BRUNNADERN/SCHÖNENGRUND: Ein Generationentreffen

Das 14. Oldtimer-Treffen Neckertal-Brunnadern findet am Samstag, 17. September, statt. 200 bis 300 Raritäten der Marken Hürlimann, Bührer, Köpfli oder Meile dürfen bestaunt werden. Mit dabei ist auch Toni Jöhl aus Schönengrund.

Cecilia Hess-Lombriser
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Rund 30 Traktoren sind durch Toni Jöhls Hände gegangen; etwa zwei Drittel davon hat er eigenhändig restauriert. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Rund 30 Traktoren sind durch Toni Jöhls Hände gegangen; etwa zwei Drittel davon hat er eigenhändig restauriert. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

BRUNNADERN/SCHÖNENGRUND. Einachser, Transporter, Kleinmaschinen und Traktoren – das Brummen, Dröhnen oder Rattern der Maschinen wird Programm sein am 14. Oldtimer-Treffen in Schönengrund. Die Neckertaler Traktorenfreunde organisieren das Oldtimer-Treffen zusammen mit dem Verein Freunde alter Landmaschinen Sektion Ostschweiz (Falso); allen voran Walter Betschart und Ruedi Funk. «Das Treffen hat klein angefangen und ist immer grösser geworden», sagt August Sidler, Präsident des Vereins Falso.

Er freut sich genauso auf den Anlass wie der 72jährige Toni Jöhl aus Schönengrund, der bis zu seinem 13. Lebensjahr im Bendel, Ebnat-Kappel, aufgewachsen ist, dann nach Wattwil zog, um schliesslich bis zu seiner Pensionierung den Bauernhof auf dem Waffenplatz Neuchlen-Anschwilen zu bewirtschaften. Der Hof ist ein Pachtbetrieb des Bundes. Seit seiner Pensionierung wohnen er und seine Frau Brigitte in Schönengrund.

Viele Raritäten

Alte Traktoren und Landmaschinen haben viele Anhänger. Alleine der «Falso» hat 730 Mitglieder. Ein Teil von ihnen wird mit Einachsern, Transportern, Kleinmaschinen und Traktoren nach Spreitenbach beim ehemaligen Restaurant Löwen in Brunnadern fahren. «200 bis 300 Raritäten werden zu sehen sein», verspricht August Sidler, der in Aadorf zu Hause ist. Diese werden dann zwischen 10 und 18 Uhr in Reihen aufgestellt sein, nachdem zuvor von überall her ein Rattern und Knattern zu hören gewesen ist. Die auf Hochglanz polierten Hürlimann, Bührer, Köpfli, Meile und Co. von Vereinsmitgliedern und anderen Besitzern und Liebhabern von alten Landmaschinen dürfen bestaunt werden. Ein paar Hundert Besucher werden erwartet. Ganze Familien werden nach Brunnadern pilgern. Je nach Wetter. Eine Festwirtschaft ist selbstverständlich. «Die Grossväter werden ihren Enkeln davon erzählen, wie schwierig es war, sich einen Traktor anzuschaffen, und wie die ersten funktionierten», weiss Sidler. Das ist eines der Ziele der Oldtimer-Treffen. Das Kulturgut Landmaschinentechnik soll lebendig erhalten und die Freude an der Mechanik weitergegeben werden.

Jöhls Augenweide

Seit seiner Kindheit hat Toni Jöhl Freude an Traktoren. «Als wir in unserer Kindheit irgendwo einen Motor hörten, liefen wir hin. Da gab es noch kaum Autos und auf einen Traktor musste man lange warten. Den ersten Traktor, den wir zu Hause hatten, kaufte ich, als ich erwachsen war», erinnert er sich. Die alte Landtechnik, die Oldies, die für ihn mindestens Jahrgang 1970 haben müssen, bezeichnet er als Augenweide. 1991 begann er sich für alte Traktoren zu interessieren. Er kaufte, restaurierte sie und verkaufte sie wieder oder er verkaufte sie, ohne etwas daran gemacht zu haben, weiter, weil viele Freude an der Restaurierung hatten. Heute sei das Interesse kleiner. Rund 30 Traktoren sind so durch seine Hände gegangen; etwa 2/3 davon hat er eigenhändig restauriert. Die eigenen Landmaschinen habe er schon vorher selber repariert. Schmied wäre für ihn auch noch ein Traumberuf gewesen, doch das Bauern habe ihm immer gefallen. Der Auslöser für seine Nebenbeschäftigung war sein Bruder Jakob gewesen, der schon vorher damit begonnen hatte. Es muss also in der Familie liegen.

Ende der Schweizer Produktion

Toni Jöhl ist Mitglied des Vereins Falso und er liest gerne die Schweizerische Verbandszeitschrift «Alte Landtechnik». Er weiss einiges über die Geschichte der Traktoren und warum die Produktion bis auf die Marke Rigitrac, die von Sepp Knüsel und seiner Rigitrac Traktorenbau AG in Küssnacht am Rigi produziert wird, gänzlich aus der Schweiz verschwunden ist. In der Schweiz seien die Traktoren ab 1929 eingesetzt worden. Damals waren es umgebaute Autos, die ein anderes Getriebe bekamen, damit sie langsamer fuhren. Bis 100 Marken habe es gegeben, weil fast jeder Dorfschmied diese willkommene Hilfe hergestellt habe. Bis 1957 habe der Bundesrat den Import von Traktoren kontingentiert und damit die einheimische Produktion gestützt. Nach der Liberalisierung sei das grosse Traktorensterben losgegangen. «1978 haben auch Hürlimann und Bührer aufhören müssen. Mit den höheren Kosten haben sie mit ausländischen Anbietern nicht mehr mithalten können», weiss Jöhl. Und Zusammenschlüsse seien kein Thema gewesen. Viele Firmen hätten finanzielle Schwierigkeiten gehabt und «Meile» beispielsweise habe deshalb verschiedene Motoren eingebaut.