Die Zeichen stehen auf Trennung

ÖSTERREICH ⋅ Am Freitag wird über die Zukunft von Marcel Koller als Nationalcoach von Österreich entschieden. Die Zeichen stehen auf Trennung. Die Frage scheint bloss: per sofort oder erst in zwei Monaten.
14. September 2017, 11:16

Von unten nach oben und dann wieder nach unten: Der Weg von Marcel Koller als Nationaltrainer von Österreich war wie eine Bergtour. Als der Zürcher die Austria-Auswahl vor sechs Jahren übernahm, war sie im FIFA-Ranking auf Platz 72 positioniert. Innerhalb von vier Jahren führte Koller die Österreicher in die Top Ten und an die EM-Endrunde 2016. Seit dem vorletzten Sommer geht es aber wieder abwärts: Gruppenletzter an der EM, Verpassen der WM-Endrunde 2018 und Rückfall im Ranking auf Platz 57.

Dass der zum Jahresende auslaufende Vertrag nicht verlängert wird, scheint fraglos zu sein. In diesen Tagen diskutieren sie in Österreich offenbar nur noch darüber, wann Kollers Amtszeit zu Ende geht. Schon am Freitag könnte das Arbeitsverhältnis anlässlich einer Verbandssitzung in Gmunden im Salzkammergut aufgelöst werden.

Möglich ist aber auch, dass Koller die österreichische Auswahl in den beiden ausstehenden Spielen der WM-Qualifikation im Oktober gegen Serbien und in Moldawien sowie allenfalls sogar noch im Testspiel im November betreut.

Die Zeichen stehen allerdings auf sofortige Trennung. Den Entscheid fällt ÖFB-Präsident Leo Windtner zusammen mit den neun Präsidenten der Landesverbänden und drei Vertretern der Bundesliga. Der Oberösterreicher Gerhard Götschhofer sagte: "Ich fürchte, dass Koller aufgrund der bereits laufenden Diskussion schwer zu halten sein wird."

Windtner meinte immerhin: "Er hat es verdient, dass man offen aufeinander zugeht." Der Boss sagte vor Kurzem aber auch: "Man wird schon vor den Oktober-Länderspielen wissen müssen, wie es weitergeht." Es scheint, als soll die Zukunft schon in diesen Tagen beginnen. Eine Zukunft ohne Marcel Koller. (sda/apa)


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