetzikon.