Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 13. Juli 2012, 07:00 Uhr

Keine Fankurve für Scheitingen

Zoom

STECKBORN. Noch mehr Überbauungen auf dem Steckborner Areal Scheitingen: Westlich der Frauenfelderstrasse sind sieben Mehrfamilienhäuser geplant. Der Gestaltungsplan liegt bis 26. Juli auf. Die Anwohner wollen sich wehren.

GUDRUN ENDERS

In der Scheitinger Kurve stehen neugebaute Mehrfamilienhäuser. Nun sollen auf der anderen Strassenseite noch einmal sieben solcher Blocks hinzukommen. «Insgesamt ist die Realisierung von 35 Wohnungen denkbar», sagt Stadtammann Roger Forrer. Zurzeit liegt der «Gestaltungsplan Scheitingen» auf. Es geht dabei um die Überbauung der knapp 1,2 Hektar grossen Parzelle 704, die einer Erbengemeinschaft gehört. Das Bauland liegt in der Zone W2, in der dreigeschossig gebaut werden darf.

Land für den Sportplatz

Quartierbewohner wie Herbert Kuhn finden keinen Gefallen an dem Gestaltungsplan. «Wir versammeln uns heute Freitag und beratschlagen, ob und wie wir rechtlich vorgehen wollen», sagt Kuhn. Ihm gefällt zum Beispiel gar nicht, dass der «Gestaltungsplan Scheitingen» mit dem Landtausch für den geplanten Sportplatz verknüpft ist.

Lässt sich der Stadtrat erpressen? «Sicher nicht», sagt Stadtammann Forrer. Eine Person der Erbengemeinschaft besitze zusätzlich eine Parzelle, auf der der neue Sportplatz realisiert werden könnte. «Sie will erst nach Abschluss des Gestaltungsplans mit uns über diese Parzelle verhandeln. Das ist legitim.» Der Stadtrat habe diese Vereinbarung ehrlich kommuniziert, weil sie den Sportplatz betreffe und damit von öffentlichem Interesse sei. «Andere Vereinbarungen oder gar konkrete Zusagen liegen sicher nicht vor.» Forrer ruft in Erinnerung, dass der Stadtrat schon 2007 beschloss, für Scheitingen einen Gestaltungsplan zu erlassen. «Von Bevorzugung also keine Spur.»

Der Charakter des Quartiers

Zudem fragt sich Anwohner Kuhn, warum im Areal Scheitingen nicht Einfamilienhäuser gebaut werden. Die passten besser ins Quartier, in dem schon rund 40 Einfamilienhäuser stehen. «Es ist Sache der Landeigentümer, ob sie Einfamilienhäuser oder Blocks planen», sagt Forrer. «Wenn ein Projekt mit unserem Baureglement konform ist, können wir es nicht abweisen.» Zudem habe der Stadtrat schon einmal in diesem Areal Blocks bewilligt. «Wenn wir die Blocks auf der einen Strassenseite genehmigen, aus welchen Gründen sollten wir sie gegenüber nicht erlauben?»

Tatsächlich lag 1998 ein erstes Projekt vor, bei dem diese Parzelle 704 mit Einfamilienhäusern bebaut werden sollte. «Danach machten die Landeigentümer von ihrer Freiheit Gebrauch, umzudenken», sagt Forrer. Das jedenfalls gehe aus dem Dossier hervor.

Stadtammann Forrer steht aber auch persönlich hinter der verdichteten Bauweise: «Unser Bauland ist nicht unbegrenzt.» Etwa 35 Familien könnten in den neuen Blocks leben. Dagegen hätten grob geschätzt nur 15 Einfamilienhäuser auf dem Areal Platz. Zudem sei die Erschliessung grösserer Wohnanlagen viel einfacher. «Es gibt eine Zufahrt zur Tiefgarage und nicht mehrere neue Quartierstrassen.»

Die Erschliessung ist auch ein Kritikpunkt von Herbert Kuhn. Er vermisst ein Verkehrskonzept im Gestaltungsplan. «Das bestehende Strässli ist für die Erschliessung zu schmal», sagt Kuhn.

Bei dieser letzten Aussage gibt ihm Stadtammann Forrer recht. Aber in einen Gestaltungsplan gehöre eine Erschliessungsstrasse trotzdem nicht.



Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren.



Leser-Kommentare:
keine
Morgen in der
Frauen und Macht
Ticketpreise Die politischen Türen stehen Frauen mit Ambitionen weit offen. Dennoch ist der Frauenanteil in den Ostschweizer Parlamenten rückläufig. Eine Ursachenforschung.
Jüngste Pfarrerin der Ostschweiz
Kirche Die 27-jährige Sarah Glättli ist Pfarrerin in Erlen. Sie spricht über Festtage, Freizeit und Fundamentalismus.
Unsere Schokoladenseite
Genuss Bläss, Volksmusik, Säntis und Bodensee - Wie die Ostschweizer Confiseure die Ostschweiz versüssen.
Weihnachten im Stadion
Boxing Day Der 26. Dezember ist einer der sportlichsten Tage im Jahr.

Anzeige:

Gewinnspiel Tippen Sie mit

Ostschweizer Trauerportal

tagblatt.ch / leserbilder