Bezirksrat demonstriert Einigkeit

Der Bezirksrat von Schlatt-Haslen steht hinter der Initiative zur politischen Neustrukturierung in Innerrhoden. Andere Interpretationen eines Schreibens weist er zurück. Ebenso das Gerücht, in Schlatt-Haslen führe der stillstehende Hauptmann.

Roger Fuchs
Drucken
Sepp Neff, regierender Hauptmann im Innerrhoder Bezirk Schlatt-Haslen, und Guido Brülisauer, stillstehender Hauptmann, sprechen von «sehr guter» Stimmung im Bezirksrat. (Bild: rf)

Sepp Neff, regierender Hauptmann im Innerrhoder Bezirk Schlatt-Haslen, und Guido Brülisauer, stillstehender Hauptmann, sprechen von «sehr guter» Stimmung im Bezirksrat. (Bild: rf)

SCHLATT-HASLEN. In einer vor wenigen Tagen vom Bezirksrat Schlatt-Haslen unterzeichneten Stellungnahme war unter anderem zu lesen, «dass es nicht Aufgabe des Bezirksrates sein kann, die politischen Strukturen des Kantons zu verändern». Dies warf Fragen auf. Jetzt versichern Hauptmann Sepp Neff und der stillstehende Hauptmann Guido Brülisauer: Die Interpretation, dass der Bezirksrat nicht mehr hinter der von ihrem Bezirksbürger Rolf Inauen eingereichten Initiative zur Auflösung der Bezirke im Inneren Land stehe, sei falsch. «Wir unterstützen die Initiative voll und ganz», so Sepp Neff. Aus Sicht des Bezirksrats bestehe derzeit jedoch kein Handlungsbedarf, weil die Initiative nun im Grossen Rat sei. Wenn im Herbst der Bericht zu den Auswirkungen der Initiative vorliege, werde auch der Bezirksrat Schlatt-Haslen diesen analysieren. Sepp Neff und Guido Brülisauer haben nicht den Eindruck, dass mit der erwähnten Stellungnahme, die auch im Bezirksblatt nachzulesen ist, andere Signale ausgesendet worden sind. Aussagen, wonach Guido Brülisauer einmal gesagt haben soll, die Initiative sei unnötig, weist dieser vehement zurück: «Mit dem jetzt laufenden Prozedere bin ich komplett einverstanden.»

Erinnerung an schwierige Phase

Was die freiwillige Fusion mit anderen Bezirken auf der Basis des Fusionsgesetzes betrifft, so macht solches gemäss dem Bezirksrat keinen Sinn, solange die Initiative am Laufen ist. Die Stimmung im Ratsgremium von Schlatt-Haslen wird von beiden als «sehr gut» bezeichnet. Und die ebenfalls anwesende Bezirksrätin Regula Wild fügt an, sie wäre wohl nicht im Bezirksrat, wenn sie nicht offen und ehrlich sagen dürfte, was sie denke.

So gut derzeit gemäss Neff, Brülisauer und Wild alles im Bezirk Schlatt-Haslen funktioniert, die drei bestätigen die Aussage, dass im Vorfeld der letztjährigen Bezirksgemeinde durchaus «Krisenstimmung» geherrscht habe. Guido Brülisauer erinnert an die schwierige Suche nach Bezirksratsmitgliedern und die Tatsache, dass an der Bezirksgemeinde eine kranke Person in Abwesenheit und unter Amtszwang gewählt wurde. «Doch der Bezirksrat hat danach bewiesen, dass er fähig ist, konstruktive Lösungen zu finden», so Brülisauer.

Sepp Neff wie auch Guido Brülisauer versichern, dass der Bezirksrat von Schlatt-Haslen dem Bericht der Standeskommission, der nun zu Rolf Inauens Initiative erstellt wird, offen begegne. «Kommt man zur Überzeugung, dass die Bezirke aufzulösen sind, klemmt sich der aktuelle Bezirksrat von Schlatt-Haslen dahinter», so Neff. Wolle hingegen das Innerrhoder Volk die Zweistufigkeit behalten, sagt Brülisauer, so werde man sich auch zur Attraktivität der Ämter Gedanken machen müssen. Konkret nennt er in diesem Zusammenhang eine mögliche Ausbildung für Bezirksratsmitglieder und Unterstützungsangebote.

Wer führt in Schlatt-Haslen?

Während der letzten Tage kam des Weiteren die Frage auf, wer denn eigentlich den Innerrhoder Bezirk Schlatt-Haslen führe. Böse Zungen behaupten, es sei der stillstehende Hauptmann. «Da habe ich eine andere Meinung», so Sepp Neff. Und Guido Brülisauer sagt: «Ich habe Sepp Neff bei seiner Wahl meine Unterstützung zugesichert. Ich bin pensioniert und kann deshalb sicher viel Arbeit übernehmen. Aber ich kann nicht eigenmächtig handeln.»

Und als Ergänzung fügen sie an, der Bezirk werde vom Bezirksrat geführt. Chef dieses Gremiums sei der regierende Hauptmann.