Wandertipp
Eine frühlingshafte Wanderung im Januar: Mit Bergsicht von St.Gallenkappel an den Zürichsee

Bei über 10 Grad und Sonnenschein im Januar bietet sich statt Skifahren eher eine Wanderung an, die Frühlingsgefühle weckt. Auf dem Weg von St.Gallenkappel nach Schmerikon passiert man grüne Wiesen und rauschende Bäche stetig mit dem Blick auf gezuckerte Berge.

Aylin Erol
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Bilder: Aylin Erol

Infos zur Wanderung

Start: Bushaltestelle: St.Gallenkappel, Unterdorf
Ziel: Bahnhof Schmerikon
Strecke: 5,1 km
Wanderzeit: 1.5 h
Aufstieg: 141 m
Abstieg: 302 m
Ausrüstung: bequeme, wasserfeste Turnschuhe reichen aus, Wanderung nicht für Kinderwagen geeignet
Gaststätten: Restaurant Bad am See
Öffentlicher Verkehr: Bus 622 von Rapperswil oder Wattwil
Parkplätze: keine
Kartenmaterial: Landkarte: 1:25’000, Blatt: 1113 Ricken

1 St.Gallenkappel

Der Winter wollte im letzten Jahr wohl sehr früh kommen und in diesem Jahr wieder sehr früh gehen. Die Skipisten sind derzeit zumindest mehr grün als weiss – teilweise gar matschig-braun. Dafür zwitschern die Vögel und blühen die ersten Schneeglöckchen, als wäre es schon wieder Frühling.

Statt Wintersport bietet sich deshalb diesen Januar Frühlingssport an, und zwar mit der Wanderung von St.Gallenkappel nach Schmerikon am Zürichsee. Gestartet wird bei der Bushaltestelle St.Gallenkappel, Unterdorf. Es ist kein Zufall, dass beim Startpunkt direkt die Pfarrkirche St.Laurentius ins Auge sticht. Die Wanderung ist Teil des Jakobswegs.

Start der Wanderung: Bushaltestelle St.Gallenkappel, Unterdorf.

Start der Wanderung: Bushaltestelle St.Gallenkappel, Unterdorf.

Ein Blick in die Pfarrkirche St.Laurentius mit ihren imposanten Deckenfresken und Malereien lohnt sich allemal. Die Kirche steht seit Ende des 18. Jahrhunderts. Nach diesem ersten Abstecher führt der Wanderweg zunächst über Teerstrassen und dünne Weglein durchs Quartier und dann einem Bächlein entlang über Felder.

Noch vor Eintritt in die Kirche St.Laurentius ist ein Deckenfresko zu sehen.

Noch vor Eintritt in die Kirche St.Laurentius ist ein Deckenfresko zu sehen.

Sobald das Bächlein in den Goldingerbach fliesst, hat man zur linken Seite einen freien Blick auf den schneebedeckten Glärnisch. Aber auch die Linth ist zu sehen, die sich schnurgerade durch das Tal frisst. Anfang des 19. Jahrhunderts hielt man es in der Schweiz nämlich für eine gute Idee, ja gar für den Inbegriff Schweizer Wasserbaukunst, den Fluss zu begradigen. Heute weiss man, dass natürliche Flusslandschaften wichtige Funktionen erfüllen. Sie schützen etwa vor Überschwemmungen und bieten einen Lebensraum für unzählige Tiere.

Der Glärnisch und die Linth sind aus der Entfernung sichtbar.

Der Glärnisch und die Linth sind aus der Entfernung sichtbar.

2 Neuhaus

Ist man an der Autobahnbrücke bei Neuhaus angelangt, hat man genug über Flüsse und Frühlingswetter im Januar philosophiert. Denn jetzt muss kurz der Lärm der Autos ausgehalten werden. Zum Glück hat man diesen bald hinter sich gelassen. Folgt man weiterhin dem ausgeschilderten Weg in Richtung Schmerikon, muss man zur rechten Seite zunächst unter der Autobahnbrücke durch und dann via historische Aatalbrücke bei Neuhaus den Goldingerbach überqueren.

Unter der Autobahnbrücke hindurch geht es zur historischen Aatalbrücke.

Unter der Autobahnbrücke hindurch geht es zur historischen Aatalbrücke.

Dann geht es kurz steil abwärts, nochmals über den Goldingerbach und dann steil aufwärts, bis die St.-Jakob-Kappelle sichtbar wird. Auch hier kann kurz im hübschen, kleinen Gotteshaus Rast gemacht werden, bevor der Weg aus dem Dorf hinaus und über Wiesen führt.

Die Aatalbrücke.

Die Aatalbrücke.

3 Goldberg

Nach dem Überqueren der Autobahnbrücke geht es abermals über eine Wiese den Berg hinauf bis nach Goldberg. Ab hier ist nun endlich der Zürichsee zu sehen.

Schmerikon aus der Ferne.

Schmerikon aus der Ferne.

Mit Blick auf Berge und Gewässer geht es jetzt schnell, bis man sein Ziel, den Bahnhof Schmerikon direkt am Seeufer, erreicht hat. Wer sich nach der sportlichen Tätigkeit belohnen möchte, kann zum Schluss auch im Restaurant Bad am See, direkt am Bahnhof, einkehren.