Wandertipp
Von Frauenfeld über den Stählibuck und den Sonnenberg nach Lommis

Wer im Winter gerne ein paar Höhenmeter sammelt, ohne in den Schnee zu müssen, ist zwischen Frauenfeld und Lommis gut aufgehoben. Auch wenn die Wanderung über zwei Hügel zeitweise ins Schwitzen bringt, ist sie für fast jeden und jede machbar.

Stefan Marolf
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Der Sonnenberg ist als «Kranberg» in Verruf geraten. Auf dem Bild ist unschwer zu erkennen, wieso.
17 Bilder
Los geht's gleich hinter dem Frauenfelder Bahnhof – wo Wandernde auch etliche andere Optionen hätten.
An der eigentlich idyllischen Mühletobelstrasse zieht eine gruselige Maske an einem Unterstand die Blicke auf sich.
Am Ende der Quartierstrasse gelangt man auf einen Kiesweg, der zwischen Wald und Wiese leicht bergauf führt.
Oberhalb des Weilers Obholz sieht man hinunter ins Thurtal.
Nur für Schwindelfreie: der Blick vom Stählibuckturm hinunter auf die Feuerstelle ...
... und in Richtung Süden, wo bei schönerem Wetter die Churfirsten und viele andere Berge zu sehen sind.
Das Restaurant Stählibuck bietet eine von mehreren Einkehrmöglichkeiten auf dem Weg von Frauenfeld nach Lommis.
Vom Stählibuck führt der Wanderweg via Dingenhart ...
... in den Wald hinein ...
... und nach Chöll, das zu Stettfurt gehört.
Nur ein paar hundert Meter weiter lässt es sich im Restaurant Freudenberg preiswert einkehren.
Gestärkt ist der 20-minütige Aufstieg zum Schloss Sonnenberg ein Leichtes.
Gleich hinter dem Schloss führt der Bettelweg schmal und steil hinunter ins Lauchetal.
In Kalthäusern gibt der Wetterstein Auskunft über Sonnenschein und Niederschlag.
Auf den letzten Metern führt die Route via Weingarten ...
... und über einen Feldweg nach Lommis. Von hier gelangt man mit dem Bus zurück nach Frauenfeld.

Der Sonnenberg ist als «Kranberg» in Verruf geraten. Auf dem Bild ist unschwer zu erkennen, wieso.

Bilder: Stefan Marolf (Frauenfeld, 07.01.2023)

Infos zur Wanderung

Start: Frauenfeld, Bahnhof
Ziel: Lommis, Krattenbach
Strecke: 13 km
Wanderzeit: 3 h 30 min
Aufstieg: 420 m
Abstieg: 350 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, Wanderung mit Kinderwagen nicht möglich
Gaststätten: Restaurant Obholz (Freitag bis Dienstag 11 Uhr bis 22 Uhr), Restaurant Stählibuck (täglich 9 Uhr bis 23 Uhr) und Restaurant Freudenberg (Mittwoch bis Samstag ab 9 Uhr, Sonntag ab 10 Uhr)
Öffentlicher Verkehr: Bus 837 in Richtung Frauenfeld, Bahnhof
Parkplätze: Am Bahnhof Frauenfeld und bei den Restaurants
Kartenmaterial: Landkarte: 1:25'000, Blatt: 1053 Pfyn-Märstetten-Frauenfeld-Bussnang und 1073 Wil

1 Bahnhof Frauenfeld

Die Bahnhofsunterführung markiert den Start der Wanderung nach Lommis.

Die Bahnhofsunterführung markiert den Start der Wanderung nach Lommis.

Bilder: Stefan Marolf

Der Bahnhof der Thurgauer Kantonshauptstadt ist zwar kein schöner, aber dafür ein gäbiger Ausgangspunkt für Wanderungen. Wer vom Bahnhofplatz durch die Unterführung in Richtung Lindenpark geht, findet dort einen grossen Wegweiser. Darauf neben vielen anderen Zielen angeschrieben: Stählibuck und Schloss Sonnenberg.

Die ab hier immer gut ausgeschilderte Route führt ein kurzes Stück der Murg entlang. Mit etwas Glück können aufmerksame Wandernde hier – mitten in der Stadt – Biber beobachten. Weiter geht es am unteren Mätteli vorbei, wieder unter den Gleisen hindurch, beim Schweizerhof-Kreisel nach links und direkt vor dem Restaurant Gartenlaube, das für eine erste Stärkung dann doch zu früh kommt, wieder nach rechts.

Der Biber zeigte sich nur kurz – für den Fotobeweis reichte es nicht.

Der Biber zeigte sich nur kurz – für den Fotobeweis reichte es nicht.

2 Mülitöbeli

Die Mühletobelstrasse hat Dorfcharakter.

Die Mühletobelstrasse hat Dorfcharakter.

Kurz nach dem Überqueren der Zürcherstrasse findet man sich in veränderter Umgebung wieder: An Einfamilienhäusern statt Stadtbauten und gepflegten Gärten statt geteerten Einfahrten vorbei führt die Mühletobelstrasse aus der Stadt hinaus.

An ihrem Ende gelangt man über eine schmale Fussgängerbrücke über den Mühletobelbach auf einen Wanderweg, der ab hier über Wurzeln, Treppenstufen und matschige Stellen hinweg stetig leicht ansteigt.

3 Obholz

Zuerst am Waldrand, dann zwischen den Bäumen und dem Bach entlang sind die ersten 120 Höhenmeter auf schmalen Pfaden eine kurzweilige Angelegenheit – vom Startpunkt aus ist der Weiler Obholz in unter einer Stunde erreicht. Wer Durst hat oder schon leichten Hunger verspürt, biegt auf der geteerten Strasse nach rechts ab und stärkt sich im Restaurant Obholz. Für alle anderen geht es auf dem Kiesweg weiter bergauf dem Stählibuck entgegen.

Etwa 300 Meter nach dem Obholz-Abzweiger zeigen die Wegweiser nach links. Hier schon wieder im Wald zu verschwinden, wäre angesichts der Aussicht aber schade, deshalb lohnt es sich, den Wald zu umgehen und erst nach weiteren 200 Metern links abzubiegen.

Oberhalb von Obholz sieht man hinunter nach Frauenfeld und über die Felder.

Oberhalb von Obholz sieht man hinunter nach Frauenfeld und über die Felder.

Direkt bevor auch dieser Weg in den Wald hineinführt, biegt man wieder rechts ab und gelangt so an einem Spielplatz mit Feuerstelle vorbei wieder auf die ausgeschilderte Route.

4 Stählibuck

114 Jahre alt und kein bisschen rostig: der Stählibuckturm.

114 Jahre alt und kein bisschen rostig: der Stählibuckturm.

Vom Spielplatz aus ist der Stählibuck nur noch zehn Gehminuten entfernt und nach gesamthaft rund 80 Minuten Wanderzeit erreicht. 148 Stufen führen auf den 27 Meter hohen Aussichtsturm. Hier oben entschädigt der Blick auf das Thurtal und den Seerücken, die Churfirsten und den Säntis für die Strapazen. Am Fuss des Turms bietet ausserdem eine Grillstelle mit Tischen und Bänken Gelegenheit für eine Pause.

Wer seine Zwischenverpflegung nicht selbst zubereiten will, ist in fünf Minuten beim Restaurant Stählibuck, das südlich unterhalb des Turms mit gutbürgerlicher Küche und einem Rentier-Gehege aufwartet. Westlich des Restaurantgebäudes führt die Route weiter nach Süden, an Dingenhart vorbei und über eine Landstrasse in den Wald hinein.

5 Freudenberg

Nach einigen Abwärts-Höhenmetern zweigt der Wanderweg zuunterst im Hansbatteloch links und wenige Meter später nach rechts ab. Über eine Brücke und dem Tuenbach entlang wandert man dem Weiler Chöll entgegen. Für die Mittagspause im Restaurant Freudenberg muss man hier wiederum die ausgeschilderte Route verlassen und nach rechts abbiegen.

Nach etwas mehr als zwei Stunden Wanderzeit schmeckt das Cordon bleu im stets gut besuchten Gasthof noch besser als sonst und stärkt für den letzten kurzen Aufstieg. Vor dem Restaurant führt eine Teerstrasse ost- und aufwärts in Richtung Sonnenberg.

Das Restaurant Freudenberg liegt nördlich oberhalb von Stettfurt.

Das Restaurant Freudenberg liegt nördlich oberhalb von Stettfurt.

6 Sonnenberg

«Unbefugten ist der Eintritt verboten!» steht auf dem Schild an der Zufahrt zum Schloss Sonnenberg.

«Unbefugten ist der Eintritt verboten!» steht auf dem Schild an der Zufahrt zum Schloss Sonnenberg.

Nach rund 20 Minuten ist das wegen einer ewigen Baustelle als «Kranberg» in Verruf geratene Schloss Sonnenberg erreicht. Die Zufahrt zum Schloss ist mit einer Kette abgesperrt – neugierige Wandernde müssen sich wohl oder übel mit einem Blick aus der Ferne zufriedengeben. Angesichts des bevorstehenden Abstiegs über den fast schon abenteuerlichen Bettelweg ist das aber zu verschmerzen.

Der zuweilen unwegsame, im Herbst und Winter dicht mit Laub bedeckte und stellenweise rutschige Pfad schlängelt sich in Kurven das Tüüffetaal hinunter. An seinem Ende zeigt ein Wanderwegweiser nach links.

7 Weingarten

Wer noch Saft in den Beinen hat, folgt auch in Kalthäusern brav den gelben Schildern und hängt eine kleine Schlaufe mit einigen Extra-Höhenmetern auf dem Weg nach Weingarten an. Die erste Alternative dazu: eine Abkürzung über die geteerte Strasse. Und die zweite: Wer bis hierhin schon genug gewandert ist, kann schon hier auf den Bus warten. Er fährt stündlich um xx.42 Uhr zurück nach Frauenfeld.

Wer in Kalthäusern aufgibt, spart zwar ein paar Meter, verpasst aber auch dieses schmucke Holzhäuschen.

Wer in Kalthäusern aufgibt, spart zwar ein paar Meter, verpasst aber auch dieses schmucke Holzhäuschen.

Letztere Alternative bietet sich auch in Weingarten – hier fährt der Bus zwei Minuten früher. Das eigentliche Ziel der Wanderung ist und bleibt aber Lommis, das von hier aus noch anderthalb Kilometer und 20 Fussminuten entfernt ist.

8 Lommis

Der Weg ans Ziel führt am Dorfausgang von Weingarten über die Brücke und nach etwa 100 Metern links ins Feld hinein. Auf der Kiesstrasse geht es geradewegs über den Kaabach, scharf nach rechts und an einem Gehöft vorbei ins Dorf.

Hier biegt man an der Hauptstrasse nach links ab, macht es sich an der Bushaltestelle auf einem der grossen Steine gemütlich und wartet auf das Postauto. Es fährt stündlich um xx.38 Uhr zurück nach Frauenfeld und sammelt in Weingarten und Kalthäusern diejenigen ein, die abgekürzt haben.

Das Ziel ist nicht mehr als eine Tafel: die Bushaltestelle Lommis, Krattenbach.

Das Ziel ist nicht mehr als eine Tafel: die Bushaltestelle Lommis, Krattenbach.