APPENZELL: Neuer Präsident für die «Stääg»

Jakob Signer hat nach elf Jahren als Präsident des Vereins «Steig Wohnen und Arbeiten» demissioniert. Zudem heisst die Generalversammlung eine Statutenrevision gut. Der Vorstand bekommt mehr Finanzkompetenz.

Roger Fuchs
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Jakob Signer übergibt das «Stääg»-Präsidium an den bisherigen Vizepräsidenten Lukas Enzler. (Bild: Roger Fuchs)

Jakob Signer übergibt das «Stääg»-Präsidium an den bisherigen Vizepräsidenten Lukas Enzler. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

Personelle Wechsel prägten die diesjährige Generalversammlung in Appenzell vom Verein «Steig Wohnen und Arbeiten» – allen voran der Rücktritt des Präsidenten Jakob Signer. Elf Jahre lang hatte er diese Funktion inne. Zuvor war er drei Jahre Revisor und ein Jahr Beisitzer im Vorstand. Signer sprach rückblickend von interessanten Phasen und Projekten beim Wohnheim Steig, auch wenn es zeitweilen zu Reibungen gekommen sei. In jüngerer Zeit war ein neues Finanzierungsmodell der Grund dafür. «Reibungen braucht es, um am Schluss den richtigen Weg einzuschlagen», griff diesen Punkt schliesslich auch Landesfähnrich Martin Bürki in seinen an den Abtretenden gerichteten Dankesworten auf. Einstimmig zu Signers Nachfolger gewählt wurde Lukas Enzler, der seit zwei Jahren im Vorstand ist und als Vizepräsident und Kassier einen tiefen Einblick in die Geschäftstätigkeit der «Stääg» hat. Enzler ist 40 Jahre alt und selbstständiger Vermögensverwalter und Treuhänder in Appenzell. Auch engagiert er sich als Kassier in der Schulgemeinde Appenzell. Als neues Mitglied im Vereinsvorstand nimmt Urs Dähler Einsitz. Da sich der Vorstand selbst konstituiert, ist noch offen, ob er die bisherige Rolle von Lukas Enzler als Kassier einnimmt. Die Voraussetzungen dafür bringt er mit, er ist diplomierter Experte in Rechnungslegung und Controlling. Ein letzter Wechsel betrifft den Aufsichtsrat: Jolanda Hammel ersetzt Lucia Ledergerber und stellt mit ihrer beruflichen Laufbahn sicher, dass weiterhin pflegerisches Wissen im Rat vorhanden ist.

Vorstand kann künftig Voranschlag absegnen

Hiess der Verein bislang «Werkstätte und Wohnheim für Behinderte Steig», so nennt er sich neu «Steig Wohnen und Arbeiten». Der Namenwechsel findet im Rahmen einer Statutenrevision statt. Eine weitere daraus resultierende Änderung ist die Tatsache, dass künftig der Vorstand den Voranschlag absegnen kann. Der jeweils Mitte Jahr stattfindenden Generalversammlung soll dieser noch zur Kenntnis vorgelegt werden. Angesichts der heutigen Grösse der «Stääg» wurde ebenso entschieden, anstelle der bisherigen Revisoren eine Revisionsgesellschaft mit dieser Aufgabe zu betrauen. Es ist dies die Altrimo AG in Appenzell.

Die Jahresrechnung 2016 des Vereins schloss mit einem Gewinn von knapp 108 000 Franken. Für kommendes Jahr ist ein Plus von 169 000 Franken budgetiert. Das Vereinsvermögen liegt bei 5,7 Millionen Franken. Das Total der Mitglieder beträgt 341. Jakob Signer führte in seiner letzten Ansprache aus, wohin sich die «Stääg» in den nächsten fünf bis zehn Jahren entwickeln soll. Daraus ging unter anderem hervor, dass die Betreuten vermehrt ihre eigenen Ziele definieren sollen. «Wenn es dabei Aufgabe der Angestellten ist, sie beim Erfüllen dieser Ziele zu fördern und ihnen nicht einfach alles abzunehmen, dann ist das grundlegend eine andere Arbeitsweise als bisher», so Signer. Die Veränderung werde aber nötig sein, weil die künftige Betreuung eine andere sei als in der Vergangenheit.

Weiteres Thema während der letzten zwölf Monate war die Wie­derholung der Zufriedenheitsumfrage. Die Ergebnisse im Winter 2012/13 seien schon fast vernichtend gewesen, so Jakob Signer. In der Zwischenzeit hätten 47 Massnahmen umgesetzt werden können. Mit Erfolg, wie dies auch Andreas King, Präsident des Aufsichtsrates, bestätigte. Weiteres Verbesserungspotenzial gibt es gemäss King und Signer bei der Fehlerkommunikation sowie bei den Rückzugsmöglichkeiten und Pausenregelungen für das Personal. «Ansonsten hat sich die Zufriedenheit bei Personal, Betreuten und Angehörigen deutlich verbessert», so Andreas King. Man sei sogar gleichauf oder besser als vergleichbare Institutionen.