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Tagblatt Online, 11. Mai 2012, 01:05 Uhr

Mit Ehrgeiz bis zur Goldmedaille

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...oder eben auch nicht.

STECKBORN. In Glarus fand die Schweizer Meisterschaft der Senioren im Tischtennis statt. Der Steckborner Horst Iffland holte in der Kategorie der über 70 Jährigen die Goldmedaille und darf sich nun Senioren-Schweizer-Meister nennen.

GJON DAVID

«Ich habe die Schweizer Meisterschaft in Tischtennis schon siebenmal gewonnen», erzählt Horst Iffland stolz. Vergangenen Sonntag wurde Iffland Schweizer Seniorenmeister im Tischtennis in Glarus – zum zweitenmal, denn er holte sich den ersten Platz bereits einmal: 1993/94.

Herzinfarkt im November

Seine erste Goldmedaille der Schweizer Meisterschaft in Tischtennis holte Iffland 1992/93 im Herrendoppel. «Ich nenne meine Erfolge gerne: Die unendliche Geschichte», spasst Iffland. Es sei schon nicht so einfach, noch im hohen Alter diesen Siegeszug aufrecht zu halten. Er ist jetzt 72 und fühlt sich immer noch topfit. Trotz eines Herzinfarkts, den er im November, genau an seinem Geburtstag, erlitten hatte. «Ich war beim Tischtennis spielen mit meiner Lebenspartnerin», erzählt Iffland.

Er überstand die Krankheit aber gut und treibt jetzt viel Sport und sorgt dafür, dass er in Bewegung bleibt. Mit seiner Lebenspartnerin Anita Kück lebt Iffland seit 16 Jahren zusammen. «Sie wohnt in Bad-Homburg und ist ebenfalls eine aktive Tischtennisspielerin». Sport verbinde eben. Tischtennis spielt Iffland jetzt schon seit 62 Jahren. «Ich binne Kölsche Jung», sagt Iffland. Er sei in Köln geboren und dort aufgewachsen und habe in seiner Geburtsstadt auch zu spielen begonnen. 1966 ist er dann nach Zürich ausgewandert. «Wegen der Liebe», sagt Iffland: «Wo sie doch die Menschen überall hinführt…» Zehn Jahre hat er in Zürich gearbeitet. «Ich bin gelernter Versicherungskaufmann.» Danach sei er mit seiner damaligen Ehefrau nach Schaffhausen gezogen und habe dort weitere zehn Jahre gearbeitet. Als die Firma pleite ging, zog er nach Steckborn und arbeitete als Materialverwalter bei einer Heizungsfirma. «Ich arbeite nun seit zehn Jahren nicht mehr», er habe sich mit 61 vorzeitig in die Pension verabschiedet.

Steckborner sind tolle Menschen

Er habe nun genug Zeit zu trainieren, sagt Iffland: dreimal in der Woche. Er spielt gern mit seinem Sohn – «Er heisst ebenfalls Horst» – beim Steckborner Tischtennisclub. «Er ist besser als ich, ich habe keine Chance».

Er freut sich, dass auch sein Sohn die Passion für Tischtennis gefunden habe. «Tischtennis ist eine wunderbarer Sportart», sagt Iffland. Wetterunabhängig – man könne in der Halle oder draussen spielen. Zum Schluss gesteht Iffland, dass er die Stadt Steckborn liebe. «Die Menschen sind toll hier, ich fühle mich sehr wohl unter ihnen.»



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