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Tagblatt Online, 30. Juni 2012, 11:14 Uhr

Velo-Hindernis ist keine Schikane

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Das Velo-Hindernis wurde bereits zweimal kaputt gemacht. (Bild: pd)

BÜREN. Schon zweimal beschädigten Unbekannte ein Velo-Hindernis auf einem Wanderweg bei Büren. Der Verein Thurgauer Wanderwege appelliert an die Biker. Die Aufforderung zum Absteigen habe dort einen guten Grund.

URS BRÜSCHWEILER

Einen Konflikt zwischen Bikern und Wanderern will man auf keinen Fall heraufbeschwören. Im Gegenteil, das Einvernehmen sei sehr gut. Man habe gar noch nie Probleme gehabt, sagt Hans Bögli. Er ist Regionalleiter des Vereins Thurgauer Wanderwege für den Bezirk Kreuzlingen. Die Worte in der Medienmitteilung von Geschäftsführer Stefan Birchler sind denn auch spürbar mit Bedacht gewählt.

Absteigen und schieben

Es geht um ein kurzes Stück Wanderweg im Wald zwischen Büren und Fischbach auf dem Seerücken. Im Frühjahr wurde dieses vom Kantonalen Werkhof saniert. Es war stark vernässt, weshalb auch Treppenstufen eingebaut wurden. Um zu verhindern, dass es wieder Schaden nimmt, haben die Mitarbeiter des Werkhofs auch noch ein Fahrrad-Hindernis erstellt. Biker müssen dort absteigen und ihr Velo schieben.

«Nun wurde dieses Hindernis zum zweiten Mal mutwillig zerstört», schreibt Birchler. Eben weil wenige Konfliktfälle zwischen Bikern und Wanderern bekannt seien, trübten solche Vorkommnisse das ansonsten gute Einvernehmen.

Einsicht gefordert

Das Verständnis für den oder die Übeltäter hält sich beim Verein Thurgauer Wanderweg in ganz engen Grenzen. Man verteidigt aber die Notwendigkeit der Massnahme und appelliert an die Biker. Es gehe schliesslich darum, Unfälle zu vermeiden und Beschädigungen zu verhindern, schreibt Birchler. «So sollte doch jeder Biker einsehen, dass ein vorhandenes Hindernis nicht als Schikane gemeint ist.» Die Aufforderung, kurzzeitig abzusteigen und das Bike zu schieben, habe einen guten Grund. Starke Schäden an Stufen und Weg könnten so verhindert werden.

Wer genau das Hindernis zerstört hat, ist unbekannt. Die Frage, warum man denn explizit auf das ansonsten gute Verhältnis zwischen Bikern und Wanderern verweise, beantwortet Hans Bögli wie folgt: «Es liegt doch auf der Hand.» Auf keinen Fall aber wolle man der Biker-Gemeinde generell einen Vorwurf machen. Im Gegenteil: Er bittet sogar die Biker darum, selber auf solche Vorkommnisse zu achten und sie den Wanderwegverantwortlichen zu melden.

In der Regel rücksichtsvoll

Oder wie es Stefan Birchler schreibt: «Biker und Wanderer begegnen sich rücksichtsvoll, schwarze Schafe sind auf beiden Seiten die Ausnahme.»



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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
deich (30. Juni 2012, 12:28)
Begegnungen

Manche "Biker" fahren in einem Tempo an Wandernden vorbei, als wären sie alleine auf der Strecke. Man gewinnt dann den Eindruck, dass da der Bikergeist fixiert verharrt. Nun ist es tatsächlich so, dass ein Biker in der Regel "ans Ziel kommen möchte", ein Wanderer dagegen "unterwegs" ist, die Natur als "langsam erwanderbar" begreift und sie so erschliesst. Es sind zwei Verhaltensweisen in zwei Geschwindigkeiten, die sich im Prinzip ausschliessen. Da sich beide "Kreaturen" oft auf demselben Pfad bewegen, ist simple Rücksicht die beste Antwort auf die unterschiedlichen Freizeitbedürfnisse. Respekt entsteht übrigens automatisch dann, wenn man sich grüssend begegnet. Dann fällt auch mal ein langsameres Vorbeifahren nicht schwer, ebenso wenig das sichtbare Platzmachen der zu Fuss Gehenden. So klappt's. Es wird halt immer welche geben, die das nie begreifen. Da darf dann auch mal ein (ziemlich!) korrektes Wort nachwehen - auf Gegenseitigkeit!

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