EBNAT-KAPPEL: «Abwärts ist's am schönsten»

Beim Bahnhof Ebnat-Kappel werden am Samstag, 18. Juni, hundert und mehr Töffli zur 2Takt Challenge anfahren. Organisator Kevin Rückmar über das ganz besondere Fahrgefühl.

Serge Hediger
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Organisator Kevin Rückmar aus Ebnat-Kappel sucht in der Challenge «den Plausch». (Bild: Serge Hediger)

Organisator Kevin Rückmar aus Ebnat-Kappel sucht in der Challenge «den Plausch». (Bild: Serge Hediger)

Herr Rückmar, die erste 2Takt Challenge vor fünf Jahren zählte 40 Teilnehmer. Wie viele Töfflibuben werden es dieses Jahr sein?

Kevin Rückmar: Stand heute haben sich bereits 120 Fahrer angemeldet. 150 bis 200 Töffli – das wäre schön. Manche reisen aus dem Wallis an, andere aus der Romandie, aus Davos.

Hand auf Herz: 200 Töffli, die dann ganz gesittet hintereinander herfahren?

Rückmar: Natürlich gehört ein Massenstart dazu, aber keine Sorge: Schon nach 200 Metern wird das Fahrerfeld stark auseinandergezogen sein. Grundsätzlich sind wir – bis auf die Querung einer Hauptstrasse – via Bendel, Hemberg, Bächli, Urnäsch ausschliesslich auf Nebenstrassen unterwegs.

Welches ist der schönste Abschnitt der 50 Kilometer langen Strecke?

Rückmar: Die Abfahrt von der Schwägalp nach Nesslau. Da wird es ziemlich schnell, so dass wir jeweils froh sind, wenn die Bremsen halten und wir heil unten ankommen.

Und welches ist der anspruchsvollste Teil der Route?

Rückmar: Die letzten Kehren im Anstieg zur Passhöhe. Das ist der Moment, an dem auch die stärksten Töffli kämpfen müssen.

Wie lange sind die Fahrer unterwegs?

Rückmar: Die Schnellsten sind nach drei Stunden zurück. Die Langsamsten brauchen ein bis zwei Stunden länger – sie fahren ja noch drei, vier «Spünten» an. Doch ich sage den Teilnehmern immer: Die 2Takt Challenge ist kein Wettbewerb. Wir suchen den Plausch und pflegen die Kameradschaft. Nehmt es gemütlich, kommt gesund ins Ziel.

Sind die Töfflis frisiert?

Rückmar: Nein. Bei uns starten ganz alte Töffli und topmoderne, handgeschaltete und automatische Töffli aus ausländischer Produktion und aus schweizerischer Herstellung. Aber keine frisierten, nur optimierte. Manche führen einen Anhänger mit, auf dem ein Poulet gebraten wird. Andere haben eine Musikbox installiert oder einen Spezialsitz montiert.

Was zählt noch zur Wertung der Challenge ausser der Zeit und dem Fahrzeug?

Rückmar: Auf Schwägalp-Passhöhe testen wir das Fachwissen. Die Fahrer müssen technische und allgemeine Fragen beantworten.

Ein Beispiel bitte.

Rückmar: Wie viele Ventile hat dein Töffli?

Ich muss raten. Es ist ein Einzylinder, also ein Ventil.

Rückmar: Falsch, zwei. Eines am Vorderrad, eines am Hinterrad.

Wer sind die Teilnehmer?

Rückmar: Unser jüngster Fahrer ist 14 Jahre alt und hat sein Töffli gerade geschenkt bekommen. Der älteste zählt 81 Jahre, und das Töffli ist sein tägliches Fortbewegungsmittel. Im Zweitakter finden sie ein generationenverbindendes Gesprächsthema.

Auskunft und Anmeldung: www.2taktchallenge.ch