Aus arm wird ziemlich reich

Die finanzielle Situation von Wald hat sich stark verbessert. Nicht nur sind die Steuereinnahmen erklecklich ausgefallen, aus der einstigen grossen Verschuldung wurde gar ein Nettovermögen.

Monika Egli
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Der gute Rechnungsabschluss und das momentan auf Eis liegende Projekt zum geplanten Dorfzentrum trugen zu regen Diskussionen bei. (Bild: eg)

Der gute Rechnungsabschluss und das momentan auf Eis liegende Projekt zum geplanten Dorfzentrum trugen zu regen Diskussionen bei. (Bild: eg)

WALD. Lobende Worte an die eigene, bissige Bemerkungen an die Adresse des Kantons: Der einstige Kämpfer gegen das Finanzhaushaltsgesetz, Walds Gemeindepräsident Jakob Egli, konnte sich an der Orientierungsversammlung am Freitag weder das eine noch das andere verkneifen. Allerdings lobte er sich und seine Gemeinderatskollegen nicht ohne Grund. Die finanzielle Situation von Wald kann sich sehen lassen.

Wald hat keinen «Ramsch» mehr

Einige Eckdaten: Die Steuereinnahmen sind wiederum höher ausgefallen als budgetiert, gegenüber 2011 sind sie gar um gut 300 000 auf über 2,4 Millionen Franken angewachsen. Dabei, sagte Egli, lägen die Einnahmen von juristischen Personen nur gerade bei 20 000 bis 30 000 Franken, es sei also eine breite Basis vorhanden. Die Passivzinsen haben sich gegenüber dem Jahr 2007 (noch gut 60 000 Franken) auf knapp 8000 Franken verringert. Ende 2013 waren keine kurzfristigen Schulden vorhanden, die einzigen langfristigen Schulden in der Höhe von 80 000 Franken müssen nicht verzinst werden. Verpflichtungen bestehen im weiteren nur noch bei den Spezialfinanzierungen. Das frei verfügbare Eigenkapital lag Ende letzten Jahres bei 466 000 Franken, und die Nettoverschuldung hat sich innert vier Jahren von 850 000 Franken in ein Nettovermögen von mehr als 800 000 Franken verwandelt. Nach Abschreibungen von 640 000 Franken habe Wald keinen «Ramsch» mehr, wie Jakob Egli es ausdrückte. Damit ist gemeint, dass das Verwaltungsvermögen (Altersheim, Schulhaus, Kirche und Ähnliches), das sich im Gegensatz zum Finanzvermögen nicht zu Geld machen lässt, auf Null abgeschrieben ist. Jakob Egli sagte aber auch, man solle sich am guten Ergebnis freuen, aber nur verhalten. Denn wenn die Steuerkraft dermassen steige, wirke sich das auf den Finanzausgleich aus – Wald wird weniger erhalten, «was richtig und gerecht ist».

«Zu tief budgetiert»

Aus der Versammlung wurde der Vorwurf laut, es sei viel zu tief budgetiert worden, nicht nur für das Jahr 2013, sondern auch für das laufende Jahr. Das widerspreche dem Prinzip von Treu und Wahrheit. Egli wehrte sich vor allem mit dem Hinweis auf die Spezialsteuern, die sehr schwierig abzuschätzen seien, dann aber auch damit, dass der Steuerertrag einer kleinen Gemeinde sehr volatil sei, dass also der Wegzug weniger guter Steuerzahler grossen Einfluss auf das Ergebnis habe.

Zwei Wahlvorschläge für GPK

Urs Fässler und Thomas Blatter haben den Rücktritt aus der Geschäftsprüfungskommission gegeben. Vom dritten Mitglied, Marc Rittmeyer, wurde bereits angekündigt, dass er in einem Jahr ebenfalls demissionieren wolle. Aus der Versammlung wurden als neue Mitglieder Cornelia Walser und Beat Bouquet vorgeschlagen. Es wurde auch über das Präsidium gesprochen, und man verblieb so, dass Marc Rittmeyer dieses für noch ein Jahr übernehmen werde.