Kunstturnen
Der Heidler Olympiasieger: Hans Eugster 1952 an der Olympiade in Helsinki Gold am Barren

An den Olympischen Spielen vor 70 Jahren gewann Hans Eugster drei Medaillen. Der Turner gehört zu den erfolgreichsten Sportlern der Schweiz.

Peter Eggenberger
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Hans Eugster setzte sich 1952 gegen die starke Konkurrenz der Turner aus der Sowjetunion durch.

Hans Eugster setzte sich 1952 gegen die starke Konkurrenz der Turner aus der Sowjetunion durch.

Bild: PD

Der Kunstturner Hans Eugster aus Heiden erkämpfte 1952 an der Olympiade in Helsinki eine Goldmedaille. Bei dieser Olympiade nahmen erstmals die Turner aus der Sowjetunion teil und dominierten gleich die meisten Entscheidungen. Die eigentlichen Konkurrenten waren nicht die Finnen, die vier Jahre zuvor die erfolgreichste Nation bildeten, sondern die Schweizer um Hans Eugster, Jack Günthard und Josef Stalder. Eugster nahm an allen acht Wettkämpfen im Geräteturnen teil. Er gewann den Einzelwettbewerb am Barren vor Wiktor Tschukarin, dem erfolgreichsten Sportler an den Spielen in Helsinki, und Bronze an den Ringen. In der Mannschaftswertung belegte das Schweizer Team den zweiten Platz hinter den Turnern aus der UdSSR, aber vor den Finnen.

Bereits zwei Jahre vor der Olympiade in Finnland wurde Eugster an der Turn-Weltmeisterschaft in Basel Weltmeister am Barren und holte Bronze an den Ringen. An der WM 1954 in Rom folgte eine weitere Bronzemedaille – ebenfalls an den Ringen.

Kleiner Empfang für Medaillengewinner

Damit zählt Hans Eugster zu den erfolgreichsten Sportlern der Schweiz. So bescheiden er als Sportler war, so bescheiden waren auch die Ehrungen für seine Leistungen. In Luzern wurde die Schweizer Delegation von der Heimkehr aus Helsinki wie auch später in Heiden, im kleinen Rahmen empfangen beziehungsweise gefeiert.

Seine sportliche Laufbahn begann Hans Eugster, der als jüngster von vier Söhnen der Familie Eugster 1929 in Heiden geboren und aufgewachsen ist, im lokalen Turnverein. Beruflich war er als Elektrokaufmann tätig. Am 23. Oktober 1954 heiratete Eugster die Heidlerin Frieda Lutz, welche die ersten Jahre an der Badstrasse wohnte. Der Olympiasieger und Weltmeister verstarb am 12. November 1956 im Alter von erst 27 Jahren an den Folgen einer heimtückischen Krankheit. Seine mittlerweile 93-jährige Witwe lebt heute in einem Pflegeheim in St.Gallen.

Paul Weder, der Sportkoordinator Baspo aus Herisau, hält die Erinnerung an Eugster wach: «Das stets bescheiden gebliebene Spitzenturntalent aus Heiden darf nicht vergessen werden.» Aus diesem Grund organisierte Weder 2013 eine Ausstellung, die an einen der erfolgreichsten Turner der Schweiz erinnerte. Am Anlass wurden auch die Medaillen gezeigt, die sich beim BTV Luzern befinden.