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Tagblatt Online, 12. Juli 2012, 06:54 Uhr

Für mehr Kultur in der Stadt

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Studieren Resultate: Stadträtin Dorena Raggenbass und Christine Forster von «Kultur im Shop». (Bild: Kurt Peter)

KREUZLINGEN. Initiantin Christine Forster hat 800 Unterschriften für ein Kulturzentrum in Kreuzlingen gesammelt. Stadträtin Dorena Raggenbass will die Willensäusserung ernst nehmen.

KURT PETER

Der ehemalige Schiesser-Fabrikladen wurde in der Zeit von März bis Mai zum kulturellen Treffpunkt, am so genannten «fat tuesday».

Initiantin Christine Forster und ihr Team boten während der drei Monate ein vielfältiges Programm, das grossen Anklang fand. Kein Wunder, wurde der Wunsch nach einem Treffpunkt dieser oder ähnlicher Art immer wieder artikuliert.

Potenzial für mehr

Die Idee, eine Unterschriftensammlung für ein Kulturzentrum in Kreuzlingen zu lancieren, sei auch aus Kreisen der Besucher gekommen, hält Christine Forster fest. Bis Ende Mai wurde gesammelt. 800 interessierte Personen unterschrieben das Begehren. Dabei hätten es noch mehr sein können, ist die Initiantin überzeugt, denn gesammelt wurde nur im Shop. Man wurde nicht ausserhalb aktiv, und es gab keine Standaktionen. «Ansonsten hätten wir locker einige tausend Unterschriften zusammen bekommen», ist die Initiantin überzeugt.

Mehr Konzept, mehr Zentrum

Forster zieht eine positive Bilanz über die Aktion «Kultur im Shop». Das grosse Interesse und die vielen interessanten Gespräche hätten schliesslich eine gewisse Unzufriedenheit über die heutige Situation in Kreuzlingen aufgezeigt. «Es fehlt ein Konzept und es fehlt an Koordination, um das doch grosse kulturelle Angebot in Kreuzlingen zu bündeln, zu kommunizieren und zusammenzufassen», so die Bilanz von Christine Forster. Und es fehle an Identität, welche ihrer Meinung nach durch ein gemeinsames Kulturzentrum zu schaffen wäre. Dabei ist ihr die Einbindung der Mittel- und Hochschulen ebenso wichtig wie die Belebung des Zentrums.

Das Schiesser-Areal sei gekauft worden, um kulturellen Institutionen eine Heimat zu geben und bei der Gestaltung des Zentrums den Fuss in der Tür zu haben, erklärt Dorena Raggenbass. Es sei wohl unabwendbar, dass die beiden Veranstalter Z88 und das Theater an der Grenze über kurz oder lang neue Räumlichkeiten brauchten. Für sie «ein erster Schritt zur Bündelung der Kräfte an einem zentralen Ort». Dabei soll ein mögliches Kulturzentrum eine offene Szene mit Platz für eine breites Angebot sein.

Es braucht noch Zeit

Doch der Weg ist lang, dass wissen Christine Forster und Dorena Raggenbass. Das erste Kulturforum im «Kultur im Shop» zeigte wohl die Stossrichtung an, doch um die Ideen und Anregungen umzusetzen, braucht es Zeit. «Und engagierte Kulturinteressierte, die bereit sind, ein Zentrum aufzubauen, am Konzept mitzuarbeiten und bei der Umsetzung mitzuhelfen.» Eine Neuauflage des Kulturforums im kommenden Jahr soll schliesslich auch dazu dienen, die geknüpften Kontakte zu beleben und die Ideen weiterzuverfolgen. Zeit ist vorhanden, denn die Räumlichkeiten im Schiesser-Areal sind vermietet. Für die kommenden drei Jahre hat das Sport-KV seinen Betrieb im ehemaligen Fabrikladen, und die Internationale Schule Kreuzlingen-Konstanz hat ebenfalls Klassenräume gemietet.

Das bringe Luft in die Erarbeitung konkreter Pläne, so die Stadträtin. Die ersten Gespräche in einer aus dem Kulturforum heraus gebildeten Arbeitsgruppe werden nach den Sommerferien stattfinden.



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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
deich (12. Juli 2012, 09:16)
Kultur? Ja!

Man kann das Schiesser-Areal auch aufstocken - zumindest den Betonbau, oben etwa auch mit einem (Kultur-) Restaurant/Café versehen, um (endlich) auch mal den Blick freizugeben aus dem Stadtzentrum heraus auf den Bodensee und seine Landschaft. Es wird in Kreuzlingen zum Beispiel sehr viel in Strassen investiert, und alles Mögliche steht als Projekt an (Hallenbad, Stadthaus, Parkhaus, usw.). Nachhaltig sind besonders auch kulturelle Belange (inklusive die Grünkultur - also Parks!). Da lohnt es sich schon, auch mal den Blick besonders auf (kulturelle) Lebensäusserungen (aller Art) zu werfen, die nicht nur generationenübergreifend eine Stadt beflügeln können, sondern auch eine imagefördernde Aussenwirkung in sich tragen, die anzieht und urban zusätzlich belebt, was Kreuzlingen dringend braucht, um sich neben Konstanz gut zu positionieren. Es ist eine Frage der Richtung, in die sich die Stadt in den kommenden 20-30 Jahren bewegt.

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