Alpstein
Einsprache des Heimatschutzes: Die neue Säntis-Schwebebahn verzögert sich

An der 88. Generalversammlung der Säntis-Schwebebahn stellt sich der neue Geschäftsführer Martin Sturzenegger vor. Er soll die Digitalisierung vorantreiben. Wie das Projekt für eine neue Seilbahn weitergehen wird, ist dagegen unklar.

Selina Schmid
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Auf den Säntis soll einst eine neue Bahn führen.

Auf den Säntis soll einst eine neue Bahn führen.

Bild: Michel Canonica

Zwischen Schwägalp und Säntis soll sich einiges ändern. Die Schwebebahn soll künftig über einen anstatt zwei Masten fahren. Auch zwei grössere Gondeln sind vorgesehen. Ende 2021 wurde das Planbewilligungsverfahren eingereicht. Allerdings sei kurz vor Fristende eine Einsprache durch den Heimatschutz eingegangen. Das sagte Michael Auer, Verwaltungsratspräsident der Säntis-Schwebebahn, an der Generalversammlung am Freitag.

Michael Auer, Verwaltungsratspräsident Säntis-Schwebebahn AG.

Michael Auer, Verwaltungsratspräsident Säntis-Schwebebahn AG.

Bild: PD

Der Heimatschutz wolle, dass erst die Schutzwürdigkeit des Gipfelgebäudes abgeklärt wird. Es könnte sich, so der Heimatschutz, um eine architektonische Ikone aus den 70er-Jahren handeln. Dabei wird der Verein vom Bundesamt für Kultur unterstützt. Auer sagt: «Das weitere Vorgehen ist unklar, aber es läuft wohl darauf aus, dass wir ein Schutzwürdigkeitsverfahren durchführen werden.» Erst dann könnte die neue Seilbahn weiter geplant werden. Er zeigte sich aber zuversichtlich:

«Ich bin überzeugt, dass wir eine neue Bahn bekommen. Durch die Einsprache wird das allerdings ein, zwei Jahre länger dauern.»

Personell viele Veränderungen in drei Jahren

Es war die erste Generalversammlung auf der Schwägalp seit drei Jahren. In den vergangenen zwei Jahren konnte die Generalversammlung wegen der Coronapandemie nur virtuell stattfinden. Rund 600 Aktionärinnen und Aktionäre fanden den Weg trotz Unwetter auf die Schwägalp.

Auer sagte: «In den vergangenen drei Jahren hat sich viel getan, besonders personell.» So ging 2021 der langjährige Finanzchef Andreas Mazenauer in den Ruhestand. Auch der ehemalige Geschäftsführer Bruno Vattioni wurde am Freitag verabschiedet. Michael Auer sagt: «Bruno prägte den Berg wie kein anderer. Der Erfolg, den wir heute haben, basiert auf den Entscheidungen der vergangenen zehn bis zwanzig Jahren.»

Bruno Vattioni, ehemaliger Geschäftsführer.

Bruno Vattioni, ehemaliger Geschäftsführer.

Bild: PD

Auer übergab ihm eine Fahne mit der Aufschrift «Kanton Säntis». Sie soll all das symbolisieren, was Bruno Vattioni für den Säntis geleistet habe. Der ehemalige Verwaltungsratspräsident Hans Höhener sagte in der Laudatio: «Bruno Vattioni hat als Geschäftsführer ein Seilbahngeschäft in ein Tourismusunternehmen verwandelt.» Vattioni hielt seine Ansprache kurz:

«Vielen Dank für das Vertrauen und auf Wiedersehen.»

Säntis soll bekannter werden

Martin Sturzenegger, Geschäftsführer Säntis-Schwebebahn AG.

Martin Sturzenegger, Geschäftsführer Säntis-Schwebebahn AG.

Bild: Ralph Ribi

«Hinter der Säntis-Schwebebahn liegt ein anspruchsvolles, von der Pandemie gezeichnetes Jahr», sagte Auer. Dank des Engagements der Mitarbeitenden und der Unterstützung durch den Kanton habe man das Jahr trotzdem gut überstanden. Man habe auch viele Mitarbeitenden behalten können, da man auch während der Kurzarbeit 100 Prozent des Lohnes auszahlte. «Das war ein vorausschauender Entscheid, wenn man die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt anschaut», so Auer.

Der neue Geschäftsführer Martin Sturzenegger stellte sich am Freitag den Aktionärinnen und Aktionären vor. Er sagte: «Aktuell sind wir auf Kurs, den Ertrag vom Rekordjahr 2018 zu erreichen.» Allerdings steigen die Kosten gegenwärtig um 10 bis 15 Prozent. Sturzenegger war zuvor Geschäftsführer von Zürich Tourismus und soll bei der Säntis-Schwebebahn die Digitalisierung vorantreiben. Und er will den Säntis in der Schweiz bekannter machen.

«Jeder kennt den Säntis, aber nicht alle wissen, was da oben alles machbar ist.»

Der Gesamtumsatz 2021 belief sich auf 17,9 Millionen Franken, es wurde ein Betriebsergebnis von 3,2 Millionen Franken (Ebita) erreicht. Die versammelten Aktionärinnen und Aktionäre genehmigten einstimmig den Geschäftsbericht 2021 und bestätigten drei Mitglieder des Verwaltungsrats.