Freipass #82
«Ich bin schon das ganze Leben auf der Suche nach neuen Sounds»: Der St.Galler Drummer Orlando Ribar im Fragebogen

Jede Woche spielen wir Ostschweizer Kulturschaffenden den Ball zu und fragen: Was lernen Sie gerade neu? Worauf freuen Sie sich? Heute mit dem St.Galler Schlagzeuger Orlando Ribar. Er spielt am 25. Januar ein Solokonzert im Treppenhaus Rorschach.

Claudio Weder
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Orlando Ribar ist Schlagzeuger, Produzent, Arrangeur und Lehrer.

Orlando Ribar ist Schlagzeuger, Produzent, Arrangeur und Lehrer.

Bild: PD

Orlando Ribar gilt als einer der meistbeschäftigten Schlagzeuger der Schweiz: 16 Jahre lang tourte der St.Galler mit der erfolgreichen Rocksängerin Sina durch die Schweiz, Deutschland und China. Er war Sideman von Polo Hofer, Bligg, Marc Sway, Adrian Stern, Philipp Fankhauser und vielen mehr.

Seit 2009 ist Ribar musikalischer Leiter und Schlagzeuger in den bekannten Zirkusshows «Salto Natale» und «Ohlala». Seit über 30 Jahren unterrichtet er an diversen Musik- und Kantonsschulen. Zudem ist er als Produzent und Arrangeur tätig, betreibt in Wittenbach sein eigenes Tonstudio. Sein neustes Projekt ist die «Online Drum School & Producing Academy»: In Videokursen bringt Ribar seinen Schülerinnen und Schülern das Schlagzeugspielen bei. Am Mittwoch, 25. Januar, spielt Orlando Ribar eine Solo-Drum-Show im «Treppenhaus» Rorschach.

Was lernen Sie gerade neu?

Orlando Ribar: Ich bin schon das ganze Leben auf der Suche nach neuen Spieltechniken am Schlagzeug oder nach neuen Sounds, um Musik unterschiedlich klingen zu lassen. Interessant für mich ist die Möglichkeit, mit dem Smartphone eigene Videos im Handumdrehen zu produzieren. Das professionelle Nachbearbeiten ist aber eine andere Geschichte. In diesem Bereich habe ich vor kurzem einen professionellen Videokurs besucht und ganz viel Neues an Möglichkeiten und aktuellen Standards gelernt.

Video: Youtube

Was haben Sie zuletzt für sich entdeckt?

Durch die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in den letzten drei Jahren habe ich mich immer mehr mit den verschiedenen aktuellen Themen in Europa und auf der ganzen Welt auseinandergesetzt. Dabei wurde ich auf das Buch «World Economic Forum» von Ernst Wolff aufmerksam. Eine spannende Lektüre. Ich hatte vieles, was das WEF betrifft, nicht gewusst. Der letzte Film, den ich im Kino sehen «musste», war «Top Gun 2». Ich hatte 1986 schon «Top Gun 1» gesehen und fand ihn super. In der Musik habe ich vor allem die Kompositions- und Arrangiertechnik der Filmmusik entdeckt. Hans Zimmer und John Williams sind da grosse Vorbilder für mich.

Was hat Sie in den letzten Monaten am meisten beschäftigt?

Im letzten halben Jahr habe ich hauptsächlich die Musik für alle Artisten der Jubiläums-Ohlala-Show «PhoeniX» – das grosse X steht für die zehnte Show – arrangiert, mit der Band geprobt, dann mit der Band, den Artisten und dem gesamten Showteam vorbereitet und gespielt. Zusätzlich hatte ich Zeit, die Details aus dem Videokurs, den ich zuvor erwähnt habe, umzusetzen, mein Studio neu einzurichten und mit den aktuellsten Lichtquellen die neuesten Videos zu produzieren.

Orlando Ribar.

Orlando Ribar.

Bild: PD

Vervollständigen Sie den Satz: Wenn ich nicht Musiker geworden wäre, wäre ich heute ...

Einer meiner Kindheitsträume nebst dem Schlagzeugspielen war die Fliegerei, konkret der Beruf als Pilot. Wenn mich die Musik und vor allem das Schlagzeug nicht so sehr in Bann gezogen hätten, wäre ich Helikopterpilot geworden. Das Hauptinteresse für mich war, in der Rettung zu fliegen. Zu einem meiner Geburtstage wurde ich von meiner Frau zu einem Helikopterflug eingeladen. Ich durfte zwei Stunden mit einem Helikopterlehrer fliegen und konnte das Schweben in der Luft üben. Das ist eines der schwierigsten Manöver mit einem Helikopter und war so faszinierend!

Mit wem würden Sie gerne einmal zusammenarbeiten und warum?

Es klingt irgendwie verrückt, aber ich habe in der Musiklandschaft als Schlagzeuger und Lehrer alles, was ich mir gewünscht habe, erreicht! Eines wäre aber sicherlich interessant, nämlich mit dem Filmkomponisten Hans Zimmer zu arbeiten. Wer weiss, vielleicht besteht ja mal die Möglichkeit dazu. Nichts ist unmöglich im Leben, das war und ist noch immer mein Leitsatz.

«Man's Journey» ist Orlando Ribars erste Komposition für Orchester. Für den Drum-Part hat Ribar zusätzlich die zwei Drummer Massimo Buonanno und Andy Leumann engagiert.

Video: Youtube

Worauf freuen Sie sich?

Auf alles, was aktuell wieder möglich ist: auf Konzerte und auf die gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden. Dann freue ich mich natürlich auf mein bevorstehendes Solokonzert im Treppenhaus Rorschach. Ein Solokonzert vorzubereiten, braucht ziemlich viel Zeit, umso mehr freue ich mich darauf, mit viel Publikum live zu spielen. Im Allgemeinen freue ich mich auf alles, was das Leben mit sich bringt.

Hinweis

Orlando Ribar spielt am 25. Januar eine Solo-Drum-Show im Treppenhaus Rorschach. Beginn 20 Uhr, Eintritt 10 Franken. Tickets gibt es hier.