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Tagblatt Online, 15. Juni 2012, 06:37 Uhr

Stadtrat: Kreuzlingen will OLS

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Die Stadt Kreuzlingen würde von der Spange Bätershausen und der Oberlandstrasse südlich umfahren. (Bild: Bilder: Daniela Ebinger)

KREUZLINGEN. Der Stadtrat veröffentlicht einen Verkehrsbericht. Gedacht ist dieser als Ergänzung zur Botschaft des Regierungsrats zur Abstimmung vom 23. September. OLS und Spange Bätershausen seien nötig, um die Probleme der Stadt zu lösen.

URS BRÜSCHWEILER

«Es ist für uns wichtig, die Kreuzlinger Situation vertieft darzustellen.» Stadtammann Andreas Netzle stellte gestern den Medien den Bericht «Verkehr in Kreuzlingen» vor. Dieser wurde vom Stadtrat erarbeitet und geht auf die Verkehrssituation in Kreuzlingen ein. Die Spange Bätershausen, die Oberlandstrasse und das Agglomerationsprogramm Kreuzlingen-Konstanz werden darin beschrieben und zueinander in Bezug gestellt.

Stadtrat fühlt sich legitimiert

«Der Bericht soll zur Meinungsbildung in den anstehenden Volksentscheiden beitragen und ergänzt die Botschaft des Regierungsrates zum Netzbeschluss BTS und OLS», heisst es gleich zu Beginn. Damit ist auch gesagt, dass es dem Stadtrat darum geht, klar Position zu beziehen für die kantonale Abstimmung vom 23. September. «Wir fühlen uns dazu legitimiert, aufgrund verschiedener Plebiszite in der Stadt in der Vergangenheit.» Der Wille der Kreuzlinger Bevölkerung sei schon mehrfach zum Ausdruck gekommen. Erwähnt im Bericht sind beispielsweise das Ja in der Stadt zur Südumfahrung von 2005 (der Kanton als Ganzes lehnte sie jedoch ab) oder das Kreuzlinger Ja von 2001 zur Südspange (das Projekt wurde nach einer erfolgreichen Beschwerde vom Kanton aber zurückgezogen).

«Die Spange ist ein Muss»

«Die Kreuzlinger Bevölkerung sieht den Handlungsbedarf, und der Stadtrat bezieht deshalb entsprechend Stellung», sagte Netzle. Wichtig zu betonen war für den Stadtammann, dass das Projekt Spange Bätershausen unabhängig von der OLS und früher als diese realisiert werden soll. Man sei derzeit mitten in den Planungen mit dem Kanton. Geplant sei auch eine grosszügige Grün-Brücke im Bereich der Wildsauenhütte. Die Volksabstimmung zur Spange Bätershausen erwartet Netzle 2013 oder 2014. Abstimmen werden dann aber im Gegensatz zur OLS nur die Kreuzlinger Stimmberechtigten, und zwar über einen Kredit von voraussichtlich etwa 3,5 Millionen Franken. «Die Spange ist für die Stadt ein Muss», so der Stadtammann. Der Bericht führt anhand von Modellberechnungen aus, dass OLS und Spange Bätershausen Kreuzlingen entlasten würden.

Übergangslösung Chance Nord

Es bedürfe aber auch flankierender Massnahmen, wie zum Beispiel eines Lastwagenfahrverbots in der Innenstadt. Dies besonders zugunsten der Bahnhofstrasse und der Hafenstrasse. Dort ist eine spürbare Entlastung heute besonders wünschenswert. Die West-Ost-Verbindung «Chance Nord», die 2010 eröffnet wurde, sei nicht in der Lage, die Verkehrssituation wesentlich zu verbessern. Dies sei aber schon vorher klar gewesen, so dass die Achse nur als Übergangslösung bis zur Inbetriebnahme einer südlichen Umfahrung dienen soll.



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Leser-Kommentare:
2 Beiträge
watch (15. Juni 2012, 13:58)
Vorpreschen von Hr. Netzle

Es hat lange Tradition im TG, dass die Oberhäupter der Kommunen dem Regierungsrat nach dem Mund reden, um ja nicht beim Verteilen der kantonalen Kuchenstücke zu kurz zu kommen. OLS und BTS sind ehrgeizige Strassenprojekte, die bei weitem nicht das erfüllen können, was sie versprechen. Eine nachhaltige und zukunftsträchtige Verkehrspolitik setzt nicht mehr auf die Förderung des Individualverkehrs. Ich fände es dringend nötig, dass Herr Netzle auch die Belastungen in und um Kreuzlingen -gemäss ostluft- publiziert und mit einem seiner rosigen Kommentare versieht. Die ganze Abstimmerei ist bis zu einem gewissen Grade obsolet: Der Bund wird so schnell die rund 8oo Millionen für die BTS nicht locker machen. Viel gescheiter wäre es, mit kleinen, aber richtigen und umweltnützlichen Schritten dort zu investieren, wo es dringlich ist: Dosieren des Verkehrs in Kreuzlingen, Busspuren und Lichtsignalanlagen und teilseise Tempo 30.

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deich (15. Juni 2012, 09:50)
Im Süden

Die Bätershauser Spange allein genügt nicht, "um die Probleme der Stadt zu lösen"! Kommt die OLS nicht, so bliebe, wenn die Spange dann trotzdem gebaut würde, ein Torso bestehen. Einen gewissen Sinn würde diese Spange dann allerdings dann machen, wenn unten in der Stadt mit einer rigiden Signalisierung der Verkehr beeinflusst werden könnte, was besonders den Lastwagenverkehr betrifft. Da dieses Strassenstück explizit zwischen zwei Waldflächen zu liegen käme, müsste den "Wildsauen" und anderem Getier allerdings mehr Möglichkeiten geboten werden, als nur einen Übergang bei der bestehenden städtischen Waldhütte. Dieses Strassendach würde eher nur die Wurstbrater vor Lärm schützen, als eine ökologisch grosszügige Massnahme in die Strassengeschichte eingehen.

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