Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 6. August 2012, 01:37 Uhr

Gut eingefettet oder in Neopren

Zoom

Alles bereit: Die Schwimmer warten auf der Schifflände in Stein am Rhein ungeduldig, bis es um acht Uhr losgeht. (Bild: Bilder: Margrith Pfister-Kübler)

Nach zwei Jahren Pause war es wieder so weit: 185 Schwimmbegeisterte liessen sich gestern Sonntag beim Rhyschwümme von Stein am Rhein bis nach Diessenhofen den Rhein hinuntertreiben.

MARGRITH PFISTER-KÜBLER

STEIN AM RHEIN. «Kommt schon», sagt ein Schwimmer aus der Region Stuttgart zu einer Gruppe, die sich mit Melkfett einschmiert. «Neu gibt es Melkfett mit Sonnenschutzfaktor», weiss Violette Tanner aus Hemishofen. «Ich bin um vier Uhr aufgestanden und habe nach dem Wetter geschaut», begrüsst OK-Präsident Patric Gonetz die Schwimmer. Das letzte Rhyschwümme fand 2009 statt. Zweimal musste es wegen zu tiefer Wassertemperatur abgesagt werden.

Günter Thus von der SLRG-Sektion Stein am Rhein, Veranstalter des Schwimmens, erinnert an Ehrenpräsident Jack Bremer, der im 1963 das Rhyschwümme ins Leben rief. Er starb im Mai dieses Jahres. Bremer wird vermisst. Sein Ruf zum Start: «Wem ghört dä Rhy? – Üs ghört dä Rhy!» übernimmt diesmal Thus.

Man hört unterschiedliche Dialekte, auch solche aus der deutschen Nachbarschaft. Hellere Wolkenschleier treiben unter der dunklen Wolkendecke. Dieser Sonntagmorgen ist einer der schwülen, ideal, um ins 22 Grad warme Rheinwasser zu springen und sich elf Kilometer flussabwärts treiben zu lassen.

Mit oder ohne Neoprenanzug?

«Ich hüpfe gleich», jubelt Bernd Wichner aus Freudenstadt, der schon dreimal mitmachte. «Es ist eine tolle Sache hier, eine perfekte Organisation», lobt er. Es fällt auf, was Jack Bremer einst thematisierte, doch mit Neopren zu schwimmen, stösst auf Echo. «Neopren ist ganz anders, so warm, früher war das verpönt», stellt Jutta Oderbolz fest, die zusammen mit ihrem Mann Markus mitschwimmt. Die Mehrheit schwimmt jedoch ohne, nur mit Badehose und eingefettet.

Juchzer und Freudenschreie hallen von der Steiner Brücke, als die Mutigsten pünktlich um acht Uhr den circa Acht-Meter-Sprung ins Fliessgewässer wagen. 50 Rettungskräfte und weitere Helfer stehen im Einsatz, davon allein 38 Leute auf den Booten. Sicherungstaucher Kilian Köpfli aus Diessenhofen: «Sicherheit ist das oberste Gebot.»

Über eine Stunde unterwegs

Die Stegplattform taucht beinahe unter dem Gewicht der Menschen. Nach dem Start ragen die vielen bunten Köpfe aus dem Rhein, die flussabwärts treiben. Nach einer Stunde und sieben Minuten kommen die ersten beim Pontonierdepot Diessenhofen an.



Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren.



Leser-Kommentare:
keine
Morgen in der
Wenn Falsches richtig ist
Rechtschreibung In den letzten 20 Jahren haben die Erst- und Zweitklässler gelernt, frei nach Gehör zu schreiben. Jetzt soll die Rechtschreibung wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten.
Erhöhte Suizidgefahr im Gefängnis
Haftschock Die Selbsttötung in einem St. Galler Gefängnis vor zehn Tagen ist kein Einzelfall.
Der kompromisslose Stoff
Freitag Die beiden Freitag Brüder wollen statt Taschen aus LKW-Blachen kompostierbare Öko-Kleider machen.
«Je mehr pfeifen, desto besser»
Super League Trainer Urs Fischer gastiert mit dem FC Thun zum zweitenmal innert weniger Tage in St.Gallen.

Anzeige:

Gewinnspiel Tippen Sie mit

Tippen & Gewinnen

Ostschweizer Trauerportal

teaser-ROS-trauer

tagblatt.ch / leserbilder

leserbilder.jpg