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Tagblatt Online, 18. August 2012, 01:33 Uhr

Die Hilfslehrer bewähren sich

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Die Fünftklässlerinnen von Lehrer Adrian Geisser schneiden Stoffe zu, beobachtet von «ihrer» Seniorin Marlies Verhofnik und Schulleiterin Barbara Schwarzenbach. (Bild: Gunhild Rübekeil)

Die Primarschule Romanshorn setzt seit sieben Jahren auf die Unterstützung durch «Senioren im Klassenzimmer». Das Projekt läuft gut. Die Verantwortlichen wären aber froh um weitere freiwillige Helfer.

GUNHILD RÜBEKEIL

ROMANSHORN. «Grüezi, Frau Verhofnik.» Die Mädchen der fünften Klasse freuen sich sichtlich über den überraschenden Besuch. Seit 2005 ist Marlies Verhofnik als «Seniorin im Klassenzimmer» im Einsatz.

Was vor sieben Jahren vor allem als Austausch von Jung und Alt gedacht war, ist längst zur unentbehrlichen Hilfe im Schulalltag geworden. «Mit Unterstützung der Senioren können wir die Schüler individuell fördern und weiterbringen», erklärt Schulleiterin Barbara Schwarzenbach. «Gerade in schwierigen Klassen sind wir froh um deren Mitarbeit.»

Fünf Senioren sind derzeit an der Primarschule engagiert. «Es wäre toll, wenn sich noch mehr bei uns melden würden. Der Bedarf ist auf jeden Fall da», erklärt die Schulleiterin.

Hilfe bei Aufgaben

Ihren Einsatz legen die Freiwilligen gemeinsam mit dem jeweiligen Lehrer fest. Sie helfen bei Aufgaben und fragen die Schüler ab oder sitzen während der Schulstunde bei Kindern, die Probleme haben, sich zu konzentrieren. «Die Verantwortung für den Unterricht und die Schulklasse liegt aber selbstverständlich immer beim Lehrer», stellt Schwarzenbach klar. «Er bestimmt den Schulstil. Die Senioren sollten als Hilfe im Hintergrund bleiben.»

In der Regel stehen die Senioren einmal pro Woche zur Verfügung, müssen sich bei ihrer Ferienplanung aber nicht einschränken. Marlies Verhofnik beispielsweise wird im Herbst einige Wochen nicht in Romanshorn sein. Auch bei den Einsatzzeiten – sie hat gemeinsam mit Adrian Geisser den Dienstag ausgewählt – hofft sie auf Verständnis. «Ich bin Langschläferin», gesteht die Romanshornerin, «deshalb kann ich nicht garantieren, dass ich immer zur ersten Schulstunde um 7.30 Uhr kommen werde. Das habe ich auch den Schülern erklärt. Solche Kleinigkeiten, findet Verhofnik, fördern das Verständnis zwischen ihr und den Schülern. «Sie sehen, dass ich auch nur ein Mensch bin», erklärt sie.

«Passen gut zusammen»

Mit Adrian Geisser arbeitet die Seniorin seit Beginn ihres Engagements zusammen und durchläuft jeweils die vierte bis zur sechsten Klasse. «Dass wir zusammengekommen sind, ist Zufall», sagt Marlies Verhofnik lachend. «Aber wir passen gut zusammen.» Nach dem Unterricht oder in den Pausen besprechen die beiden, was in den Stunden vorgefallen ist. «Der Austausch ist wichtig», betonen Verhofnik und Schwarzenbach. Einmal pro Schuljahr bietet die Primarschule zudem eine Weiterbildung für die Senioren an. Themen wie «Wie ist die Schule heute», «Umgang mit Nähe und Distanz» oder die neue Rechtschreibung stehen auf dem Plan. In einem Zusammenarbeitsvertrag, der jeweils für ein Schuljahr gültig ist, werden die Einsatzzeiten festgehalten.

Blickt Barbara Schwarzenbach auf die sieben Jahre zurück, fällt ihr Fazit äusserst positiv aus. «Das Projekt läuft prima», berichtet sie. «Die Senioren, die sich bei uns einbringen, sind äusserst geeignet und gehören schon längst zur Schule. Die Idee hat sich bewährt.»

Wer Interesse hat, sich an der Primarschule zu engagieren, ist am Donnerstag, 23. August, um 17 Uhr in den Schulpavillon Gottfried-Keller-Strasse 19 eingeladen. Bei Fragen im Vorfeld steht Barbara Schwarzenbach unter Telefon 071 460 13 66 zur Verfügung.


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