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Tagblatt Online, 10. August 2012, 01:34 Uhr

«Wir machen altes Kino»

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Noch haben nicht alle Kinobesucher ihre Plätze eingenommen. (Bild: Gioia Zogg)

Am Mittwoch startete das Open-Air-Kino in Romanshorn. Bis zum 18. August bietet es nun abendfüllende Freiluftunterhaltung. Zur Premiere gab es einen Schweizer Film.

GIOIA ZOGG

ROMANSHORN. Am Mittwoch hat das Open-Air Kino in Romanshorn begonnen. Der Schweizer Film «Der Verdingbub» lockte rund 100 Besucher auf die Seeparkwiese. Trotz dem späten Start im August hatten die Veranstalter mehr Wetterglück als die anderen Ostschweizer Open-Air-Kinos.

Klein, aber fein

Eigentlich darf das Open-Air- Kino in Romanshorn aber nicht mit Arbon, Kreuzlingen, Weinfelden und St. Gallen verglichen werden. Denn die Veranstalter stellen mit 400 statt 1000 Sitzen einen anderen Anspruch an das Freiluftkino als die grossen vier.

Gartenstühle und Festzelt statt einer Tribüne und eine vergleichsweise kleine Leinwand lassen das Feeling vom grossen Kino missen. Trotzdem beschreibt «Klein, aber fein» das Kino wohl ganz gut. Das Gelände wirkt professionell aufgebaut, und obwohl das Festzelt eher Party- denn Kinostimmung erzeugt, hat dieses auch einen Vorteil: Bei Regen ist die Leinwand auch vom Trockenen aus sichtbar. Wer fürchtet, dass ohne Tribüne die Leinwand nicht gut sichtbar ist, wird schnell erkennen, dass die Gartenstühle dem Kinoerlebnis keinen Abbruch tun.

«Gigantischer Ton»

Die qualitativen Unterschiede zum digitalen Kino seien gering, sagt Marcantonio. «Wir haben einen gigantischen Ton, der jeden digitalen Film übertrumpft.» Die Bildqualität bei Streifen liege zwar hinter jener der digitalen Pixel, das merke man aber nur als Profi. Schwieriger wäre es, wenn die Filme am Tag gezeigt würden. Da es aber bereits August ist, sei es um 21.30 Uhr dunkel genug, um den Film pünktlich zu starten.

Ein Stück Kultur

Die 35-Millimeter-Filme machen das etwas andere Kino aus. «Wir wollen die Tradition des Kinos und des Films pflegen», sagt Marcantonio.

Aus diesem Grund ist der mobile Wagen, in dem sich neben allen technischen Notwendigkeiten für das Kino auch der Projektor mit der Filmrolle befindet, immer offen und für die Besucher einsehbar. «Wir freuen uns, wenn sich die Besucher mit Fragen zur Projektion an uns wenden oder sich den Wagen einfach anschauen.»

Auch für die Vereinsmitglieder hält der umgebaute Imbisswagen noch einen nostalgischen Wert in sich. Denn das Zeigen von digitalen Filmen bedeute nur eines: CD rein und fertig. «Die Wartung der Anlage, das Schrauben und Ölen ist hingegen wie bei einem Auto. Das macht einfach Spass.» Dem Thema Streifen-Film entsprechend könnte sich Marcantonio auch vorstellen, im nächsten Jahr einen Filmklassiker wie «Titanic» zu zeigen.

Heute abend läuft «Starbuck»

Cineopennight ist für die Vereinsmitglieder ein Hobby. Ziel sei es nicht, davon reich zu werden. Das würde auch schwierig, denn um die Kosten für das Freiluftkino in Romanshorn zu decken, müssten alle Vorstellungen fast täglich ausverkauft sein. «Damit rechnen wir nicht», sagt Marcantonio. «Dank der Sponsoren können wir den Event trotzdem verwirklichen.»

Er freut sich am meisten auf «Starbuck», der heute abend läuft. «Ein lustiger Film wie <Starbuck> zieht bestimmt viele Besucher an.» Den Top-Film der Saison sieht er in – wie könnte es anders sein – «Intouchables». Die Vorstellungen, die noch bis zum 18. August laufen, bieten den Romanshornern nun ein abendfüllendes Freiluftprogramm.



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