Super-G Lake Louise
Zweiter Saison-Sieg: Odermatt auch im Super-G nicht aufzuhalten

Marco Odermatt fährt in seinem dritten Saisonrennen zum dritten Mal auf das Podest. Der 25-jährige Nidwaldner steht zum zweiten Mal im noch jungen Winter zuoberst auf dem Treppchen. Ein Sturz von Mauro Caviezel überschattet jedoch das Rennen.

Gabriel Vilares
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Marco Odermatt schnappt sich beim Super-G in Lake Louise den zweiten Saison-Sieg.

Marco Odermatt schnappt sich beim Super-G in Lake Louise den zweiten Saison-Sieg.

Keystone

Wenn er antritt, ist er vorne dabei. Die Disziplin? Eigentlich völlig egal. Marco Odermatt steht auch in seinem dritten Saisonrennen auf dem Podest – und tut das nach dem Riesenslalom auch im Super-G an oberster Stelle. «Die Fahrt war sehr gut, es ist nahezu alles so aufgegangen, wie ich es mir vorgestellt hatte», so Odermatt im TV-Interview gegenüber SRF.

Ausgelassen freuen konnte sich der Gesamtweltcup-Sieger der vergangenen Saison über seinen 13. Weltcup-Erfolg dennoch nicht, denn ein Zwischenfall trübte das Ergebnis: Teamkollege Mauro Caviezel hatte einen Schreckmoment zu überstehen. Der 34-jährige Bündner stürzte in seinem zweiten Rennen nach seiner langen Verletzungspause heftig. Bei vollem Tempo erwischte er einen Schlag, danach verdrehten sich die Skier. Glücklicherweise konnte Caviezel kurzzeitig wieder aufstehen. Der sichtlich gezeichnete Fahrer wurde dennoch sicherheitshalber mit dem Helikopter abtransportiert.

Odermatt mit den Gedanken bei Caviezel

«Es hat einmal mehr gezeigt, wie nah Freud und Leid beieinander sind. Das waren wüste Bilder. Die ersten Infos sind immerhin beruhigend. So wird das Resultat nebensächlich», erklärte Odermatt.

Mauro Caviezel musste mit dem Helikopter abtransportiert werden.

Mauro Caviezel musste mit dem Helikopter abtransportiert werden.

Keystone

2021 hatte Mauro Caviezel beim Trainingssturz in Garmisch-Partenkirchen ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Dessen Folgen beschäftigen den Bündner bis heute noch. Caviezel hatte mit Sehstörungen zu kämpfen, vor allem in der tiefen Hockeposition. Der Schweizer probierte viele Therapien aus. «Ich musste aufpassen, dass ich nicht zu viele Therapien machte, man kann sich verlieren», erklärte der 34-Jährige kürzlich. Nach einer Pause von 21 Monaten klappte es mit der Rückkehr. Eine Rückkehr, die am Sonntag jäh ausgebremst wird.

Zurück zum Rennen. Hatte am Samstag der Norweger Aleksander Kilde in der Abfahrt Odermatt noch um 10 Hundertstel geschlagen und auf den dritten Rang verwiesen, gelang dem Schweizer nur einen Tag später die Antwort. Der Skandinavier war auch der einzige, der dem Nidwaldner einigermassen Paroli bieten konnte. Er büsste im Ziel 37 Hundertstel ein. Der Österreicher Matthias Mayer (+0.78 Sekunden) komplettiert das Podium.

Von den restlichen Schweizern vermochte nur noch Stefan Rogentin zu überzeugen. Der 28-jährige Bündner fuhr auf den 9. Rang. Ebenfalls Weltcup-Punkte sammeln konnte Niels Hintermann (22.).