«Anrecht auf Freiraum»

Der neue Jugendtreff der Gemeinde Ebnat-Kappel konnte bezogen werden. Am Samstag nahmen Anwohner, Behördenmitglieder und Handwerker an einer offiziellen Eröffnung teil.

Stefan Füeg
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Das rote Band vor dem Eingang des Jugendraumes wird von Rösli Geisser, Beat Giger und Patrick Buchmüller zerschnitten (von links). (Bild: Stefan Füeg)

Das rote Band vor dem Eingang des Jugendraumes wird von Rösli Geisser, Beat Giger und Patrick Buchmüller zerschnitten (von links). (Bild: Stefan Füeg)

EBNAT-KAPPEL Die Jugendlichen fehlten zwar an der offiziellen Eröffnung des neuen Jugendraumes im Gill. Doch dies war so gewollt. Gemeindepräsident Christian Spoerlé erklärte, dass nun mal erst die Anwohner und die Macher schauen sollten, was in der Zivilschutzanlage unter dem Schulhaus Gill entstanden sei.

Kuschliger Filmraum

Der erste Eindruck konnte überzeugen. Zwar hinter dicken Betonmauern versteckt, aber trotzdem nicht trist, sondern bunt, farbig, aufgepeppt. Da ist zwar noch die Tür, aber wenn die geöffnet wird, kommen die zukünftigen Benutzer und Benutzerinnen in Räume, die ihnen wohl gefallen werden. Seien es die farbig bemalten Wände, der Billardtisch, der Töggelikasten. Im hintersten Teil auch der Filmraum, kuschlig eingerichtet, eine riesige Leinwand und eine Sound-Anlage, welche auch den Geschmack der Jungen befriedigen wird.

Bevor es zum symbolischen Akt des Durchschneidens des obligaten roten Bandes ging, erklärte Gemeindepräsident Spoerlé den Anwesenden den Werdegang der neu konzipierten Räume. «Am alten Standort beim Schafbüchel war es nicht mehr zumutbar», da sei die Unfallgefahr langsam zu prekär geworden, so Spoerlé. Deshalb habe man sich auf die Suche nach einem neuen Standort gemacht. Er selber wie auch die Präsidentin der Jugendkommission Rösli Geisser hätten sich für die unbenutzte Zivilschutzanlage entschieden. Durch einen grossen Einsatz der Gemeinde, der Jugendarbeiter Beat Giger und Patrick Buchmüller sowie einiger Jugendlicher seien die Räume gestaltet worden. Die angestellten Handwerker, welche verschiedene Installationen errichtet haben, seien speditiv gewesen, so dass das Projekt innert kurzer Zeit realisiert werden konnte. Spoerlé sprach den Anwohnern auch einen Dank aus, dass sie einen solchen Treff in ihrer unmittelbaren Nähe akzeptiert hätten. «Es ist uns bewusst, dass dadurch etwas mehr Lärm entstehen kann, aber denken Sie doch zurück, auch Sie waren mal jung.» Die Jungen hätten Anrecht auf ihre Freiräume, auf ihr eigenes Verhalten. Und: «Die heutigen Jungen werden später zu den Älteren schauen müssen, geben wir ihnen doch heute etwas, das sie zufrieden macht», betonte der Gemeindepräsident.

Unter sich sein

Beat Giger erwähnte kurz die Geschichte des «alten» Jugendtreffs im Schafbüchel, der immerhin 20 Jahre benutzt werden konnte. Und auch er zeigte sich überzeugt, dass der nun abgeschlossene Umbau der Zivilschutzanlage für die Jugendlichen eine willkommene Gelegenheit sein werde, sich vermehrt zu treffen. Und sich zu unterhalten, zu lachen und ganz einfach unter sich zu sein. Zum Abschluss des Anlasses genossen die Geladenen die Räume und viele meinten: «Wir hatten das noch nicht, aber eben, die heutige Zeit ist anders.»