Tagblatt Online, 23. Februar 2012 01:06:00
Schwimmhalle: Bundesrat beantragt Beiträge
KREUZLINGEN. Der Bund will 50 Millionen Franken in bedeutende Sportanlagen investieren. Auch Kreuzlingen wird in der Botschaft zuhanden des Parlamentes erwähnt.
MARTINA EGGENBERGER LENZ
Heute abend berät der Gemeinderat über die Schwimmhalle. Gute Neuigkeiten dazu gab es gestern aus Bern: Der Bundesrat hat die Botschaft über Finanzhilfen an Sportanlagen von nationaler Bedeutung zuhanden des Parlamentes verabschiedet. In der Botschaft stellt der Bund Beiträge von total 50 Millionen Franken an Sportanlagen in Aussicht, höchstens sechs Millionen Franken sind für Schwimmsport-Anlagen vorgesehen.
Bund hat andere Zahlen
Der Infrastrukturbedarf wurde mit den nationalen Sportverbänden, in diesem Fall dem Schweizerischen Schwimmverband, erhoben. Explizit erwähnt ist das Kreuzlinger Projekt. In der Schwimmhalle solle das nationale Zentrum für die Disziplin Wasserball entstehen, das auch für den Trainingsbetrieb in der Disziplin Schwimmen vorgesehen sei, heisst es in der Botschaft. 20 bis 30 Millionen Franken solle das Schwimmsport-Zentrum kosten, heisst es weiter. Und: der Baubeginn sei für 2014 vorgesehen.
Die Stadt Kreuzlingen rechnet mit etwas anderen Zahlen: nämlich mit Baukosten von 17 Millionen Franken. Auch der Zeitplan sieht aktuell etwas anders aus. Der Stadtrat geht davon aus, dass der Baubeginn für das Millionen-Projekt erst 2015 erfolgen könnte.
Kreuzlingen muss teilen
Auch in anderen Städten sind Projekte geplant, so etwa in Basel, Aarau, Bern oder Freiburg. Der Bund geht davon aus, dass neben Kreuzlingen zwei bis drei weitere Vorhaben unterstützt werden. Der Direktor des Bundesamtes für Sport, Matthias Remund, sagte vor kurzem im Interview mit der Thurgauer Zeitung, dass Kreuzlingen mit Bundesbeiträgen von etwa zwei Millionen Franken rechnen dürfe. Jetzt muss nur noch das Parlament Ja sagen.
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deich (23. Februar 2012, 11:40)
Baukosten
Mit 20 bis 30 Millionen Franken dürfte der Bund für ein Schwimmsport-"Zentrum" realistischer liegen, wenn auch der zur Verfügung stehende, recht enge Bauplatz "Egelsee" keine "Architekturikone" zulassen dürfte (Vergleiche: Neues "Sportbad Eggenberg" in Graz!). Auch ein nur funktionell zu planendes 50-Meter Sportbad benötigt eine wettkampfmässig ausreichende Infrastruktur. So haben denn auch die (stets sportlichen) Österreicher für eine mittlere Zuschauerkapazität vorgesorgt (800), was sowohl für lokale, nationale, wie auch für kleinere internationale Wettkämpfe als sinnvoll erscheint, um der sportlichen Kapazität der Anlage gerecht werden zu können. Es wäre keine zweckentsprechende Investition, wenn sich ein so grosses Sportbad nur für Schul- und Trainingsstunden, sowie Freischwimmen eignen würde. Schwimmsport ist eben auch ein "Zuschauersport" und entsprechend gesellschaftsrelevant - national und international. Kreuzlingen's Chance!
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