Bäuerinnensonntag geniessen

Etwa 200 Bäuerinnen und Landfrauen sowie 50 Frauen vom Gastgeberverein genossen am Mittwoch ihren «Bäuerinnensonntag» im Thurpark. Das Tagungsmotto «d Würzi vom Lebä» fand Anklang. Neben den sieben Heiterswiler Zwergen trat auch der Bäuerinnenchor Heiterswil auf.

Adi Lippuner
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WATTWIL. Einmal im Jahr, und zwar immer im Frühling, bevor die Arbeiten auf den Wiesen und Weiden beginnen, treffen sich die Bäuerinnen und Landfrauen zu ihrer Bäuerinnentagung. Jeweils ein Verein aus dem Einzugsgebiet organisiert den Nachmittag, bei dem Spass, Unterhaltung, Geselligkeit, Musik, aber auch besinnliche Töne Platz haben. Dieses Jahr waren die Bäuerinnen von Wattwil-Heiterswil mit ihrer Präsidentin Silvia Alder die Gastgeberinnen. Auf der Suche nach der Würze des Lebens gab es einiges zum Lachen, aber auch zum Nachdenken. Dafür sorgte auch Pfarrer Ueli Friedinger, der bis letzten Sommer in Oberhelfenschwil tätig war und jetzt in Thurdorf bei Frauenfeld lebt.

Sketche und Referat

Eines vorweg: Ein Patentrezept, um die Würze des Lebens zu finden, gibt es nicht. Zu diesem Schluss kamen sowohl die Bäuerinnen, welche mit verschiedenen Sketches und Erzählungen aus ihrem Leben brillierten, als auch der Referent Ueli Friedinger. Für ihn ist klar: «Die Kurzformel für ein würziges Leben heisst schlicht und einfach: <Werde Bäuerin>.» Denn nur in diesem Beruf werde so vieles vereint, gebe es so viel Abwechslung, Strukturen, aber auch die Möglichkeit, sich Freiräume zu schaffen.

Vroni Bösch, Luzia Bleiker, Käthi Alder und Elsbeth Looser zeigten auf, dass sie auf ganz verschiedene Art nach der Würze des Lebens suchen. Die eine in einer Form von Selbstverwirklichung und Aktivismus, die andere beim Versuch, aus der zu grossen Harmonie, welche daheim herrscht, auszubrechen, die dritte, indem sie ihren Beziehungs- und Gefühlsdschungel zu ordnen versucht und die vierte in der Runde fragt sich: «War's das nun – gesunde Kinder, eine intakte Beziehung, ein schönes Daheim? Manchmal fehlt mir einfach das gewisse Etwas.»

Im Laufe des Nachmittags kristallisierte sich ein Weg heraus, der zur Würze des Lebens führen könnte. «Einzigartig und unverwechselbar sein, den Mut haben, etwas zu wagen und schauen, was dann passiert, wäre eine Möglichkeit», so der Referent. «Würze sei aber nie ein Solopart, sondern ein Gemeinschaftserlebnis. «Nur wer sich in seinem Umfeld geborgen fühlt, hat in der Regel den Mut, etwas Besonderes zu wagen. Das Echo und die Reaktionen darauf werden nicht ausbleiben.»

Unverwechselbar sein

Unverwechselbar und mutig zeigten sich auch die sieben Heiterswiler Zwerge. Ihr Auftritt wurde vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen. Das gleiche gilt für den Bäuerinnenchor Heiterswil unter der Leitung von Hedi Schneider und die Kindergärtler und Primarschüler vom Schulhaus Krummbach. Mit ihrer erfrischenden Art stimmte der Nachwuchs die Frauen auf den gemütlichen Nachmittag ein. Auch einige musikalische Leckerbissen, gespielt auf dem Hackbrett, dem Akkordeon und dem Schwyzerörgeli, standen auf dem Programm. Die offiziellen Grussworte der Gemeinde wurden von Gemeinderätin Marlies Porchet überbracht und Vreni Senn, Mühlrüti, informierte über Aktuelles aus dem kantonalen Bäuerinnenverband.