Appenzell Ausserrhoden
Viertelstundentakt auf der Linie Herisau–Säntispark: So will die Regierung den öffentlichen Verkehr ausbauen

Der Regierungsrat hat sich zum Ziel gesetzt, Appenzell Ausserrhoden als Wohnstandort zu stärken. Eine Massnahme dafür ist ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Nun zeigt er auf, wo und wie Verbesserungen geplant sind.

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Eine Verbesserung der Abstimmung zwischen Orts- und Regionalverkehr in Herisau wird geprüft.

Eine Verbesserung der Abstimmung zwischen Orts- und Regionalverkehr in Herisau wird geprüft.

Der Ausserrhoder Regierungsrat hat die Vernehmlassung zum Konzept öffentlicher Regionalverkehr 2024 bis 2029 eröffnet. Aufgezeigt werden darin unter anderem gemäss Auftrag aus dem aktuellen Regierungsprogramm punktuelle Ausbauten auf einzelnen Linien in der Hauptverkehrszeit sowie Verbesserungen im Freizeitverkehr. In der Mitteilung der Kantonskanzlei werden ein Angebotsausbau Schwägalp sowie die Schliessung von Taktlücken am Wochenende erwähnt.

Zusätzlich will der Regierungsrat im ländlichen Raum alternative Erschliessungsformen prüfen. Diesbezüglich gebe es dank fortschreitender Digitalisierung neue Möglichkeiten. Ausserdem wird eine Vertiefungsplanung im Raum Herisau lanciert, die eine Verdichtung der Linie 158 Herisau–Säntispark–Abtwil zum Viertelstundentakt sowie eine bessere Abstimmung zwischen Orts- und Regionalverkehr zum Ziel hat.

Im Bereich der Infrastruktur unterstützt der Kanton mit Fördergeldern die neuen Bushöfe in Herisau und Heiden sowie indirekt über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes den Neubau des Servicezentrums der AB oder den Neubau einer vollautomatisierten Zahnradbahn von Rheineck nach Walzenhausen, deren Inbetriebnahme auf 2027 geplant ist.

Förderung der emissionsarmen Mobilität

Im Zentrum stehen die massgebende Senkung der Treibhausgasemissionen bei der Busflotte (Ersatz durch E-Busse) sowie der erwähnte Ausbau des umweltfreundlichen öffentlichen Verkehrs. Wichtig im Massnahmenmix sind laut Mitteilung auch attraktive Tarifangebote sowie flankierende Massnahmen, um den Umstieg vom Individualverkehr auf den öffentlichen Verkehr zu fördern.

Im Weiteren verstärken die Ostschweizer Kantone auf fachlicher und politischer Ebene ihre Zusammenarbeit im öffentlichen Verkehr. Dabei geht es um die Umsetzung der politischen Forderungen bezüglich des Bahnausbaus 2035 (Vollknoten St.Gallen und optimale Anschlüsse der Appenzeller Bahnen an das übergeordnete Netz) sowie um die Umsetzung der Bestellerstrategie auf fachlicher Ebene. «Denn eine Umstellung der Busflotte auf Elektroantrieb oder eine wirkungsvolle Interessenvertretung gegenüber Dritten kann nur gemeinsam mit den Nachbarkantonen erreicht werden», heisst es in der Mitteilung.

Die Ausbauten in den Bereichen Infrastruktur und Angebot sowie die steigenden Energiepreise und die Teuerung führen in den nächsten Jahren zu einem steigenden Finanzierungsbedarf für den Kanton und die Gemeinden. Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, sei die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit bei den Transportunternehmen im neuen Konzept ein weiteres wichtiges Ziel.

Vernehmlassung dauert bis 17. Februar

Das aktuelle Konzept öffentlicher Regionalverkehr und das Leitbild, das die strategischen Grundsätze enthält, laufen Ende Jahr aus. Neu wurden die Grundsätze in das ÖV-Konzept 2024–2029 integriert. Das habe den Vorteil, dass Leitbild und Konzept eine starke Einheit bilden und die Ziele im sich rasch ändernden Umfeld wieder überprüft und im nächsten Konzept aktualisiert werden können, heisst es in der Mitteilung. Die Vernehmlassung dauert bis zum 17. Februar 2023. (red/kk)