Die «Neuen» standen im Mittelpunkt

In Mogelsberg stellten sich die Gemeinderatskandidaten vor. Von den drei «Neuen» sind die Bewerberin der CVP und der FDP-Kandidat klar für den Baumwipfelpfad. Der SVP-Vertreter äussert Vorbehalte. Die bisherigen Gemeinderäte lobten unisono die Zusammenarbeit in der Behörde.

Martin Knoepfel
Drucken
Die neuen Gemeinderatskandidaten beantworteten Fragen von Moderator und Publikum: Claudia Kutzel- mann (St. Peterzell), Albert Zellweger (Wald-Schönengrund) und Wendel Eberhard (St. Peterzell, von links). (Bild: Martin Knoepfel)

Die neuen Gemeinderatskandidaten beantworteten Fragen von Moderator und Publikum: Claudia Kutzel- mann (St. Peterzell), Albert Zellweger (Wald-Schönengrund) und Wendel Eberhard (St. Peterzell, von links). (Bild: Martin Knoepfel)

MOGELSBERG. Eingangs wurden die Kandidaten für die Gremien der Schulgemeinde Oberes Neckertal vorgestellt. Dann erläuterten die «Bisherigen», die wieder für den Gemeinderat kandidieren, ihre Ziele (siehe Zusatz). Den Hauptteil bestritten aber die «Neuen». Vorgestern stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten aus der Gemeinde Neckertal den Wählern vor. Moderiert wurde der Abend von Urs Hemm, stellvertretender Redaktionsleiter des Toggenburger Tagblatts. Organisatoren waren die Ortsparteien der CVP, FDP und SVP. Fast 50 Personen kamen in den «Löwen» Mogelsberg.

Skeptisch bei Steuersenkungen

Claudia Kutzelmann (CVP, St. Peterzell) hat ein Bed-and-Breakfast-Haus. Sie freut sich, den Gästen die Schönheiten des Tals zu zeigen und findet, dass dem Gemeinderat eine dritte Frau gut tut. Als sie Standorte prüfte, erlebte sie die Gemeindeverwaltung als hilfsbereit, unkompliziert und nett. Sie sei als Zugezogene gut aufgenommen worden, sagte sie. Sie engagiert sich im Tourismus-Bereich in einer Arbeitsgruppe. Albert Zellweger (FDP) lebt seit 28 Jahren mit Unterbrüchen in Wald-Schönengrund. Er ist Zimmermann und Rahmenvergolder und im Vorstand des Gewerbevereins. Er sei ein Vereinsmensch und habe sich lange in Sportvereinen engagiert, sagte er. Jetzt suche er eine neue Herausforderung. Für Wendel Eberhard ist das Neckertal die Heimat. Er ist immer froh, wenn er ins Tal zurückkehrt. Er ist im Aussendienst einer Stallbaufirma tätig, führt einen Bauernhof und hilft der Frau im Restaurant zu kochen. Er freut sich, dass im Tal viel gebaut wird.

Einig sind sich alle drei Kandidaten darin, dass das Neckertal mit dem Öffentlichen und dem Privatverkehr gut erschlossen ist. Einen weiteren Ausbau des Öffentlichen Verkehrs im Tal sieht keiner der drei als dringlich an.

Die Gemeinde liege mit einem Steuerfuss von 145 Prozent in der Mitte der St. Galler Gemeinden, sagte Urs Hemm und wollte von den drei wissen, wie sie zu Steuerfusssenkungen stehen. Eine Besucherin sagte, dass bei der Vermietung von Wohnungen die erste Frage der Interessenten dem Steuerfuss gelte. Albert Zellweger kann sich eine kleine Senkung vorstellen, warnte aber vor Zuständen wie in Wollerau, wo die Steuern tief seien, die Vereine aber nicht mehr lebten und die Feuerwehr Mühe habe, genug Mitglieder zu finden.

Claudia Kutzelmann sieht keinen Bedarf für Steuersenkungen. Sie komme aus einer Region, wo die Steuern tief seien und die Einheimischen durch hohe Mieten und Immobilienpreise vertrieben würden. Im Neckertal seien die Steuern vergleichbar mit Luzern, sagte sie. Unbezahlbar sei aber die Ruhe, die man habe, wenn man nicht an der Hauptstrasse wohne. Wendel Eberhard glaubt, dass der heutige Steuerfuss diejenigen nicht stört, die das Neckertal lieben. Wichtig sind für ihn intakte, im Winter geräumte Strassen. Öffentliche Aufgaben hätten ihren Preis, sagte er.

Zwei sind enthusiastisch

Albert Zellweger und Claudia Kutzelmann äusserten sich enthusiastisch zum Projekt Baumwipfelpfad in Mogelsberg. Albert Zellweger sprach von einem architektonisch unglaublich interessanten und Claudia Kutzelmann von einem Leuchtturmprojekt, von dem Gewerbe, Landwirtschaft und Holzbranche profitierten. Für Albert Zellweger muss man im Tal auch mal etwas wagen. Skeptischer tönte Wendel Eberhard. Er wies auf das im Wald geltende Bauverbot hin. Er könne nur hinter dem Baumwipfelpad stehen, wenn dieser finanziell tragbar und wenn sichergestellt sei, dass das Projekt ohne öffentliche Gelder auskomme. Eine Starthilfe schloss Wendel Eberhard nicht aus. Es komme aber nicht in Frage, dass die öffentliche Hand immer wieder für den Pfad bezahlen müsse.

Claudia Kutzelmann und Albert Zellweger können sich den Bau eines Gewerbeparks vorstellen. Wendel Eberhard dagegen findet, es gebe genug Gebäude, in denen Betriebe sich einmieten könnten. Für einen Gewerbepark will er kein Kulturland opfern.