BOB: Positive Zeichen dank Erfolgen

Beat Hefti und Alex Baumann werden nach dem letzten Weltcup ihre Zukunft besprechen. Die Erfolge an der EM und WM zeigen, dass die Olympischen Winterspiele 2018 für den Appenzeller-Express ein Ziel sein können.

Urs Huwyler
Drucken
Beat Hefti und Alex Baumann holten nach dem Sieg an der Europameisterschaft auch Bronze an den Weltmeisterschaften. (Bild: uhu)

Beat Hefti und Alex Baumann holten nach dem Sieg an der Europameisterschaft auch Bronze an den Weltmeisterschaften. (Bild: uhu)

BOB. Für den Olympia-Silber-Bob Hefti/Baumann geht Ende Februar mit den Weltcuprennen in Königssee ein Winter zu Ende, der sich ihnen wie eine Achterbahnfahrt präsentiert hat. Nach einem erfolgreichen Start ins Sommertraining musste Alex Baumann wegen schlimmer werdenden Rückenproblemen für die Rennen des vergangenen Jahres Forfait erklären. Beat Hefti erreichte in der Folge mit den selbst geförderten Nachwuchs-Anschiebern nicht die gewünschten Zeiten.

Bei der Abreise in Altenberg Ende November des vergangenen Jahres liess Alex Baumann aus Stein durchblicken, dass er am Ende der Saison möglicherweise zurücktreten werde. Er wolle es sich nicht antun, bis zu den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang mit Schmerzen zu trainieren und sich kaum bewegen zu können, sagte Baumann damals. Ausserdem wolle er nicht nur irgendwo um Rang zehn mitfahren. «Wer hätte vor einigen Wochen schon gedacht, dass wir jetzt als Europameister hier stehen», sagt Baumann, der nach dem EM-Sieg auch die Bronzemedaille an der WM in Igls holte.

Standortbestimmung

Im kommenden Frühling wollen Hefti und Baumann Gespräche über die Zukunft führen. «Der Rücken hat der Belastung nach der Behandlung standgehalten und wir können weiterhin an der Spitze mitmischen», sagt Alex Baumann. «Dies sind zwei wichtige Erkenntnisse. Aber aus den Emotionen heraus möchte ich mich nicht entscheiden.» Nach den Olympischen Spielen in Sotschi hat Baumann betont, er werde zwei Jahre weitermachen und dann eine Standortbestimmung vornehmen. «Wir haben nun eine Olympia- und WM-Medaille. Ausserdem haben wir den Weltcup gewonnen. Daraus ergeben sich die weiteren Ziele.»

Nach der ersten kleinen Enttäuschung über den greifbar nahen, aber doch verpassten WM-Titel in Igls stellte sich die Freude über die gewonnene Bronzemedaille ein. «Realistisch gesehen holten wir das Maximum heraus. Dies haben wir sicher auch der sehr guten teaminternen Stimmung zu verdanken. Wir hätten aber wohl noch zwei Wochen gebraucht, um ganz in Bestform zu sein», sagt Baumann und lobt seinen Steuermann. «Es war beeindruckend, mit welcher Konstanz Beat in St. Moritz und Innsbruck einen Lauf nach dem andern durchgezogen hat.»

Saisonplanung

Der St. Galler HSG-Student Sandro Ferrari wird künftig, neben einem weiteren Nachwuchsathleten, zum Team gehören und Alex Baumann entlasten. Ein Vierer-Projekt hätte Chancen, mit dem grossen Schlitten auf dem Niveau von Rico Peter zu fahren. Mit dem Zweier wurde Peter Zehnter an der WM in Igls. Vor ihm klassierten sich der Engländer Tasker (4.) und Österreichs Maier (9.). Der Engländer Tasker fuhr einen Citius-Bob von Swiss Sliding (Entwicklung ETH Zürich) und Maier jenen des Schweizer Vierer-Piloten Pius «Billi» Meyerhans. «Dazu äussere ich mich nicht», hielt sich Beat Hefti diplomatisch zurück.

Für den Schwellbrunner wird es in den kommenden Wochen ebenfalls einiges zu überlegen geben. Beispielsweise, wie künftig die Planung aussehen soll. Vor einem Jahr bestritten die Appenzeller die gesamte Saison – und bauten gegen Ende ab. Nun schien es der Konkurrenz so zu ergehen. Auf dem Podest in Innsbruck standen mit den Junioren-Weltmeistern Lochner/Bluhm und den Schweizern Hefti/Baumann zwei Teams, die sich auf den Europacup konzentriert hatten. Die Weltmeister Friedrich/Margis mussten vor der WM verletzungsbedingt eine Pause einschalten. Dies sind Punkte, die berücksichtigt werden. Klar ist, Beat Hefti wird bis 2018 weiterfahren. Die getätigten Material-Investitionen sind darauf ausgerichtet und haben sich mit dem EM-Titel und WM-Bronze ausgezahlt. Klar ist auch, die Konkurrenz wird im Hinblick auf Olympia nicht kleiner. Die von den Herisauern Hansueli und Fabio Schiess betreuten Südkoreaner werden für die olympischen Heimspiele weiter aufrüsten. In St. Moritz und Innsbruck ging der Prestige-Sieg an Hefti/Baumann. Ihr ehemaliger Mechaniker hatte schon vor Wochen prophezeit: «Wenn beide gesund sind, werden sie vor uns auf dem Podest stehen.»