Covid
Hier gibt es Booster und Tests im Appenzellerland: Beide Kantone fahren ihr Test- und Impfangebot hoch

Nachdem der Bund die Coronamassnahmen verschärft hat, reagieren die beiden Appenzeller Kantone. Sie bauen ihre Test- und Impfkapazitäten aus, um die Festtage zu überstehen.

Elia Fagetti
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Das Impfzentrum in Herisau liegt unterhalb des Spitals an der Birkenstrasse 5.

Das Impfzentrum in Herisau liegt unterhalb des Spitals an der Birkenstrasse 5.

Bild: Rosa Schmitz

Seit Wochen ist der Druck auf die Intensivstationen in den Spitälern hoch. Schweizweit sind rund 80 Prozent der IPS-Betten belegt, davon mehr als ein Drittel mit Coronapatienten. Die Fallzahlen steigen genau zur Weihnachtszeit. Viele wollen sich mit ihrer Familie treffen oder in den Ausgang gehen. Mittlerweile gilt 2G-plus. Heisst, nur jene, die geimpft oder genesen sind, dürfen an Veranstaltungen oder in Bars. Die Impfung oder Genesung darf aber nur vier Monate zurückliegen. Ansonsten benötigt man einen negativen Test. Doch was tun, wenn man noch nicht geimpft oder getestet ist? Im Appenzellerland sind wegen der steigenden Fallzahlen die Impf- und Testzentren über die Feiertage geöffnet.

Georg Amstutz, Leiter des Ausserrhoder Kommunikationsdienstes.

Georg Amstutz, Leiter des Ausserrhoder Kommunikationsdienstes.

Bild: PD

Auf Anfrage erklärt der Mediensprecher des Kantons Appenzell Ausserrhoden Georg Amstutz, dass nach der Verkürzung der Boosterfrist von sechs auf vier Monate, die Nachfrage nach Impf- oder Boosterterminen angestiegen ist. Amstutz erklärt:

«Es sind noch ein paar Termine im Dezember offen. Wer sich schnell anmeldet, kriegt noch einen Platz.»

Auslastung in Test- und Impfzentren hoch

Im Gegensatz zum Impfen erfuhr das Testen bereits vor zwei Wochen einen Anstieg der Nachfrage. Laut Georg Amstutz liege das an der Korrelation zwischen den Regeln des Bundes und asymptomatischen Tests, wenn sich jemand ohne Symptome testen lässt.

Zuvor sei die Anzahl Tests von asymptomatischen Personen höher gewesen. «Wer vor zwei Wochen in den Ausgang wollte, und nicht geimpft oder genesen war, musste sich testen lassen. Seit Montag muss man entweder geimpft oder genesen sein, nur der Test reicht nicht mehr aus», sagt Amstutz. Mittlerweile steigen aber die Fallzahlen und die Tests von Personen, die Symptome haben.

Markus Schmidli, stellvertretender Kantonsarzt von Appenzell Innerrhoden.

Markus Schmidli, stellvertretender Kantonsarzt von Appenzell Innerrhoden.

Bild: PD

Wegen dieser Umstände und der Tatsache, dass die Auslastung sowohl in den Test- als auch in den Impfzentren hoch ist, beschloss die Ausserrhoder Regierung, das Angebot zu erhöhen. «Wir konnten schnell reagieren. Wir haben genug Personal auf Abruf, um einer erhöhten Nachfrage nachzukommen», sagt Amstutz. Auch in Innerrhoden ist die Auslastung hoch, wie Markus Schmidli, stellvertretender Kantonsarzt, bestätigt:

«Das kantonale Testzentrum ist seit Wochen voll ausgelastet. Die Nachfrage nach Boosterimpfungen läuft lebhaft, wir werden aber nicht überrannt.»

Sollte es aber im neuen Jahr gleich weiterlaufen, so brauche man Unterstützung vom Zivilschutz oder der Armee, sagt Schmidli.

In Ausserrhoden kommen im neuen Jahr wieder Walk-in-Impfungen aufs Programm. An allen Samstagen des Januars und Februars sind die Impfzentren für Walk-in-Impfungen geöffnet. Amstutz fügt an:

«Die Erfahrung zeigt, dass es hier zu Wartezeiten kommen kann. Wer nicht warten will, soll sich anmelden.»

Impfstoff für Kinder ab Januar

Anfang Januar kommt, gemäss BAG, ein Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Wer in Appenzell Ausserrhoden lebt und sein Kind impfen lassen möchte, der kann das ab dem 5. Januar tun. In Innerrhoden beginnt die Impfung für Kinder ab dem 6. Januar. Man solle sich laut Regierung von einem Kinderarzt beraten lassen. Die Impf- und Testzentren bieten keine Beratung an. Für Ausserrhoden bestätigt das Georg Amstutz. Für Kinder, die an chronischen Krankheiten leiden oder gefährdete Familienangehörige haben, wird die Impfung empfohlen. Die Anmeldung in Ausserrhoden erfolgt über die Website covid19.impf-check.ch. In Innerrhoden werden Kinder wie gehabt von Hausärzten oder Kinderärzten geimpft.

Tests und Impfungen weiterhin angeboten

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden betreibt Impfzentren in Heiden und Herisau. Für die Impfungen gilt Anmeldepflicht via Website oder Telefonnummer 071 353 67 97. Auch in Arztpraxen werde weiterhin geimpft, steht in der Medienmitteilung des Kantons vom 22. Dezember. Wer sich testen lassen will, der tut dies in Herisau, Heiden oder Teufen. Die Testzentren sind nur an den Sonntagen, 26. Dezember und 2. Januar, geschlossen. Für alle, die Fragen haben, steht die Ausserrhoder Hotline auch über die Festtage zur Verfügung. An Heiligabend und am 31. Dezember wird die Hotline nur bis 16 Uhr betrieben. Ansonsten gelten die bekannten Öffnungszeiten.

Wer in Innerrhoden wohnt, der kann sich in Appenzell testen oder impfen lassen. Wer in Oberegg wohnt, kann das Impfzentrum Heiden nutzen. Wie Markus Schmidli bestätigt, machen der Kanton Appenzell Innerrhoden vom 27. bis zum 31. Dezember zudem eine Boosterwoche. Es werden in dieser Woche ungefähr 1000 Termine zusätzlich angeboten. Auch das Innerrhoder Testzentrum bleibt über die Feiertage geöffnet. Es ist von Montag bis Freitag offen, am Samstag und Sonntag bleibt es geschlossen. Ein Test ist nur nach telefonischer Voranmeldung über die Covid-19-Hotline unter 071 788 99 66 (Ziffer 2) möglich. Die Hotline ist am 24. Dezember sowie vom 27. Dezember bis und mit 31. Dezember 2021 nur vormittags von 8 bis 11.30 Uhr bedient und nachmittags nicht erreichbar.