Ausserrhoden wird gewinnen

AUSSERRHODEN. Welche Auswirkungen die Unternehmenssteuerreform III auf Appenzell Ausserrhoden hat, erklärt Finanzdirektor Köbi Frei zusammengefasst so: «Praktisch keine, wir werden im Gegenteil zu den Gewinnern zählen.» Zum einen gibt es im Kanton nur sehr wenige Firmen mit Sonderstatus.

Monika Egli
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AUSSERRHODEN. Welche Auswirkungen die Unternehmenssteuerreform III auf Appenzell Ausserrhoden hat, erklärt Finanzdirektor Köbi Frei zusammengefasst so: «Praktisch keine, wir werden im Gegenteil zu den Gewinnern zählen.» Zum einen gibt es im Kanton nur sehr wenige Firmen mit Sonderstatus. «Wir haben nie auf diese Karte gesetzt.» Zum andern hat der Kanton die USR III praktisch vorweggenommen, als er 2008 den Steuersatz für Unternehmensgewinne halbierte und auf 6 Prozent senkte. Zusammen mit den Bundes- und Gemeindesteuern zahlt ein Ausserrhoder Unternehmen heute 13,04 Prozent Steuern auf Unternehmensgewinn. Ausserrhoden zählt damit zu den drei günstigsten Kantonen.

Die meisten reduzieren

Die Steuerbelastung in den meisten andern Kantonen ist erklecklich höher. Wie die NZZ kürzlich veröffentlicht hat, beträgt sie zum Beispiel in Basel-Stadt 22,18 Prozent, in Genf 24,16 Prozent. Einige Kantone haben bereits geäussert, um wie viel sie ihre Steuersätze für Unternehmensgewinne reduzieren wollen, andere, zum Beispiel Zürich, halten sich noch zurück. Basel-Stadt will von 22,18 Prozent auf 13 bis 16 Prozent senken, Genf von 24,16 auf 13, viele peilen zwischen 12 und 16 Prozent an. Damit würde Ausserrhoden dann aber nicht mehr zu den steuergünstigsten Kantonen zählen, sondern sich bestenfalls im vorderen Drittel einreihen.

Spielraum für Ausserrhoden

Wird Köbi Frei vorschlagen, den Steuersatz für Unternehmensgewinne nochmals zu senken? Er deckt die Karten noch nicht auf, sagt aber: «Die rund vier Millionen Franken, die wir zusätzlich als Anteil an der Direkten Bundessteuer erhalten würden, gäben uns etwas Spielraum. Beispielsweise könnten wir damit die zinsbereinigte Gewinnsteuer einführen, für die Ausserrhoden durchaus Sympathien hegt.» Denn, wie im Text erklärt, können heute nur die Zinsen auf Fremdkapital von den Steuern abgezogen werden, auf Aktien- und Eigenkapital jedoch ist dies nicht möglich. Würde die zinsbereinigte Gewinnsteuer eingeführt, wäre dies ein Extra-Anreiz für Unternehmen, ihren Sitz hierher zu verlegen. Und die Teilbesteuerung der Dividenden? «Hier liegen wir bereits bei den geforderten 60 Prozent.» (eg)