Coronapandemie
«Wir wollen verhindern, dass es zu Menschenansammlungen kommt»: Warum auswärtige Gäste dem Silvesterchlausen fernbleiben müssen

Im vergangenen Jahr war das Silvesterchlausen wegen der Coronapandemie untersagt. Diesmal gibt es kein Verbot. Der Ausserrhoder Regierungsrat weist aber eindringlich auf die aktuellen Regeln hin. Auswärtige Gäste müssen gänzlich fernbleiben.

Jesko Calderara
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Ein Rollenweib unterwegs im Appenzeller Hinterland.

Ein Rollenweib unterwegs im Appenzeller Hinterland.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

In knapp zehn Tagen steht in Appenzeller Ausserrhoden das Silvesterchlausen an. Der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte und beliebte Anlass wird zum Jahreswechsel 2021/2022 aufgrund der Coronapandemie und der geltenden Vorschriften erneut anders sein. Die einzelnen Schuppel werden unterwegs sein können – das auswärtige Publikum und die Touristinnen und Touristen müssen jedoch gänzlich fernbleiben. Der Regierungsrat kommt damit einem Wunsch der Gemeindepräsidienkonferenz nach. «Wir wollen verhindern, dass es zu Menschenansammlungen kommt», sagt Landammann Dölf Biasotto.

Normalerweise reisen viele auswärtige Gäste und Cars voller Gruppen ans Silvesterchlausen in die Region, wobei Appenzellerland Tourismus AR entsprechende Arrangements anbietet. Diese Werbung werde per sofort eingestellt, sagt Biasotto. Nicht zuletzt deshalb zeigt er sich zuversichtlich, dass der Appell fruchten und das auswärtige Publikum fernbleiben wird. Die Behörden werden die Umsetzung der Regeln vor Ort punktuell kontrollieren. Weil das Chlausen keine Veranstaltung gemäss Covid-Gesetz ist, gibt es grundsätzlich keine Personenbeschränkungen im öffentlichen Raum. Trotzdem betont Biasotto:

«Nur wenn sich die Schuppel an die geltenden Vorschriften halten und die üblicherweise zahlreichen Gäste ausbleiben, kann das Brauchtum ohne Folgen gelebt werden.»

Zusätzliche Testmöglichkeiten für Chläuse

Keine Änderungen gibt es bei den Restaurants und Besenbeizen, welche jeweils speziell am Neuen und Alten Silvester geführt werden. Dort gilt für die Chläuse und die Gäste die 2G-Regel respektive die 2G-plus-Regel. Sprich: Nur Geimpfte oder Genesene erhalten Zutritt. Abgesehen davon wird nebst den bereits bekannten Impfmöglichkeiten und Teststationen in Herisau, Heiden und Teufen am 30. Dezember und am 12. Januar 2022 eine zusätzliche Teststation für Silvesterchläuse in Urnäsch, Schulanlage, Unterdorfstrasse 36, von 15 bis 20 Uhr eingerichtet. Die Öffnungszeiten der bekannten Testzentren und weitere Informationen sind unter www.ar.ch/corona abrufbar.

Die Regierung beobachtet gemäss Biasotto die epidemische Lage laufend und wird in der Altjahrswoche nochmals einen Austausch zum Thema durchführen. Das Chlausen an sich sei jedoch nicht in Gefahr. Einzig bei den Restaurants könnte es allenfalls noch Einschränkungen geben. Der Regierungsrat hofft nun, dass die tiefverwurzelte Tradition zum übernächsten Jahreswechsel 2022/2023 im üblichen Rahmen durchgeführt werden kann. «Wir freuen uns bereits heute, in einem Jahr die auswärtigen Besucherinnen und Besucher wieder im Kanton begrüssen zu dürfen, und rufen im Interesse aller auf, auf einen Besuch der kommenden Silvestertradition zu verzichten», sagt der Landammann.