«Auf eine Botschaft beschränken»

Ein zentral gelegenes Hotel, eine klare Positionierung und die Rückbesinnung auf Natur und Traditionen. Mit diesen Ideen könnte das Appenzellerland laut Experten im Tourismus wieder erfolgreich werden.

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Porträt des Kulturvermittlers Marcel Walker von Bretterwelt (Bild: Ernst Hohl Architekt und Kulturförderer)

Porträt des Kulturvermittlers Marcel Walker von Bretterwelt (Bild: Ernst Hohl Architekt und Kulturförderer)

Es ist wichtig, dass ein Gast weiss, für was das Appenzellerland steht. Ein positives Beispiel einer klaren Positionierung ist das Projekt «Gesundheitsregion Appenzellerland», bei dem speziell Frauen als Kundinnen gewonnen werden sollen. Im Appenzellerland Hinterland sind mit dem Reka-Dorf und dem Hotel Säntis auf der Schwägalp zwei touristische Leuchttürme entstanden. Nun wäre es wünschenswert, dass auch im Vorderland solche Vorhaben realisiert werden. Entsprechende Hotelpläne gibt es ja. Für deren Umsetzung braucht es die Korporation aller Beteiligten und mutige Entscheidungen der Verantwortlichen.

Das Appenzellerland muss nichts neu erfinden, es ist schon alles da: die intakte Natur, die Traditionen, aber auch die einzigartige Dichte an Bergwirtschaften. Die Silvesterchläuse, Alpabfahrten und Stobeten sind einzigartige Bräuche. Viele Gäste wollen diese Anlässe erleben. Auf diese Stärken sollte sich das Appenzellerland besinnen, um den Tourismus zu fördern. Wichtig ist aber auch, dass die beiden Kantone ins Marketing investieren, um Gäste anzusprechen. Denn von nichts kommt nichts. Meist stehen Unternehmen und Tourismusorganisation dafür nur beschränkte Mittel zur Verfügung. Deshalb ist es wichtig, sich auf eine Werbebotschaft zu beschränken. Zum Beispiel: «Traditionen im Appenzellerland erleben».

Die beiden Kantone sind geographisch gesehen im touristischen Bereich völlig anders gelagert. Innerrhoden profitiert vom Label Appenzell und seiner Hauptgasse, an der in jeder Jahreszeit viele Touristen auszumachen sind. Auch die kleinen Dörfer rundherum konzentrieren sich auf den Hauptort. Alle Sehenswürdigkeiten liegen in der Nähe von Appenzell. Ausserrhoden hingegen ist geographisch gesehen ein «Schlauch». Ich finde es sehr schade, dass das Hotelprojekt in Waldstatt gestoppt wurde. Das neue Hotel auf der Schwägalp ist zwar ein Lichtblick, aber eher peripher gelegen. Wenn ich eine Veranstaltung mit Übernachtung organisieren muss und ein Hotel mit 40 Doppelzimmern suche, stosse ich bei den vorhandenen Kapazitäten in Ausserrhoden an Grenzen. Ich finde, es könnte ein zentraleres Hotel problemlos ertragen.

Bild: Ernst Hohl Architekt und Kulturförderer

Bild: Ernst Hohl Architekt und Kulturförderer

Bild: Ernst Hohl Architekt und Kulturförderer

Bild: Ernst Hohl Architekt und Kulturförderer

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