Die Schweiz im Appenzellerland

HERISAU. Mit einem Umzug von rund 1500 Teilnehmenden und 63 Sujetwagen sowie der Rangverkündigung ging gestern das 15. Eidgenössische Harmonika- und Akkordeon-Musikfest in Herisau erfolgreich zu Ende. Am Festakt nahm auch Bundespräsident Hans-Rudolf Merz teil.

Monika Egli/Hanspeter Strebel
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Strahlender Sonnenschein und vor allem am Sonntag auch schwüle Hitze prägten das dreitägige «Eidgenössische», das zuletzt vor fünf Jahren in Lyss über die Bühne ging und 2012 in Winterthur wieder stattfinden wird.

Eigentlicher Publikumsmagnet war der Umzug vom Sonntagnachmittag unter dem Motto «Die Schweiz im Appenzellerland». Dazu beigetragen hatte wohl auch der Kurzauftritt von Ernst «Struppi» Nef in der Live-Sendung «Hopp de Bäse» des Schweizer Fernsehens am Samstagabend.

Er liess die ganze Schweiz wissen, dass es am Sonntagnachmittag nur einen Ort gebe, an den zu gehen es sich lohne: an den Umzug in Herisau. Und recht hatte er. Während knapp zwei Stunden präsentierten 63 Gruppen – angeführt von einem echten Alpaufzug samt Geissen und Lediwagen – mit farbenprächtigen Darstellungen ihre Kultur, Bräuche und ihr musikalisches Wirken. Ganz besonderen Applaus erhielt die st. gallische Reitermusik.

Gottesdienst und Festakt

Eröffnet worden war der letzte Festtag mit einem ökumenischen Freiluft-Gottesdienst, an dem auch Bundesrat Hans-Rudolf Merz mit Gattin Roswitha teilnahm. Am anschliessenden Festakt vor der Evangelischen Kirche ergriff der Ausserrhoder Regierungsrat Hans Diem das Wort. Mit Hinweis auf das überaus erfolgreich verlaufene Eidgenössische Volkstanzfest im Vorjahr mausere sich Herisau – noch etwas im Schatten von Frauenfeld – sozusagen zum Geheimtip als Standort für traditionelle Tanz- und Musikfeste in der Ostschweiz.

Erfreulich sei die Tatsache, dass das volkstümliche Kulturgut heute bei der Jugend wieder vermehrt wahrgenommen werde und die Handharmonika, vor allem aber das «Schwyzerörgeli», hoch im Kurs stehe. Dies bestärke ihn im Glauben, dass in der heutigen hektischen Zeit Kulturwerte, aus denen gemeinsame Wurzeln und menschliche Gemeinschaften herauswachsen, wieder an Bedeutung gewännen, sagte Diem.

40 Fahnenträger aufmarschiert

Ebenso eindrücklich wie beim Festakt war die Kulisse während der Feierstunde bei der Übergabe der Zentralfahne vom letzten Austragungsort Lyss an Herisau am Samstagmorgen: Die reformierte Kirche im Hintergrund, davor in Reih und Glied die Mitglieder des Musikvereins Herisau, an die 40 Fahnenträger aus allen Teilen der Schweiz – und über allem strahlender Sonnenschein.

Dazu gab es Kurzansprachen, etwa des Zentralpräsidenten Ruedi Bieri, der den Organisatoren ein Kränzchen wand. Das OK wurde präsidiert von Herisaus Gemeindepräsident Paul Signer, dem gut 350 freiwillige Helferinnen und Helfer sowie auch Zivilschutzangehörige zur Seite standen.

Ausser beim Umzug und bei den TV-Proben und Übertragungen konzentrierte sich das Geschehen eher verbandsintern auf dem Festgelände der Sportanlage Ebnet mit der Zeltstadt sowie in den Wettspiellokalen; die Präsenz im Dorf war gering.

SF zeigt eine Aufzeichnung des Umzugs am kommenden Sonntag, 21. Juni, ab 14.05 Uhr.

Herisau stand dieses Wochenende ganz im Zeichen eines fröhlichen und farbigen Musikfestes. (Bilder: Urs Bucher)

Herisau stand dieses Wochenende ganz im Zeichen eines fröhlichen und farbigen Musikfestes. (Bilder: Urs Bucher)