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Tagblatt Online, 28. Juli 2012, 01:36 Uhr

Sehnsuchtsorte (2): Die Meersburg

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(Bild: Meersburg, Altes Schloss von Nordwesten, Lithographie eines unbekannten Künstlers, um 1860/70)


Die Meersburg ist die älteste noch bewohnte Burg Deutschlands. Der legendäre König Dagobert I. soll sie um 630 gegründet haben – der Dagobert-Turm erinnert daran –, doch die Historiker glauben, dass die Meersburg wie viele andere Burgen der Bodenseeregion im 12. Jahrhundert errichtet worden ist, als die Staufer am Ruder waren. Nachzulesen ist solches im hübschen Buch «Schlösser am See», das zur aktuellen Ausstellung im Rosgartenmuseum Konstanz erschienen ist.

Hohen Besuch hat die Meersburg immer wieder gehabt: von König Friedrich II. oder König Sigismund, dem Schirmherrn des Konstanzer Konzils 1414–1418. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts gehörte die Meersburg den Konstanzer Bischöfen, die sich vor allem sommers hier aufhielten. 1334, nach der Doppelwahl zweier Bischöfe, floh Nikolaus von Frauenfeld hierher und verschanzte sich gegen die kaiserlichen Truppen, die den Gegenkandidaten unterstützten. Nikolaus setzte sich durch. Annette von Droste-Hülshoff lebte von 1841 bis zu ihrem Tod 1848 auf der Meersburg und erlebte hier ihre fruchtbarste Schaffenszeit.

Weil eine Burg wie kein anderes Bauwerk die kindliche Phantasie anregt, macht die Museumspädagogin Katharina Kirr heute mit Kindern ab 9 Jahren einen Ausflug auf Schloss Meersburg; Treffpunkt ist um 9 Uhr beim Rosgartenmuseum, Rückkehr gegen 14 Uhr, Vesper und Getränke mitnehmen. (dl)



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