Ein Wehr vor dem Wehr

Diese Woche finden beim Kraftwerk Mühlau in Bazenheid Revisionsarbeiten statt. Dazu musste der gestaute Fluss abgelassen werden. Künftig ist dies seltener nötig, da ein sogenanntes Nadelwehr errichtet wird.

Simon Dudle
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Dieses Bild mit der geöffneten Wehrklappe wird es künftig in der Mühlau deutlich seltener geben. Simon Dudle

Dieses Bild mit der geöffneten Wehrklappe wird es künftig in der Mühlau deutlich seltener geben. Simon Dudle

Das Wasserkraftwerk in der Mühlau muss gewartet werden. Das von der Thur mitgebrachte Geschiebe sorgt für Verschleisserscheinungen an der Anlage. Nach der Eröffnung 2011 war die Revision zuerst jährlich nötig, zuletzt etwas seltener. Was auf den ersten Blick unspektakulär tönt, braucht viel Vorbereitungsarbeit. Diverse äussere Faktoren verhindern oder erschweren diese Arbeiten.

Vom Amt für Wasserschutz werden dafür nur ein paar Wochen im Frühling und Herbst zur Verfügung gestellt, um möglichst wenig in das Tierreich und die Vegetation einzugreifen. In jener Zeit darf es nicht zu viel Wasser haben, und das nötige Fachpersonal muss zur Verfügung stehen. «Es bleibt jeweils nur eine kurze Phase im Jahr übrig, um diese Arbeiten ausführen zu können», sagt Andreas Jossi, Geschäftsführer des verantwortlichen Regionalwerks Toggenburg (RWT).

Ausfischen vor den Revisionsarbeiten

Diese Woche passen alle Faktoren zusammen. Am vergangenen Sonntag wurde das Gebiet in der Mühlau ausgefischt. Dies war nötig, da für die Arbeiten das vor dem Wehr gestaute Wasser abgelassen werden musste. Die Fischtreppe steht den Tieren aktuell nicht zur Verfügung. Einige Arbeiten sind zudem nur bei reduziertem Pegelstand der Thur möglich. Dazu gehört die Beseitigung des angeschwemmten Kieses, was nur mit einem Bagger möglich ist. Des weiteren werden diese Woche verschiedene Teile wie die Wehrklappen und Dichtungen geprüft. Gleichzeitig ist die Einsetzung eines Nadelwehrs in Vorbereitung. Es handelt sich um eine temporäre Konstruktion unmittelbar vor dem bestehenden Wehr. Ein Balken soll das Wasser aufhalten. «Es geht darum, den Bereich rund ums Wehr wasserfrei zu machen, um Arbeiten ausführen zu können, ohne den gestauten Fluss abzulassen», sagt Jossi. Das RWT gibt sich damit ein Instrument, um weniger von äusseren Einflüssen abhängig zu sein. Kleinere Arbeiten sind ohne grossen Aufwand und auch bei einem höheren Wasserstand der Thur möglich. «Wenn etwas klemmt, können wir jederzeit diese Absperrung errichten und die Arbeiten ausführen», sagt Jossi. Wie lange die Arbeiten in der Mühlau noch dauern, kann er noch nicht sagen. Er geht aber davon aus, dass am Samstag der Rückstau in der Thur wieder aufgebaut werden kann.

Andreas Jossi Geschäftsführer Regionalwerk Toggenburg (Bild: Beat Lanzendorfer)

Andreas Jossi Geschäftsführer Regionalwerk Toggenburg (Bild: Beat Lanzendorfer)