Eine echte Publikumsgesellschaft

1808 Aktionärinnen und Aktionäre zählt die Bergbahnen Wildhaus AG. «Damit sind wir eine echte Publikumsgesellschaft», sagte Jack Rhyner, Verwaltungsratspräsident, anlässlich der 79. Generalversammlung.

Katharina Rutz
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Traditionsgemäss ehrten die Bergbahnen Wildhaus anlässlich ihrer Generalversammlung ihre Jubilare (von links): Geschäftsführer Urs Gantenbein, Karl Alpiger (30 Jahre), Hans Rohner (40 Jahre) und Jack Rhyner, Verwaltungsratspräsident. Es fehlt: Robert Schlegel (40 Jahre). (Bild: Katharina Rutz)

Traditionsgemäss ehrten die Bergbahnen Wildhaus anlässlich ihrer Generalversammlung ihre Jubilare (von links): Geschäftsführer Urs Gantenbein, Karl Alpiger (30 Jahre), Hans Rohner (40 Jahre) und Jack Rhyner, Verwaltungsratspräsident. Es fehlt: Robert Schlegel (40 Jahre). (Bild: Katharina Rutz)

WILDHAUS. Die Generalversammlung der Bergbahnen Wildhaus fand dieses Jahr erstmals im Curlingzentrum statt, da der bisherige Veranstaltungsort, die Turnhalle Chuchitobel, zu klein geworden war. 372 Personen fanden am Samstag den Weg nach Wildhaus. Sie vertraten 17 532 Aktienstimmen, was einem Kapital von rund 3,5 Millionen Franken entspricht.

Besonders herzlich begrüsste Jack Rhyner auch die neuen Aktionäre. Diese stellen für das Projekt Wildhaus 2.0 Kapital zur Verfügung, welches die Bergbahnen Wildhaus AG in die Beschneiung und in eine neue Bahn investiert. Über 400 Aktionärinnen und Aktionäre haben Aktien für insgesamt rund 1,33 Millionen Franken gezeichnet. Davon sind rund 220 neue Aktionärinnen und Aktionäre. Dieser Zuspruch erfülle den Verwaltungsrat mit Freude und Zuversicht, sagte Verwaltungsratspräsident Jack Rhyner.

Die Finanzierung der rund 20 Millionen Franken stehe jedoch auf mehreren Säulen, wie Verwaltungsrat Rolf Eggenberger erläuterte. So wird das Projekt ebenso aus eigenen Mitteln, durch Kredite von Banken, Fördermittel aus der neuen Regionalpolitik des Bundes sowie zusammen mit strategischen Partnern finanziert. Wegen laufenden Verhandlungen könne der genaue Stand der Finanzierung allerdings noch nicht mitgeteilt werden.

Hohe Sicherheitsstandards

Sehr genau informiert wurde aber über die geplante neue Sesselbahn. Sie wird vom Oberdorf auf die Freienalp führen und drei Lifte ersetzen. Dabei handelt es sich um eine 6er-Sesselbahn mit Wetterschutzhauben und mit hohen Sicherheitsstandards. Das Förderband ist beispielsweise höhenverstellbar, so dass sich kleine Kinder besser hinsetzen können. Die Schliessbügelautomatik verfügt über eine mehrstufige Überwachung, bevor sie verriegelt. Die Entriegelung geschieht erst in der Bergstation, ebenfalls automatisch. Mit einer Förderkapazität von 2000 Personen pro Stunde kann die neue Sesselbahn etwa doppelt so viele Personen transportieren wie die bisherigen drei Lifte in dem Gebiet. Sie wird über 9 Stützen und 53 Fahrzeuge verfügen. In die neue Bahn sollen rund 10 Millionen investiert werden. Weitere 10 Millionen möchte die Bergbahnen Wildhaus AG in den Ausbau der Beschneiung investieren.

Weder Angst noch Bange

Doch das Projekt Wildhaus 2.0 bedeutet für die Unternehmung weitaus mehr als nur die geplanten Investitionsvorhaben. «Es bedeutet vielmehr die strategische Grundausrichtung der Bergbahnen Wildhaus auf Familien, Gruppen und auf Gäste, die das allererste Mal mit Schnee in Berührung kommen», sagte der Geschäftsführer Urs Gantenbein an der Versammlung. «Wer trotz eines sehr schlechten Winters noch ein paar Franken verdienen kann, dem muss es nicht bange werden», so Jack Rhyner. Zwar hat die Bergbahnen Wildhaus AG knapp eine Million Franken weniger Umsatz generiert, kann aber dennoch ein Ebitda (betriebliches Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von rund 879 000 Franken ausweisen. Damit hätte nach den ordentlichen Abschreibungen eine rote Null resultiert. Allerdings wurden durch die Aufgabe der Sporttreff Toggenburg AG zusätzliche Abschreibungen nötig, was zu einem Verlust von rund 653 000 Franken geführt hat. Dieser wurde jedoch mit dem Gewinnvortrag aus dem letzten Jahr verrechnet, womit noch ein Bilanzgewinn von rund 212 000 Franken auf die neue Rechnung übertragen werden kann.

Die Gesamtregion muss einen Rückgang beim Winterertrag von 8,7 Prozent verschmerzen. Die Bergbahnen Wildhaus verloren mit 12,9 Prozent überproportional. Dies habe einerseits mit der neuen Gondelbahn Espel-Chäserrugg in Unterwasser, andererseits mit dem modifizierten Poolmechanismus als Resultat der Verhandlungen mit den Toggenburg Bergbahnen AG zu tun, heisst es im Geschäftsbericht.

Durch die neue Gondelbahn auf den Chäserrugg habe die Region Toggenburg deutlich an Attraktivität gewonnen. Insbesondere das über Jahrzehnte bestehende, ungeliebte Nadelöhr auf dem Iltios sei nun Geschichte. Diese Tatsache müsste sich im kommenden Winter in entsprechenden Mehrumsätzen in der Region niederschlagen, heisst es im Bericht der Bergbahnen weiter.

Langjährige Mitarbeiter

Traditionell ehrt die Bergbahnen Wildhaus AG am Schluss der Generalversammlung ihre langjährigen Mitarbeiter. Für 40 Jahre Unternehmenstreue durften dieses Mal Robert Schlegel, Saisonmitarbeiter Sesselbahn Wildhaus-Oberdorf (an der Generalversammlung abwesend) und Hans Rohner, Saisonmitarbeiter Sesselbahn Oberdorf-Gamsalp, Geschenke entgegennehmen. Den Bergbahnen seit 30 Jahren ein treuer Mitarbeiter ist der Festangestellte Karl Alpiger, zuständig für die Sesselbahn Oberdorf-Gamsalp und stellvertretender Technischer Leiter.

Mit dem Projekt Wildhaus 2.0 setzen die Bergbahnen Wildhaus konsequent auf Familien und Gruppen. (Bild: pd)

Mit dem Projekt Wildhaus 2.0 setzen die Bergbahnen Wildhaus konsequent auf Familien und Gruppen. (Bild: pd)