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Tagblatt Online, 18. Juli 2012, 01:34 Uhr

Attacke auf Lärmschutzwände

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Spinnennetze: Die Lärmschutz-Scheiben haben lange Risse. (Bild: Nicole D'Orazio)

Unbekannte haben Glasscheiben an der Hafenstrasse beschädigt. Die Polizei vermutet, diese hätten mit einem Luftgewehr oder einer Schleuder geschossen.

URS BRÜSCHWEILER

KREUZLINGEN. Den Schaden festgestellt haben Mitarbeiter des kantonalen Tiefbauamtes am Montag. Insgesamt zehn der grossen und dicken Glasscheiben weisen ein Spinnennetz-Muster auf. Sie sind beschädigt, halten sich aber noch zwischen den Streben.

Wer dafür verantwortlich ist, versucht die Kantonspolizei noch herauszufinden. Bisher gebe es noch keine Hinweise auf den oder die Täter. Die Kantonspolizei konnte allerdings feststellen, dass die Beschädigungen von der Strassenseite her erfolgten. Der Aufenthalt dort ist für Fussgänger aber eigentlich Tabu. Das Strassenstück kurz vor dem Tunnel ist dem motorisierten Verkehr vorbehalten.

Ein Lausbubenstreich?

Jemand mit einem Luftgewehr oder mit einer Steinschleuder könnte den Schaden verursacht haben, vermutet die Polizei. Bei einigen der Scheiben kann man tatsächlich den Punkt erkennen, wo ein Geschoss aufgeschlagen haben muss.

Die Polizei sucht Zeugen

Die Kantonspolizei sucht nun Zeugen. Wer in den vergangenen Tagen an der Hafenstrasse Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich beim Kantonspolizeiposten Kreuzlingen unter der Telefonnummer 071 221 40 00 zu melden.

Schaden von 30 000 Franken

Die Gefahr, dass sie die Scheiben noch ganz zersplittern und in tausend Scherben zerfallen, bestehe nicht, sagt Nicolas Richard vom Werkhof des kantonalen Tiefbauamtes in Sulgen. Ersetzt werden müssten sie aber trotzdem. Welchen Aufwand der Ersatz der zehn Scheiben bereite, konnte Richard nicht genau sagen, man müsse zuerst Offerten einholen. Laut der Kantonspolizei Thurgau beläuft sich der Sachschaden des Vorfalls auf rund 30 000 Franken.

Wände sind noch relativ neu

Die Scheiben, welche auf einem Betonsockel angebracht sind, sollen die Anwohner der Hafenstrasse vor dem Lärm der Transit-Achse Chance Nord schützen. Die Strasse wurde 2009 eröffnet.



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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
deich (18. Juli 2012, 09:00)
Wut

Die Zerstörung der Glaswände ist natürlich "superblöd". Man fragt sich: "Geht's eigentlich noch?". Die Wände sind von der ästhetischen Seite her allerdings so ziemlich das Übelste, was man architektonisch auf die Wege bringen kann. Das war allerdings wohl nicht Anlass der Zerstörungswut! (Zwei-drei Scheiben waren übrigens schon länger beschädigt). In Kreuzlingen-Ost, an der gleichen Verkehrsachse durch die Stadt, wurden elegantere, gebogene Wände aufgestellt, die nun zusätzlich durch die Begrünung passabler in das Stadtbild integriert sind. Zwischen Stadtbahnhofkreisel, Helvetiatunnel und den erwähnten, nun zerstörten Scheiben (gar plus Fortsetzung zum Hafenbahnhofkreisel) ist hingegen die "Stadtarchitektur" deutlich misslungen, ohne urbanen Eigenwert, ohne Charme, einfach Beton und senkrechte Wände mit oder ohne Glas. Da könnte nur noch "Grün" helfen, die arg simple Zweckarchitektur etwas zu übertünchen.

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