Die Folgen des 11. September

Vor 15 Jahren geschah am 11. September Unfassbares: Islamisten steuerten zwei Flugzeuge in die Twin Towers und eines in das Pentagon, ein viertes Flugzeug stürzte ab. Dieses schreckliche Ereignis sollte die Welt verändern.

Jürgen Kaesler
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Jürgen Kaesler Pfarreibeauftragter St. Peter und Paul, Kirchberg (Bild: pd)

Jürgen Kaesler Pfarreibeauftragter St. Peter und Paul, Kirchberg (Bild: pd)

Vor 15 Jahren geschah am 11. September Unfassbares: Islamisten steuerten zwei Flugzeuge in die Twin Towers und eines in das Pentagon, ein viertes Flugzeug stürzte ab. Dieses schreckliche Ereignis sollte die Welt verändern. Seither ist nichts mehr, wie es war: Der Terrorismus durch Islamisten ist in aller Munde und hat das Leben auch bei uns markant verändert. Auch unser Denken hat sich seitdem merklich verändert. Die Logik des Terrorismus hat sich weltweit ausgebreitet. Das Schwarz-Weiss-Denken hat sich nicht nur in die Köpfe der Terroristen eingegraben, sondern ist an vielen Orten wieder deutlich hervorgetreten: Hier Gut, dort Böse, hier Schwarz, dort Weiss. Der einzelne ist dann von Bedeutung, wenn er zur richtigen Gruppe gehört: eine einfache, allzu einfache Logik, die destruktiv wirken kann.

Die Logik Gottes ist nicht auf das Schwarz-Weiss oder auf die richtige Gruppe beschränkt. Bei Gott gibt es mehr Farben: die wunderbaren und vielen Grautöne und dann der ganze bunte Farbenkreis, den das Leben zu bieten hat. Bei Gott zählt nicht eine exklusive Gruppe oder ein Land, sondern vielmehr zählt bei ihm jeder Mensch. So sehr, dass er sogar die 99 Schafe zurücklässt, um das hundertste zu suchen. Für Gott ist das Leben eines jeden Menschen kostbar, egal, ob er in Aleppo, in Damaskus oder im Toggenburg wohnt: Seine Sehnsucht ist nicht die Gruppe, sondern der einzelne Mensch, wunderbar von Gott geschaffen, aber auch fähig zu schrecklicher Zerstörung. Dennoch gibt Gott die Hoffnung niemals auf und glaubt an das Gute in jedem einzelnen Menschen an jedem Ort auf der Welt.