Der «Hölzige» aus Innerrhoden will gewinnen

Beni Gmünder aus Schlatt-Haslen hat schon vieles gemacht. Nächste Woche ist er Protagonist in einer Fernsehsendung.

Karin Erni
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Beni Gmünder vor seinem mobilen Bierausschank.

Beni Gmünder vor seinem mobilen Bierausschank.

Bild: Karin Erni

Nächste Woche tourt die SRF-Vorabendsendung «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» durchs Appenzellerland. Fünf Personen präsentieren den Fernsehzuschauern ihren Wohnort in den drei Kategorien Freizeit, Tradition und Kulinarik. Zu Beginn jeder Sendung werden die Orte in einem Steckbrief kurz vorgestellt. Am Ende jedes Drehtages bewerten die Gäste jeweils ihre Erlebnisse mit Punkten. In der aktuellen Staffel kommen Eggerstanden, Wald, Schwellbrunn und Waldstatt zu Ehren. Am Freitag will Beni Gmünder aus Schlatt-Haslen mit seinem Dorf den Sieg heimfahren.

«Beniwood», wie er von einigen Leuten genannt ist, war ein Pionier in Sachen Holzentrindung in der Ostschweiz. 1985 kaufte sich der Holztransporteur eine mobile Entrindungsmaschine. Weil in den folgenden Jahren grosse Mengen an Käferholz anfielen, wurde das Unternehmen ein voller Erfolg. Um die anfallende Rinde zu verwerten, hat er 2007 in Gossau ein Pelletierwerk gegründet. Die beiden gut gehenden Unternehmen hat er mittlerweile wieder verkauft. «Wenn etwas gut läuft, interessiert es mich nicht mehr. Ich muss alle sieben Jahre etwas Neues anfangen.»

Neues Pionierprojekt ist in Entstehung

Derzeit pröbelt Beni Gmünder an einem Verfahren, um aus Holz- und Plastikabfällen Benzin herzustellen. Um damit auf dem internationalen Parkett bestehen zu können, hat der 63-Jährige in einem Sprachaufenthalt in Kanada noch Englisch gelernt. «Wir mussten zwar einige Rückschläge einstecken, aber das Projekt bringe ich auch noch zum Laufen», ist er überzeugt. «Zum Laufen bringe ich fast alles, obwohl ich nichts gelernt habe.» Die Lehre zum Lastwagenmechaniker musste er abbrechen, weil die Lehrfirma Konkurs ging. Danach habe er für das familieneigene Transportunternehmen Holz gefahren und daneben Lastwagen geflickt. In seiner Freizeit hilft der Nimmermüde seiner Tochter Melanie auf dem Aescher.

«Ich mache alles, vom Schissiputzen bis zum Grillieren, ich diene halt einfach gerne.»

Wenn alle Arbeit getan sei, mache er das, was er am besten könne. «Ich unterhalte die Gäste, erzähle Witze oder mache Musik.» Eine grosse Freude sind ihm die beiden Enkel, denen er die Leidenschaft für Motoren und Holz weitergeben möchte. «Derzeit sind wir grad am Pfeilbogen schnitzen.»

Gute Werbung fürs Appenzellerland

Sie seien eine coole Gruppe gewesen, erinnert sich Beni Gmünder an die Dreharbeiten. Am Montag stellt Kathrin Koller Eggerstanden vor, wo sie als Mesmerin und Touristenführerin arbeitet. Krimiautor Andreas Giger aus Wald nimmt seine Gäste an einen besonderen Ort mit, der in seinen Büchern vorkommt. Das Dorf Schwellbrunn will Folklore-Experte Martin Sebastian seinen Gästen mit emotionalen Alphornklängen näherbringen. Beat Müller aus Waldstatt hat für die Sendung einen Kochkurs bei «SRF bi de Lüt»-Landfrau Monika Knellwolf organisiert. Und was hat Beni in petto? Natürlich etwas mit Holz. Er werde mit seinen Gästen «Beechüe» schnitzen, verrät er. Zudem kommt auch sein Quöllbisch-Biermobil zum Einsatz. «Mit dem bin ich sonst auf Hochzeiten, Beerdigungen und Scheidungen zu Gast.»

«Mini Schwiiz, dini Schwiiz», ab Montag, 24. Februar 18.15 Uhr auf SRF1