EGGERSRIET/LUTZENBERG: Zwei Festnahmen in der «Landegg»

Im Asylzentrum Landegg sind zwei Asylsuchende festgenommen worden. Ihnen wird unter anderem versuchter Einbruch vorgeworfen. In den vergangenen Jahren war es im Umfeld des Zentrums immer wieder zu kriminellen Handlungen gekommen.

Larissa Flammer
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Das Asylzentrum Landegg. (Bild: Urs Bucher)

Das Asylzentrum Landegg. (Bild: Urs Bucher)

EGGERSRIET/LUTZENBERG. Im Asylzentrum Landegg ist es zu einem Polizeieinsatz gekommen. Zentrumsleiter Luan Skenderi bestätigt den Vorfall auf Anfrage: «Am Samstag vor einer Woche war die Polizei hier und hat jemanden festgenommen.» Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, präzisiert: «Es gab zwei Verhaftungen.»

Wie die Staatsanwaltschaft St. Gallen mitteilt, fand der Einsatz aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung statt: Eine Auskunftsperson habe Einbrecher in der Nachbarschaft gemeldet. Die ausgerückte Polizei konnte beim Asylzentrum Landegg zwei Männer anhalten. «Beide sind im Asylzentrum wohnhaft», sagt Andreas Baumann, stellvertretender Medienbeauftragter der Staatsanwaltschaft St. Gallen. Die Männer sind 26 und 36 Jahre alt, über die Nationalität gibt Baumann keine Auskunft.

Die beiden Verdächtigen wurden der Staatsanwaltschaft zugeführt, die polizeiliche Festnahme dauerte laut Baumann 48 Stunden. Seither und bis der Strafbefehl rechtskräftig ist, sind die Männer auf freiem Fuss.

90 Tage Freiheitsstrafe

Im Strafbefehl, den die Täter erhalten haben, ist laut Staatsanwaltschaft die Anklage wegen versuchten Einbruchs beziehungsweise Diebstahls und diverser Strassenverkehrsdelikte festgehalten. Die Konsequenz ist eine Freiheitsstrafe von 90 Tagen für jeden der beiden Männer. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Noch bis Freitag können die beiden Asylsuchenden Einsprache dagegen erheben. «Das haben sie bis jetzt nicht getan», so Baumann. Werde die Einsprache nicht eingereicht, sei das Urteil ab Freitag rechtskräftig, und die beiden Männer müssten ihre Strafe im Gefängnis verbüssen.

Keine Meldung der Polizei

Die Kantonspolizei St. Gallen hat über den Einsatz vom Samstag vor einer Woche keine Meldung veröffentlicht. Mediensprecher Rezzoli erklärt, dass die Polizei jede Woche mehrere Personen festnimmt und oft – wie bei den beiden Einbrechern aus dem Asylzentrum – den Fall danach noch weiter bearbeitet. «Sind wir noch nicht ganz sicher, dass eine festgenommene Person auch wirklich schuldig ist, melden wir den Vorfall nicht», so Rezzoli.

Die «Landegg», wo die beiden Einbrecher untergebracht sind, ist ein ehemaliges Kur- und Seminarhotel oberhalb von Rorschacherberg. Seit 2010 wird es als Zentrum für Asylsuchende genutzt.

Schon mehrere Vorfälle bekannt

Das Besondere an der «Landegg» ist die kantonsübergreifende Lage. Während das Hauptgebäude auf dem Gebiet der St. Galler Gemeinde Eggersriet liegt, befinden sich einige Nebengebäude auf dem Gemeindegebiet von Lutzenberg im Kanton Appenzell Ausserrhoden.

Das Asylheim war schon mehrfach in den Schlagzeilen; das Bürgerkomitee Pro Wienacht wollte mit einer Initiative bereits die Eröffnung des Zentrums verhindern. Erst im November 2015 war es wegen Überbelegung zu einer Schlägerei zwischen Bewohnern des Zentrums gekommen.