«Das Leben ist Veränderung»

Letzten Sonntag war Konfirmation in der Gemeinde. Thema: Identität. 19 tolle Jugendliche, und die Kirche ihretwegen voll mit über 300 Gästen und Besuchern. Das gibt es sonst nur bei Abdankungen. Was für ein Fest.

Oliver Gengenbach
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Oliver Gengenbach Pfarrer, Reformierte Kirchgemeinde Unteres Neckertal (Bild: Urs M. Hemm)

Oliver Gengenbach Pfarrer, Reformierte Kirchgemeinde Unteres Neckertal (Bild: Urs M. Hemm)

Letzten Sonntag war Konfirmation in der Gemeinde. Thema: Identität. 19 tolle Jugendliche, und die Kirche ihretwegen voll mit über 300 Gästen und Besuchern. Das gibt es sonst nur bei Abdankungen. Was für ein Fest.

Identität wird geformt

Wir dürfen wertvolle junge Menschen als erwachsene Kirchenbürgerinnen und Kirchbürger begrüssen. Manche sind noch eher still und in sich gekehrt, andere immer «spruchbereit», manche noch ablenkbar und meist abgelenkt, andere schon zupackend und selbstmotivierend. Die kommenden Jahre werden ihnen einiges abverlangen. Es wird sich genauer zeigen, was diese Jugendlichen in sich tragen; wer sie sind. Ihr Selbst- und Fremdbild werden präzisiert, ihre Identität wird weiter geformt. Veränderbarkeit und Wandelbarkeit sind gefordert, denn Identität verändert sich durch die Lebensumstände. «Das Leben ist Veränderung», sagt man im Deutschen, und im Griechischen «panta rhei», das heisst übersetzt: Alles ist im Fluss. Auch Teile meiner Identität. Wer bin ich heute, wer morgen, in fünf oder zehn Jahren? Was ist jetzt meine Rolle in diesem Welttheater? Wie will ich meine Rolle verändern? Für manche Rollenänderung kann ich mich entscheiden, sie planen und umsetzen. Manch andere wird mir als Schicksalsschlag aufgedrängt.

Vor Veränderungen und den Wechselfällen des Lebens sollen wir nach Gottes Wille keinesfalls Angst haben, denn Stabilität und Verlässlichkeit, Mut und Stärkung sind bei ihm verfügbar. Es ist eine Lebenserfahrung, dass Gott ein Lebensfundament gibt, das trägt. Das Lukasevangelium spricht davon (Lukas Kp. 6, Verse 47–48).

Gelebte Menschlichkeit

Der «Zement» dieses Fundaments ist gelebte Menschlichkeit, das heisst Taten, die Mitmenschlichkeit ausdrücken: einen Brief schreiben, um Vergebung bitten, einen Berater anrufen, Hilfe annehmen, unsere Verfehlungen bekennen und einsehen, Mutter anrufen, einen Arzt aufsuchen, uns taufen lassen, einem Hungrigen zu essen geben, beten, lehren, gehen. Etwas tun, was ein Zeichen von Glauben ist. Denn ein Glaube, der nicht zu Taten der Mitmenschlichkeit führt, ist kein Glaube. Glaube ohne Taten der Mitmenschlichkeit ist tot. Auch Mitmenschlichkeit ohne daraus folgende Taten sind tot. Und ein Mensch ohne Mitmenschlichkeit ist ...

An die frisch Konfirmierten der Gemeinde: Lest die Bibelstellen nach. Ihr habt jetzt eine Bibel und solltet wissen, wie man sie aufschlägt.