Doppelte Besetzung nötig

TOGGENBURG. Die Stimm- und Wahlzettel für die kantonalen Wahlen und für die eidgenössische Volksabstimmung dürfen erst am Wahlsonntag ausgezählt werden.

Martin Knoepfel
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Stimmcouverts werden für die Auszählung der Stimmzettel geöffnet wie auf diesem Bild von 2013. Am 28. Februar finden die kantonalen Wahlen und eine eidgenössische Volksabstimmung statt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Stimmcouverts werden für die Auszählung der Stimmzettel geöffnet wie auf diesem Bild von 2013. Am 28. Februar finden die kantonalen Wahlen und eine eidgenössische Volksabstimmung statt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der 28. Februar wird für die Wahlbüros der St. Galler Gemeinden anstrengend sein. Nicht nur finden die Regierungs- und Kantonsratswahlen statt. Es kommt noch die eidgenössische Volksabstimmung mit vier Vorlagen dazu. Wie bereiten sich die Gemeinden auf diesen Tag vor?

Aufgrund einer kleinen Umfrage kann man sagen, dass die Gemeinden ungefähr doppelt so viele Stimmenzähler und Verwaltungsmitarbeiter einsetzen wie an anderen Abstimmungsterminen. Zehn Stimmenzähler – inklusive Urnenoffizianten – und sechs Verwaltungsmitarbeiter sind es in Nesslau. Sonst benötigt man fünf Personen. In Wattwil werden 29 Personen eingesetzt, davon 18 Mitarbeiter der Verwaltung. Kirchberg hat 28 Personen aufgeboten, je zur Hälfte gewählte Stimmenzähler und Mitarbeiter der Verwaltung,.

Auszählung erst am Sonntag

Der Wattwiler Ratsschreiber Urs Bachmann geht davon aus, dass die Ergebnisse zwischen zwei und halb drei Uhr nachmittags vorliegen, wenn alles optimal läuft. Einen Einfluss hätten auch die Stimmbeteiligung und die Anzahl veränderter Wahlzettel, gibt er zu bedenken. Wenn es Störungen gebe, seien Verzögerungen nicht auszuschliessen.

Doris Gmür-Hinterberger, Ratsschreiberin von Nesslau, und Cornelia Scherrer, Mitarbeiterin der Ratskanzlei Kirchberg, rechnen damit, dass die Ergebnisse der Kantonsratswahl am frühen Nachmittag verfügbar sind. Doris Gmür sagt, bei der Nationalratswahl hätten die Ergebnisse von Nesslau ungefähr um 14 Uhr vorgelegen. Doris Gmür betont, wichtig sei aber vor allem, dass die Ergebnisse korrekt seien.

In allen drei angefragten Gemeinden werden die bis Freitag brieflich eingegangenen Stimmcouverts schon vor dem Abstimmungssonntag geöffnet. Ausgezählt werden die brieflichen Stimmen am Sonntag. Vorher ist das nicht erlaubt. Doris Gmür geht davon aus, dass rund 1400 Personen abstimmen und wählen werden, wovon nur fünf bis sechs Prozent zur Urne gehen.

Urs Bachmann sagt, der Aufwand sei nicht zu unterschätzen, bis man rund 2000 Stimmcouverts geöffnet und die Unterlagen herausgenommen habe. Am Sonntag beginne die Arbeit in Wattwil im Wahlbüro um acht Uhr, sagt Urs Bachmann. Kirchberg legt laut Cornelia Scherrer um 8.30 Uhr los.

Stichprobenweise kontrollieren

Urs Bachmann betont, dass es wichtig sei, die Arbeit so zu organisieren, dass alle etwas zu tun hätten. Die Auszählung der Wahlen und der Abstimmungen laufe in Wattwil parallel und räumlich getrennt, sagt er. Um die Fehlerquote zu senken, würden bei der Kantonsratswahl möglichst die gleichen Leute die Listen einer Partei bearbeiten. Es gebe natürlich Stichprobenkontrollen. Die Mitarbeiter der Verwaltung würden die Computer bedienen, da sie mit der Software vertraut seien. Unveränderte Wahlzettel würden gebündelt. Dann könne man sie mit Maschinen, die den Geldzählmaschinen in Banken ähnelten, rasch zählen.

Bei der Kantonsratswahl würden die Stimmenzähler den Mitarbeitern der Verwaltung die Kandidatennummern diktieren, damit diese die Eingaben in den Computer machen könnten. Zuerst müsse man die eidgenössischen Vorlagen auszählen, sagt Cornelia Scherrer. In Nesslau werde man drei Gruppen bilden, eine kleinere für die Abstimmungen, eine für die Regierungsratswahlen und eine für den Kantonsrat. Die Gruppe, die sich mit dem Kantonsrat befasse, müsse jeden Wahlzettel kontrollieren und wenn nötig korrigieren. Das sei eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit, sagt Doris Gmür. Bei den veränderten Listen würden jeweils ein Stimmenzähler und ein Verwaltungsmitarbeiter die Informationen eingeben. Die Mitarbeiter der Gemeinde Nesslau, die für die Wahlen im Einsatz stehen, werden vor dem 28. Februar noch mit speziellen Übungswahlzetteln die Eingabe trainieren. Am Freitagabend vor dem Wahltag – am 26. Februar – werde der Kanton diese Ergebnisse löschen, sagt Doris Gmür.