Bütschwiler Kirchbürger geben grünes Licht

An der Versammlung der Katholischen Kirchgemeinde Bütschwil wurde das Wort nicht ergriffen. Ohne Gegenstimme wurde dem Kirchenverwaltungsrat der Auftrag erteilt, Gespräche bezüglich einer möglichen Vereinigung mit der Kirchgemeinde Ganterschwil aufzunehmen.

Beatrice Bollhalder
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BÜTSCHWIL. Kirchenverwaltungsrat René Bächler konnte eine stattliche Anzahl Bütschwiler Kirchbürger zur jährlichen Versammlung begrüssen. Eine wichtige Aufgabe des Rates besteht für ihn darin, die ihm anvertrauten Liegenschaften sowie die zahlreichen Wegkreuze zu unterhalten. Jenes in der Langensteig wird im Frühling deshalb in neuem Glanz erstrahlen. Dem Amtsbericht ist ausserdem zu entnehmen, dass der Blitz nach der Renovation bereits zum zweitenmal in den Turm der Pfarrkirche eingeschlagen hat. Der Schaden wurde aber von der Versicherung übernommen. Eine durchgeführte Abklärung hat zu keiner Lösung des Problems geführt. In personeller Hinsicht hat sich nach dem Wegzug von Diakon Marcus Schatton – er war 13 Jahre lang im Pastoralteam tätig – eine neue Chance für Diakon Alex Schmid ergeben. Kaplan Marjan Marku wurde im gleichen Zug zum Pfarreibeauftragten von Mosnang entsandt. Priska Dosch-Breitenmoser hat eine Teilzeitstelle von 20 Prozent im Pfarreisekretariat angetreten, damit ging der Wunsch von Evelyne Bischof nach einer Reduktion ihres Arbeitspensums in Erfüllung.

Höhere Einnahmen

Die Jahresrechnung schloss mit einem Ertragsüberschuss von gut 15 000 Franken ab. Der Betrag wird in die Reserven für zukünftige Ausgabenüberschüsse gelegt. Budgetiert war fürs vergangene Jahr ein Aufwandüberschuss von gut 72 000 Franken. Mehreinnahmen bei den Steuern sind neben tieferen Ausgaben für den positiven Abschluss verantwortlich. Beispielsweise fielen die Kosten für die Erstkommunion und die Firmung im vergangenen Jahr tiefer aus als budgetiert. Da das Pastoralteam in der ganzen Seelsorgeeinheit – dazu gehören die Katholischen Kirchgemeinden Bütschwil, Ganterschwil, Libingen, Lütisburg, Mosnang und Mühlrüti – Religionsunterricht erteilt, werden die Kosten jeweils via Lohnausgleichszahlungen abgegolten. Auch die Aufwände für Gottesdienste und Liturgie werden mit einem Verteilschlüssel abgerechnet. Jede Pfarrei wird mit einem Sockelbeitrag und einem Beitrag nach Anzahl Katholiken belastet. Dank der höheren Steuereinnahmen konnten die Abschreibungen in den Konten Kirchenrenovation, Schutzengelkapelle und Pfarrhaus erhöht werden.

Im Budget 2014 wird mit Steuereinnahmen von 880 000 Franken gerechnet. 17 000 Franken werden für neue Hard- und Software für das Lohn- und Buchhaltungssystem vorgesehen. Das bisherige Programm ist bereits zehn Jahre alt.

Ein weiterer Ausgabenposten betrifft die Anschaffung einer neuen Akustik-Übertragungsanlage von Friedhof und Kirche. Diese ist nötig, da die Menschen, die sich bereits in der Kirche befinden, nicht hören können, was bei einer Beerdigung auf dem Friedhof gesprochen wird. Das Budget 2014 rechnet mit Mehrausgaben von gut 112 000 Franken. Die Bürgerschaft stimmte sowohl der Rechnung 2013 als auch dem Budget 2014 ohne Wortmeldungen zu.

Vereinigung wird möglich

Die Kirchenverwaltungen von Bütschwil, Ganterschwil und Lütisburg haben die Idee eines Zusammenschlusses ihrer Kirchgemeinden im Frühling 2013 erstmals beraten. Lütisburg konnte sich aber schliesslich doch nicht dafür begeistern. Bütschwil und Ganterschwil sind nach wie vor von dieser Idee überzeugt. René Bächler betont, dass es dabei lediglich um die Zusammenführung der beiden Verwaltungen gehe und dabei das Pfarreileben und die Pfarreien als solche nicht tangiere. Am Donnerstagabend ging es darum, dass die Kirchbürger der Verwaltung den Auftrag erteilen, weitere Abklärungen zum Thema Vereinigung machen zu dürfen. Wenn die Kirchbürger der beiden Pfarreien diesem Begehren zustimmen, findet im September ein Diskussions- und Informationsabend statt. Im November würde dann darüber an der Urne abgestimmt. In einem Jahr könnte zu einer konstituierenden Bürgerversammlung geladen werden, bei der die neue Gemeindeordnung genehmigt werden müsste. Im September des kommenden Jahres könnten dann die Gesamterneuerungswahlen der neuen Verwaltung Bütschwil-Ganterschwil angesetzt werden, und auf den 1. Januar 2016 könnte die neue Kirchgemeinde in Kraft treten. In Bütschwil gaben die Kirchbürger dem Verwaltungsrat grünes Licht für weitere Abklärungen.