Freizeitsport
Mountainbiken auf gelenkten Routen am St.Anton

Im Gebiet St. Anton sind zwei Hauptroutennetze für Mountainbike-Begeisterte entstanden. Dafür wurden bestehende Wanderwege angepasst.

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Die Routen sind nun naturschonender.

Die Routen sind nun naturschonender.

Bild: PD

Im Gebiet St.Anton hat der Verein MTB Rheintal in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Oberegg zwei Mountainbike-Hauptrouten erstellt. Von Altstätten kommend geht die erste Route bei der Kapelle über einen natürlich belassenen Wanderweg hinunter ins Rheintal. Die zweite Route führt ebenfalls von Altstätten kommend beim Skilift St.Anton über den Gratweg in Richtung Naturfreundehaus und über die Fegg via Lüchingen nach Altstätten.

Kleine Anpassung – grosse Wirkung

Für diese Routen mussten Weganpassungen vorgenommen werden. Zuvor wurde die Wiese unterhalb der Kapelle in Mitleidenschaft gezogen. Durch das wilde Befahren der Strecke ergaben sich mehrere Schneisen, deshalb wurde der Weg verlegt. Mit Altholz und Baumstämmen wurde der Weg stabilisiert, er ist auch zum Wandern nutzbar.

Dem Verein standen Architekten, Tiefbauer und ein Trailbauer zur Seite. Für die Umsetzung leisteten 15 Vereinsmitglieder in 120 bis 130 Arbeitsstunden einen Frondienst. Der Bezirk Oberegg steuerte Schotter für die Sickerleitungen sowie Pfähle und Latten für die Signalisation bei. Die gesamten Kosten von 3000 Franken hat Oberegg übernommen, den er als Fördermittel vom Kanton Appenzell Innerrhoden erhalten hat.

Seit dem Frühling sind diese Routen in Betrieb, die Rückmeldungen der Bikerinnen und Biker sind durchwegs positiv. Und auch Landwirt Johann Sonderegger freut sich darüber, dass sich seine Wiese erholt hat.

Die Mountainbikerinnen und -biker stellen längst keine Randgruppe mehr dar: Von ihnen gibt es in der Schweiz gleichviel wie Fussballspielerinnen und -spieler. Die Pandemie hat dem Biken weiter Aufschub verliehen, dasselbe gilt für das Aufkommen der E-Bikes. Deshalb war es für den Verein MTB Rheintal an der Zeit, sinnvolle Hauptroutennetze zu erstellen. Dabei ging und geht es darum, Bikerinnen und Biker auf taugliche Strecken zu lenken, sodass möglichst keine Konflikte mit Wandernden entstehen.

470 von 3500 Bikern und Bikerinnen sind Mitglied

Im Februar 2020 lud Benno Stadler vom Verein Lebensraum Rheintal zu einer Podiumsdiskussion ein. Verschiedene Interessengruppen waren anwesend, unter anderem auch Vertreter der Biker sowie der Kantonspolizei St.Gallen. Man suchte nach Lösungen, denn die Haltung gegenüber dem Mountainbike war: Es wird als Störung wahrgenommen, aber nicht eine, die man verbannen, sondern an der Hand nehmen und lenken will.

Diesen Goodwill nutzten Jürg Buschor und Alex Gamper, um 2020 den Verein MTB Rheintal zu gründen. Sie vertreten die Interessen der Mountainbikerinnen und -biker, setzen sich für die Infrastruktur ein und pflegen die Kommunikation mit Naturschutzgruppen, Wildhut und Grundbesitzern.

Der Verein MTB Rheintal zählt 470 Mitglieder. In der Region Rheintal und Vorderland gibt es etwa 3000 bis 3500 Bikerinnen und Biker (pd)