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Tagblatt Online, 17. August 2012, 01:34 Uhr

Rheini, verzweifelt gesucht

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Schildkröte Rheini fühlt sich wohl in seinem Haus in der Badi. (Bild: pd)

KONSTANZ. Im Konstanzer Rheinstrandband lebt seit zwei Jahren eine exotische Schildkröte. Nun ist sie weg. Einfach verschwunden – oder wurde sie gestohlen?

MARTINA EGGENBERGER LENZ

Sie ist der Liebling der Gäste und des Personals in der Badi am Seerhein: Rheini, die Gelbwangen-Schmuckschildkröte. Aus dem Nichts ist sie vor zwei Jahren aufgetaucht und hat den schwimmenden Baumstamm vor dem Strandbad zu ihrem Lebensmittelpunkt erklärt. Ins Nichts ist sie jetzt wieder verschwunden.

Am Sonntagmorgen hat Schwimmmeister Andreas Weh das Tier zum letzten Mal gesehen. Seither fehlt von ihm jede Spur. «Das ist schon aussergewöhnlich. Rheini war sonst jeden Tag hier.»

Rheini hat sogar ein Haus

Glaubt man dem «Südkurier», ist die Schildkröte nicht einfach abgetaucht. Sie wurde entführt. Badegäste wollen einen Mann beobachtet haben, der Rheini gestohlen hat. Der Unbekannte habe sich von seinem Vorhaben nicht abbringen lassen. Die Rheini-Fans bitten den Mann, das Tier zurückzubringen. Sie drohen gar mit einer Strafanzeige.

Die Konstanzer Stadtwerke, die für das Rheinstrandbad zuständig sind, können nicht bestätigen, dass Rheini entwendet worden ist. Weg sei er aber, und man sei sehr enttäuscht darüber, heisst es. Die Schildkröte ist in Konstanz so beliebt, dass Badegäste ihr sogar ein Häuschen bauten. Als das erste Modell wegkam, wurde flugs wieder ein neues angefertigt. Der Konstanzer Fotograf Franz-Josef Stiele-Werdermann war dabei, als Rheini diesen Sommer sein neues Heim beziehen durfte. Auch er hat «das Viech» ins Herz geschlossen. «Ich finde es witzig, dass das exotische Tier hier eine Heimat gefunden und schon zwei Winter überstanden hat.»

Finderlohn aus Bronze

Künstler Werner Schlotter fertigt aktuell einen Schildkröten-Bronzeguss. Die Skulptur will er jener Person schenken, die die Rückkehr von Rheini ins Strandbad ermöglicht. «Vielleicht hat ihn ja jemand nur aus falsch verstandener Tierliebe mitgenommen», mutmasst Stiele-Werdermann.



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