August rettet Badisaison

Unbeständiges Wetter und regnerische Wochenenden: Der Sommer zeigte sich zum Saisonstart nicht von seiner besten Seite. Die Badis ziehen eine überraschende Bilanz.

Alessia Pagani
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Die neuen Rutschbahnen in der Badi Herisau ziehen viele Kinder und Jugendliche an. (Bild: Karin Erni)

Die neuen Rutschbahnen in der Badi Herisau ziehen viele Kinder und Jugendliche an. (Bild: Karin Erni)

APPENZELLERLAND. Am Sonntag schliessen die letzten Badis im Appenzellerland ihre Tore – die Saison geht zu Ende. Wie das Wetter ist auch die Bilanz durchzogen. Vor allem die Vorsaison machte den Betreibern zu schaffen. «Wir hatten kaum zwei Tage hintereinander schönes Wetter und darum nicht so viele Besucher wie in den Vorjahren», sagt Heidens Badmeister Ueli Frigg. Und Sepp Brunner, Betriebsleiter in Waldstatt, sagt: «Uns haben die schönen Wochenenden gefehlt.»

An die Vorjahreszahlen herangekommen ist keine der Appenzeller Badis: Der vergangene Sommer sei schlicht sensationell gewesen und sei daher keine Referenz. Teufen beispielsweise verzeichnete 2015 37 000 Besucher und damit mehr als doppelt so viele wie 2014. Heuer sind es 27 000. «Viele Leute haben sich kurzfristig entschlossen, in die Ferien zu fahren. Diese fehlten uns», sagt Albert Müller, Leiter Freizeitbad Teufen.

Entscheidend seien die ersten Tage nach den Sommerferien: «Die Leute wollen die Ferienstimmung in den Alltag mitnehmen. Wenn diese Tage verregnet sind, vergeht ihnen die Lust», so Fredy Bechtiger, Geschäftsführer des Sportzentrums Herisau. Er zeigt sich nicht ganz zufrieden mit den Besucherzahlen. Demnach sind heuer 18 000 Eintritte verkauft worden, im Vorjahr waren es 23 000. In Appenzell war der zuständige Verantwortliche gestern nicht erreichbar.

Wenige Abos verkauft

Das unbeständige Wetter hatte vor allem Auswirkungen auf die Aboverkäufe: Vorwiegend Kurzentschlossene seien angezogen worden und hätten Einzeleintritte statt Abos gelöst, so die Betreiber. Unglücklich sind sie trotz allem nicht. Denn: Die Nachsaison hatte es in sich. Pünktlich zum Saisonende haben es die Temperaturen nochmals gut gemeint. Der Tenor: Vor allem der August hat die Badisaison gerettet. «Wir hatten nach den Monaten Mai und Juni einiges wettzumachen», sagt Heinz Bucher, Badmeister und Betriebschef der Badi Gais. «Jetzt zum Saisonabschluss befinden wir uns im Rahmen der Vorjahre. Auch weil die Besucherzahlen im August über dem Schnitt waren.» Auch Yves Weder, Badmeister in Walzenhausen, spricht von einer Wiedergutmachung der Saison in den letzten beiden Augustwochen.

Die Badi Rehetobel konnte in diesem Jahr wieder viele Besucher aus dem Dorf und auch den umliegenden Gemeinden begrüssen: «Erstaunlicherweise haben wir keinen markanten Rückgang der Besucherzahlen», sagt Jürg Baumgartner, Präsident der Schwimmbadgenossenschaft Rehetobel. «Das hat sich letzte Saison schon abgezeichnet. Weil viele Badis überlaufen waren, kamen die Gäste zu uns.»

Anlässe ziehen Gäste an

Viele Verantwortliche sind froh, die Zahlen des langjährigen Mittels erreicht zu haben. «Zum Glück sind die neuen Rutschbahnen gut angekommen und haben viele Kinder angezogen», sagt Bechtiger. In Waldstatt konnte die Vorsaison durch Events, wie monatliche Brunchs, das Badifest oder das Open-Air-Kino, wieder gutgemacht werden. Und auch Walzenhausen profitierte von öffentlichen Anlässen: «Der Bergsprint war ein grosses Plus für uns. Wir konnten einige Gäste vom Anlass begrüssen», so Yves Weder.