«Ein Viertel der Kleider war unbrauchbar»

Am Montag bricht der erste Hilfskonvoi vom katholischen Pfarreizentrum Teufen in den Nordirak auf.

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Stefan Staub, Leiter der katholischen Pfarrei Teufen, Bühler, Stein. (Bild: cg)

Stefan Staub, Leiter der katholischen Pfarrei Teufen, Bühler, Stein. (Bild: cg)

Am Montag bricht der erste Hilfskonvoi vom katholischen Pfarreizentrum Teufen in den Nordirak auf. Für den zweiten grösseren Hilfskonvoi in die dortigen Flüchtlingslager, der im April starten soll, nehmen Diakon Stefan Staub und seine Helfer noch bis vorerst Ende Februar im Pfarreizentrum Stoffel Sachspenden entgegen. Bisher waren die Sammel-Wochenenden ein Erfolg.

Stefan Staub, nun liegen schon mehrere Sammel-Wochenenden hinter Ihnen, sind Sie mit der Spendenbereitschaft zufrieden?

Stefan Staub: Sehr, wir haben bis jetzt Spenden erhalten, um etwa eineinhalb der angestrebten drei Lastwagen für den grossen Konvoi im April zu füllen.

Welche Art von Spenden haben Sie bisher hauptsächlich erhalten?

Staub: Bei den Grossspenden von Unternehmen ist es unterschiedlich, ein Beispiel sind Matratzen. Von Einzelpersonen haben wir grösstenteils Kleiderspenden erhalten. Bei dieser Gelegenheit möchte ich gerne darauf hinweisen, dass auch Hygieneartikel, wie beispielsweise Binden, sehr wichtig sind.

Wieso gerade Hygieneartikel?

Staub: Die Frauen im Lager sind teilweise gezwungen, diese aus den Windeln ihrer Babies herzustellen, weil sie dort wirklich Mangelware sind und so fehlen sie dann den Babies. Das ist prekär.

In welchem Zustand sind die Kleiderspenden?

Staub: Bei den ersten Spenden-Wochenenden war etwa ein Viertel der Kleiderspenden in keinem guten Zustand und deshalb unbrauchbar. Dies hat sich aber zwischenzeitlich deutlich verbessert.

Und auf was führen Sie diese Verbesserung zurück?

Staub: Ein Grund könnte sein, dass wir, wenn immer möglich, die Spenden direkt vor Ort kontrollieren und kaputte Dinge gleich zurückgegeben. Vielleicht kontrollieren deshalb die Spender schon im Voraus mehr.

Was für Geschichten erleben Sie während der Sammel-Wochenenden?

Staub: Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Mann, der über Jahre Cumulus-Punkte gesammelt hat, um sich damit irgendwann etwas zu gönnen. Als er vom Konvoi gehört hat, hat er alle Cumulus-Punkte gegen Hygieneartikel eingetauscht und diese vorbeigebracht. (cg)